Schulden bilden häufig eine finanzielle und mentale Belastung. Somit herrscht keine finanzielle Freiheit mehr. Eine Schuldensituation ist individuell und kann daher selten verallgemeinert werden. Es lassen sich allerdings gute Schulden von schlechten Schulden unterscheiden.
Gute Schulden sind beispielsweise Investitionen in ein Eigenheim, das wiederum einen Vermögenswert darstellt. Darunter fallen auch Investitionen in die eigene Bildung bzw. Abschlüsse, da damit langfristig ein Mehrwert erzielt werden soll.
Schlechte Schulden hängen hingegen oftmals mit Luxusgütern zusammen, z. B. Auto, Spielekonsolen, Smartphones oder einem privaten Vergnügen, z. B. teure Reisen. Diese Schulden zeigen sich meist in einer finanziellen Belastung ohne langfristigen Mehrwert.
Die Anschaffung eines Autos muss hierbei gesondert bewertet werden, da es auch benötigt werden kann, um zur Arbeit zu kommen. Ist es jedoch der luxuriöse Zweitwagen, können die aufgenommenen Schulden durchaus kritisch hinterfragt werden. Hier entscheiden also die genauen Umstände, ob es gute oder schlechte Schulden sind.
Zu viele Kredite können entstehen, wenn man zu viel zeitgleich möchte. Häufig tritt es bei Luxusartikeln wie Auto, Smartphone, Fernsehen, Tablet oder Spielekonsolen auf. Dann kommt unverhofft noch eine neue Waschmaschine oder ein teurer Zahnarztbesuch dazu und die finanzielle Lage gerät außer Kontrolle, da die Kredite überhand nehmen. Verlockend können auch Leasingangebote sein, die sich aufsummieren. Dabei sollte immer geprüft werden, ob das Angebot wirklich günstiger ist. Achte daher immer auf deine Möglichkeiten und behalte deine Einnahmen und Ausgaben im Blick.
Hat man negative Schulden, ist es der erste Schritt sich diese auch einzugestehen. Der Weg sollte nicht mit Ausreden gepflastert sein. Natürlich gibt es immer Umstände, die in die Schulden getrieben haben. Ist man sich der Schulden und auch der Höhe der Schulden bewusst, kann man ein Ziel und einen Weg definieren, um aus den Schulden heraus zu kommen. Dabei sollte man sich selbst ein realistisches Enddatum setzen, damit der Weg aus den Schulden nicht nur ein Traum bleibt.
Wie bereits in Kapitel 2 beschrieben, kann das Führen eines Finanzplans oder Haushaltsbuch helfen eine Übersicht über die eigenen Finanzen und ein Sparziel zu erhalten. Prüfe, wo dein Geld monatlich hin geht, was notwendig ist und was du einsparen kannst, z. B. bei Miete, Verträge, Lebensmittel, Strom, Mitgliedschaften, Hobby, etc. Behalte dir trotzdem immer noch ein Puffer von 10-15% deines Einkommens bereit für Unvorhergesehenes, damit du hier nicht sofort wieder in neue Schulden fällst.
Liegen große Differenzen vor, hast du also ausreichend Geld zur Verfügung, lasse dir einen gewissen Spielraum zum Abbezahlen der Schulden, aber versuche dich monatlich dran zu halten. Hast du nur die Möglichkeit kleine Beträge zur Schuldentilgung zu verwenden, prüfe ob du an manchen Stellen weitere Einsparungen machen kannst. Können Kosten reduziert, eine Mitgliedschaft/ Abo vorübergehend gekündigt werden? Was kannst du einsparen, bis deine Schulden getilgt sind und du dir wieder mehr leisten kannst? Dieses Verhalten kommt einem finanziellen Fasten gleich.
Vermeide auf jeden Fall den Aufbau neuer Schulden und versuche einen kleinen Puffer auf deinem Konto anzulegen. Hast du keinerlei Notgroschen, weil du alles in die Abbezahlung steckst, kann dich der nächste Notfall (Autowerkstatt, etc.) wieder in neue Schulden reißen.
Hast du separate Verbindlichkeiten (z. B. bei unterschiedlichen Händlern), die du bedienen musst, versuche erst die kleinen Beträge vollständig abzuzahlen. Sie sind dann weg und du hast eine Sorge weniger. Oftmals sind Mahngebühren auch unabhängig von den geschuldeten Beträgen. Diese sind bei kleinen Verbindlichkeiten im Verhältnis teurer als bei großen Verbindlichkeiten. Beachte ebenfalls die Fälligkeitsdaten, bevor die Mahnung dann über einen Rechtsanwalt geht. Dies wird besonders teuer. Im Zweifelsfall kann auch der Griff zum Telefon helfen. Es ist unangenehm einzugestehen, dass man nicht zahlen kann. Aber viele Firmen räumen hier nochmal eine Kulanz ein, da der Weg zum Anwalt auch für diese mit viel Aufwand verbunden ist. Darüber reden ist schwierig, kann aber helfen.
Sind Kredite mit ähnlichen Summen und Verbindlichkeiten zu tilgen, ist es am sinnvollsten mit den Krediten mit den höchsten Zinsen zu beginnen. Je länger diese laufen, desto teurer werden sie.
Ebenso kannst du schauen, ob du zeitweise andere Sparformen pausieren kannst, bis die Schulden beglichen sind. Versicherungen wie Krankversicherungen oder Haftpflicht, sollten hingegen immer beibehalten werden. Du kannst auch auf zusätzliche Einnahmequellen (z. B. Nebenjob) zurückgreifen. Hierbei sind allerdings auch Steuern zu beachten, dass du am Ende nicht mehr zahlst, als dir der Job einbringt.
Verlierst du selbst den Überblick, suche dir Hilfe von außen. Das können Freunde und Familie sein, die sich gut mit Finanzen auskennen oder aber auch professionelle Schuldnerberater. Hast du höhere Schulden bei einer Bank, suche das Gespräch mit einem Bankberater statt hohe Dispotkredite und Mahngebühren zu erhalten. Teilweise lohnen auch eine Umschuldung oder ein größerer Kredit. Dabei können aber wieder höhere Kosten entstehen. Prüfe daher genau die anfallenden Kosten und monatlichen Raten. Lass dir nichts aufschwatzen, nur weil du in einer Notsituation bist.
Auf jeden Fall benötigt der Abbau von Schulden viel Konsequenz, Selbstbeherrschung und Durchhaltevermögen.
Du kannst hier über deine Probleme und Sorgen schreiben, seien es Krankheit, Depressionen, Mobbing, Trauer oder Liebeskummer oder andere Themen, die dich belasten.
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