SPAREN – 1 – MENTALER EINFLUSS VON GELD

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Sparen – 1 – Mentaler Einfluss von Geld

Sparen – 1 – Mentaler Einfluss von Geld

10.04.2024

Sich mit Finanzen zu beschäftigen, gilt oft als sehr anstrengend. Sparen wird als langweilig oder uncool angesehen. Die finanzielle Welt kann sehr komplex erscheinen und vielleicht sogar einschüchtern. Der richtige Umgang mit Geld kann jedoch Stress und Sorgen verringern. Dabei macht Geld nicht glücklich, aber es kann manche Sorgen lösen oder verringern und damit Dinge einfacher machen. Bereits Oscar Wilde formulierte es mit: "Geld kann kein Glück kaufen, aber es gibt einem die Freiheit, es zu finden." Muss man sich nicht um finanzielle Nöte sorgen, bleibt Zeit für anderes. Ein guter Umgang mit Geld hat also auch einen großen mentalen Einfluss auf uns. Dabei sollten wir zusätzlich alte Glaubenssätze hinterfragen. Einer davon kann sein: Über Geld redet man nicht. Aber genau das tun wir hier nun, denn Finanzen und Zusammenhänge zu verstehen, kann helfen, das Leben einfacher zu machen. Über Finanzen zu reden, heißt auch eine finanzielle Bildung zu erhalten.


Geld ausgeben, sich etwas gönnen, sich eine Belohnung kaufen, kann wichtig sein. Dabei sollte man jedoch auch die finanziellen Möglichkeiten im Blick behalten. Ebenso wichtig ist es aber auch Rücklagen zu bilden. Und die können schon im Kleinen anfangen. So kann es ebenfalls Freude bereiten zu sehen, Rücklagen oder ein passives Einkommen wachsen zu sehen. Auch hierbei kann evtl. ein Umdenken von einer direkten Belohnen (kaufen) zu einer verzögerten Belohnung (sparen) notwendig sein. Dabei geht es beim Sparen nicht nur um des Sparen Willens oder gar Geiz. Es geht um eine finanzielle Absicherung und auch um größere Anschaffungen, Reisen, o. ä., die man sich dann leisten kann.


Finanzielle Freiheit nimmt teilweise Sorgen. Es heißt aber auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Damit kann verbunden sein schlechte Gewohnheiten abzulegen und sich neue gute Gewohnheiten aufzubauen. Klappt das nicht alles einfach so, kann man sich auch Hilfe suchen. Zeitgleich kann finanzielle Verantwortung auch heißen geduldig zu sein und lernen mit Rückschlägen umzugehen.

Finanzielle Freiheit bedeutet auch Unabhängigkeit, z. b. vom Partner oder von der Familie. Frage dich z. B., ob du ein eigenes Konto hast oder nur eins zusammen mit dem Partner. Wäre es vielleicht an der Zeit ein eigenes Konto zu eröffnen und Verwalter deines eigenen Geldes zu sein? Das eigene Geld selbst zu verwalten, gibt dir auch deine Kontrolle über dein Leben. Das bedeutet nun aber wiederum nicht, dass du mit Familie oder Partner nicht über Geld reden solltest, zumindest wenn es hilfreich ist und dir gut tut. Der Austausch kann dir helfen, Dinge zu hinterfragen oder zu verstehen. Sich über finanzielle Gegebenheiten und regelmäßig über den eigenen Kontostand zu informieren ist wichtig, um einen Überblick zu behalten. Die Übersicht hilft auch zu verstehen, ob man über den eigenen Verhältnissen lebt.


Wenn wir über Finanzen und finanzielle Freiheit, Sparen und Rücklagen reden, fängt es mit der Frage an, wie viel Geld man eigentlich monatlich zur Verfügung hat. Wie viel Geld kommt rein, welche Ausgaben hat man? Wie viel Geld bleibt übrig und wo geht es monatlich eigentlich hin? Ein guter Überblick über Einnahmen und Ausgaben kann einfach in einem Haushaltsbuch geführt werden. Dazu muss man sich natürlich erst mal die Zeit nehmen und der Start kann hemmen. Hat man jedoch erst mal begonnen und legt sich regelmäßige Termine zum Eintragen fest, so merkt man, dass man mit einfachen Mitteln eine schnelle und gute Übersicht bekommt. Ob man das nun handschriftlich in einem Heft, als Excel-Tabelle am PC oder doch lieber in einer speziellen App macht, ist dabei jedem selbst überlassen. Wenn man wirklich alle Ausgaben aufnimmt, nicht nur die Verträge und Verpflichtungen, wie Miete, Strom, Internet, Einkäufe, etc., sondern auch den Kaffee oder das belegte Brötchen unterwegs, bekommt man schnell eine gute und vollständige Übersicht über das eigene finanzielle Leben. Das Haushaltsbuch sollte am besten wöchentlich aktualisiert werden, damit man nichts vergisst.


Neben den Einnahmen und Ausgaben ist es hilfreich sich seine Sparziele zu notieren. Warum will ich sparen? Wofür brauche ich das Geld? Will ich meinen Notgroschen aufstocken oder spare ich vielleicht für einen schönen Urlaub oder ein neues Auto? Formuliert man das Sparziel ganz konkret, kann man auch ein benötigtes Budget dafür hinterlegen. Damit erhält das Sparen einen festen Sinn und einen konkreten Wunsch. Es geht damit meist leichter von der Hand, wenn man weiß, warum man es tut und sich vielleicht auch die eine oder andere Sache mal verkneift.

Sind die Sparziele und Wünsche klar definiert, kann ein Finanzplan aufgestellt werden. Unnötige Ausgaben und Sparpotential können identifiziert werden. Ebenso kann festgelegt werden, wie viel monatlich für das Sparziel beiseitegelegt werden soll. Es kann hilfreich sein, das Geld auf ein eigenes Konto einzuzahlen, an das man nicht ran geht. Sind die Sparziele längerfristig, kann das Geld auch angelegt werden, so dass es passiv für einen arbeitet.


Sparziele können unterschiedliche Zeitperioden haben. Kurz- oder mittelfristige Ziele müssen natürlich dem eigenen Sparvermögen angepasst sein. Wenn ich auf eine teure Jacke spare und jeden Monat 50 € beiseitelegen kann, muss ich zwar frühzeitig mit dem Sparen beginnen, aber das Ziel ist erfüllbar. Möchte ich hingegen ein Auto kaufen und habe die gleichen Sparmöglichkeiten, ist das Ziel auch mittelfristig nicht umsetzbar. Bei all dem sollten die Sparpläne immer realistisch sein. Habe ich hingegen die Möglichkeit jeden Monat einen hohen Betrag zu sparen, kann auch ein Autokauf mittelfristig möglich sein. Man muss den Spar- und Finanzplan immer an die persönliche Situation anpassen. Und diese kann sich immer wieder ändern.


Eine private Altersvorsorge ist hingegen ein Beispiel für einen langfristigen Sparplan. Und da sich auch hier die finanzielle Situation über das Leben immer wieder ändern kann, kann es nötig sein auch den Finanzplan anzupassen. Dabei kann eine Altersvorsorge schon frühzeitig mit kleinen Beträgen begonnen und später angepasst werden. Ebenso sind langfristig auch Investitionen mit einem höheren Anlagerisiko möglich, da sich Marktschwankungen über lange Zeiträume ausgleichen können.


Neben dem Sparen und täglichen bzw. monatlichen Ausgaben, kommt leider immer die Inflation dazu. Das Geld verliert an Wert, da die Regierung mehr Geld druckt. Die Preise steigen dadurch und man kann nicht so viel kaufen wie früher. Daher ist es oft nicht ratsam gespartes Geld zu Hause im Sparschwein zu lagern, da es der Wirtschaft fehlt und es durch die Inflation nur an Wert verliert. Ebenso ist es nicht sinnvoll größere Beträge auf einem Girokonto („Standardkonto der Bank“) zu belassen, da es auch hier keinen Mehrwert bringt. Man kann versuchen Geld flexibel anzulegen, so dass es zumindest die Inflation ausgleicht (in der aktuellen Wirtschaftslage schwierig) und nicht weniger wird.

Geld kann aber noch mehr bezwecken, wenn man dabei nicht nur an sich denkt, sondern auch anderen Menschen eine Freude bereiten kann. Das muss nichts großes sein, auch kleine Aufmerksamkeiten reichen aus. Die Freude, die man verschenkt, kommt automatisch zurück. Ebenso kann Geld für gute Zwecke verwendet bzw. gespendet werden, auch wenn man denjenigen nicht direkt kennt, z. b. bei großen Vereinen. Auch damit kann man ein gutes Gefühl erhalten, da man der Gesellschaft etwas zurückgibt. Natürlich kann das aber auch ohne Geldaufwände, z. b. durch ehrenamtliche Arbeit, erreicht werden. Hier investiert man die eigene Zeit, statt Geld.

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