Ein Ziel, etwas das man braucht oder haben möchte, erreicht man selten in einem Rutsch. Vielmehr muss man Tage, Wochen oder sogar viele Monate darauf hin arbeiten. Daher ist es oft sinnvoll, sich ein Ziel in kleinere Etappen einzuteilen, sein Ziel also Schritt für Schritt zu verfolgen und zu erreichen. Es geht darum nicht nur von etwas zu träumen, sondern diesen Traum auch wahr machen zu wollen und zu können.
Verschiedene Methoden, wie man solche Ziele aufgliedern und einen guten Überblick behalten kann, insbesondere zum Lernen, bietet unser Artikel „Lernen lernen“.
Um ein Ziel Schritt für Schritt erreichen zu können, muss das Ziel erst einmal genau definiert werden. Das Ziel sollte dabei ganz konkret beschrieben werden, am besten sogar auf Papier, so dass man wirklich sieht, ob es ganz genau beschrieben ist, oder was noch fehlt. Dann sollte sich das Ziel ganz genau vorgestellt werden. Dieses Bild kann man sich immer wieder heraufrufen und damit die eigene Motivation, warum man das alles gerade tut, stärken. Neue Motivation, Selbstmotivation, bringt neue Kraft mit sich. Ist das Ziel konkretisiert, muss der Weg bis zum Ziel in kleinen Etappen geplant werden. Dabei sollen auch Teilziele eingeplant werden. Schreibe alles auf, was notwendig ist bis zum Ziel, in allen Details. Definiere einen Start, womit begonnen werden soll. Das kann der schwerste Schritt sein, das Beginnen, und zeitgleich auch der einfachste Schritt zugleich, denn dann ist der Start gemacht und alles Weitere kann zum Weitermachen motivieren. Wichtig ist nicht in Tagträumen bei der Planung hängen zu bleiben. Träume können schön sein, motivieren, aber sie bringen uns dem Ziel nicht näher und sie helfen nicht um glücklich zu sein. Da hilft tatsächlich nur loslegen. Setze dir deswegen bewusst einen Startpunkt (man denke dabei immer an die guten Neujahrsvorsätze) und halte ihn auch ein. Ein Startpunkt kann ein beliebiger Tag sein. Bedenke, wer der Start immer wieder verschiebt und immer wieder ausreden dafür findet, fängt nie an.
Wie fängt man also am besten an? In ganz kleinen Schritten und mit ganz kleinen Dingen. Stelle dir vor, du hast das Ziel öfter an der frischen Luft joggen zu gehen. Die Bewegung ist gesund und die frische Luft tut auch gut. Ein guter Vorsatz. Dann kommen die ganzen Einwände: man hat keinen Plan davon, muss erst eine Strecke suchen und weiß ja gar nicht so recht wohin. Lass die Einwände nicht groß werden. Ist der Vorsatz da und die ersten Einwände kommen, öffne ein Fenster und lass direkt die erhoffte frische Luft rein. Damit ist ein ganz kleiner Schritt in die richtige Richtung gemacht. Genieße die frische Luft in mehreren Atemzügen und konzentriere dich darauf. Das kann die Motivation, dass der der Vorsatz richtig ist, steigern und Hürden überwinden lassen. Es gibt zusätzlich ein gutes Gefühl. Vielleicht stärkt es sogar soweit, dass du einfach mal 3 kleine Minirunden im Zimmer drehst. Und damit ist der Schritt schon getan. Und wenn du dich dabei doch etwas dämlich findest, kannst du auch noch drüber lachen. Das ganze kannst du am nächsten Tag wiederholen oder sogar leicht steigern. Lass alles langsam angehen, überfordere dich nicht gleich damit, dass du zu schnell zu viel willst. Vielleicht kann die nächste Runde einfach mal draußen sein. Eine Runde um den Block gehen. Es kann vielleicht soweit anspornen sich doch eine kleine Laufstrecke zu suchen. Und schon hast du die Laufschuhe an und bist eine kleine Strecke draußen unterwegs. Aus dem kleinen Anfang können damit eine Routine und eine Gewohnheit entstehen, wenn man nur dran bleibt. Denk dran: Wer dran bleibt, fängt nicht immer wieder von vorne an.
Bei der Planung der Etappen ist ein realistisches Zeitmanagement wichtig. Plant man alles zu eng und zu wenig Zeit, setzt man sich selbst enorm unter Druck. Dinge, die uns beim Erreichen des Ziels nicht weiterbringen, sollte man erst einmal weg lassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Daher ist ein schriftlicher Plan ebenfalls gut, denn man kann die benötigten Zeiten gleich dazu notieren. Hierbei ist es gut zu Beginn lieber etwas großzügiger und flexibel zu planen. Ist man schneller und hat Zeit übrig, kann man mit anderen Aufgaben früher beginnen und den Plan danach schrittweise auf die wirkliche Zeit anpassen. Benötigt eine Aufgabe doch mehr Zeit, hat man hier etwas Puffer. Erledigte Aufgaben können auf der Liste abgehakt werden. Damit sieht man zeitgleich den Erfolg, was man schon alles geschafft hat.
Treten zusätzliche Herausforderungen auf, die nicht geplant waren, so werden sie im Plan ergänzt und damit angenommen. Jede Herausforderung lässt sich neu planen. Meistens läuft nicht alles nach Plan. Sieh auftretende Probleme oder Rückschläge nicht negativ, nimm sie als neue Herausforderung an, denen man sich stellen muss. Hat man die Herausforderung gelöst, fühlt man sich gleich stärker. Das kann erneut motivieren. Hinterfrage dich auch, warum es Rückschläge gibt. Evtl. müssen Etappen nochmal in kleinere Teile aufgegliedert werden, um sie zu bewältigen. Plane nicht zu viel in zu kurzer Zeit um dich selbst nicht zu überfordern. Bleibe fokussiert auf die Etappe oder das (Teil-)Ziel. Multitasking funktioniert hier nicht.
Das Ziel, Teiletappen und Teilziele zu notieren und erfolgreich abzuhaken, kann in kleinen Tiefs helfen, wenn man denkt, es klappt doch nicht so wie geplant und wenn es gefühlt nicht weitergeht. Dann kann man auf den Weg zurück blicken, was man doch schon alles erreicht hat. Das kann wieder motivieren. Man kann auf das Ziel blicken und sich neu darauf fokussieren. Ziehe aus den Erfolgserlebnissen aus deiner Vergangenheit Kraft. Es ist die Energie, die du benötigst, um wieder motiviert weitermachen zu können.
Nicht jeder Weg läuft geradlinig, viele haben Umwege. Sind wir auf das Ziel fokussiert, kann es trotzdem immer wieder vorkommen, dass sich äußere Gegebenheiten ändern, neue Dinge hinzukommen. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen im Leben, die sich in den Weg stellen können. Blockaden, die es zu beseitigen oder umgehen gilt. Wichtig ist, das Ziel niemals ganz aus den Augen zu verlieren, auch wenn ein Hindernis besonders hoch und groß aussieht und man sich erst mal darauf konzentrieren muss.
Organisiere dich jeden Tag neu, denn es kommen immer wieder neue Aufgaben hinzu. Es gilt nicht nur dein Traumziel zu erreichen, notwendige Aufgaben zu erledigen, sondern der gesamte Tag muss entsprechend strukturiert werden. Dazu zählt auch Hausarbeit, kochen, essen, Freizeitaktivitäten, also alles, was der Tag so bringt. Sammele morgens alle Aufgaben, die am Tag anstehen. Alle Aufgaben, die innerhalb von 2 min zu erledigen sind (z.B. Müll rausbringen, Waschmaschine/ Spülmaschine starten, etc.) werden direkt erledigt. Du kannst sie notieren und direkt wieder streichen. Dann siehst du gleich, was alles schon an Aufgaben weg ist. Alle weiteren Aufgaben werden sortiert und priorisiert: was ist besonders lästig, was ist besonders umfangreich? Was ist dringend? Und was kann man hinten an schieben? Manche spezielle Aufgaben hängen auch mit der Tageszeit zusammen, z.B. Mittagessen kochen/ essen oder das Kind zum Sport fahren. Diese haben damit einen festen Termin, der genau so eingeplant werden muss. Andere Aufgaben sind miteinander verknüpft und erfordern eine Vorarbeit: erst die Wäsche sortieren, dann waschen und danach in den Trockner und zusammenlegen. Jede Teilaufgabe ist in wenigen Minuten erledigt, die Maschine läuft zum Glück allein. Aber die Aufgaben müssen zeitlich in der richtigen Reihenfolge notiert werden. Es ist daher nicht nur wichtig alle Aufgaben zu notieren, sondern sie auch in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Danach kann man beginnen, die Aufgaben abzuarbeiten und entsprechend von der Liste zu streichen. Erledige eine Aufgabe vollständig, wenn möglich, bevor du eine neue Aufgabe beginnst. Unerledigte Aufgaben bleiben uns immer im „Hinterkopf“ und blockieren das Denken. Sie erinnern uns ständig, dass da noch etwas zu tun ist. Damit kann man sich nicht gut auf neue Aufgaben fokussieren. Kann eine Aufgabe nicht fertig gestellt werden, wird sie neu auf die Liste aufgenommen bzw. der Punkt abgeändert. Fallen einem nachträglich weitere Aufgaben ein, so können sie ebenfalls auf der Liste ergänzt und priorisiert werden.
Entsprechende Listen und Teilkapitel lassen sich auch für Lernstoff anfertigen und abarbeiten. Hier kann man genauso die Lernerfolge festhalten und den Lernfortschritt visualisieren.
Langfristig geht es beim Probleme-Angehen und der Selbstmotivation nicht nur darum zu lernen wie man ein Problem lösen kann, sondern auch weiter zu denken, wie die nächsten Schritte aussehen können. Damit soll insgesamt eine eigenständige Handlungsweise aufgebaut werden, damit jeder selbst mit Problemen fertig werden kann, indem die einzelnen Schritte geplant und durchgeführt werden. Es soll der Weg der Hilfe zur Selbsthilfe entwickelt werden.
Ein Ziel ist immer die Selbstständigkeit. Das heißt aber nicht, dass man auch immer alles komplett allein machen oder bewerkstelligen muss. Ein Traumziel können z.B. die eigenen vier Wände sein. Dazu sollte erst mal ein guter Schulabschluss und dann ein passender Job her, damit man entsprechend Geld verdienen kann um sich das Traumhaus leisten zu können. Das ist ein langer Weg bis zum Ziel, der auch Rückschläge beinhalten wird. Das Ziel ist klar, aber es wird nicht möglich sein, alles ganz allein zu bewerkstelligen. Es kann nötig sein, dass es in der Schule Nachhilfe bedarf, weil ein Fach nicht gut klappt. Eine Berufsberatung vor dem Schulabschluss um sich besser auf dem Arbeitsmarkt orientieren zu können. Es bedarf Gesprächen mit Finanzberatern und der Bank für einen Kredit für das Haus und am Ende auch ein Bauunternehmen, dann man wird kaum noch das Haus selbst bauen und alles allein machen können. Das mag nur ein Beispiel sein, aber es zeigt anschaulich, dass es gar nicht verkehrt ist, Teilaufgaben abzugeben und sich Hilfe zu holen. Man kann nicht immer alles allein schaffen und unser Leben ist auch nicht darauf ausgelegt. Wir leben in einer Gemeinschaft, in der jeder andere Stärken (z.B. auch in der Berufswahl) hat. Sich Hilfe zu holen, wie diese auch immer aussehen mag, zeigt also auch, die eigenen Grenzen zu akzeptieren, wann man Unterstützung benötigt.
Das gilt natürlich auch die Psyche, wenn einem alles nur noch schwer fällt, man keine Motivation mehr findet und die Selbstdisziplin nur noch für das Allernötigste durch den Tag hilft. Sich Hilfe zu holen ist also keine Schwäche, sondern eine Stärke, denn sie lässt uns auf dem Lebensweg vorankommen. Es muss nicht immer alles allein klappen. Man kann sich zwar vornehmen viel ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen und wenn das funktioniert ist es gut, denn man ist dann auch nicht vollständig abhängig von anderen. Selbstständigkeit und Fremdhilfe sollten sich ergänzen und ausgleichen. Sich für bestimmte Bereiche Hilfe zu suchen und damit vielleicht sogar Aufgaben abgeben zu können, hilft sich selbst nicht zu stark unter Druck zu setzen. Hilfe ist immer erlaubt, insbesondere dann, wenn Hindernisse auftreten, mit denen man nicht gerechnet hat. Versucht man alles allein zu bewerkstelligen und stößt immer wieder an Grenzen, so neigt man dazu eher aufzugeben. Gemeinsam sind jedoch Probleme lösbar. Hilfe zu suchen und anzunehmen, kann uns weiterbringen, auch wenn es erst mal nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Lassen sich damit Probleme lösen, kann es auf dem Weg zum Ziel wieder motiviert weitergehen.
Der Weg zum Ziel kann manchmal recht lange sein. Visualisiere dein Ziel regelmäßig, mach dir immer wieder klar, warum du das tust, was du tust. Welchen Nutzen es hat. Diese Vorstellungskraft und das Visualisieren des Ziels haben Macht. Es spornt immer wieder aufs Neue an. Stelle dir daher immer wieder vor, wo du mal sein willst.
Manchen hilft es Leute, denen man vertraut, in die eigenen Pläne einzuweihen. Was für Ziele setzt man sich, wie ist der Weg dahin, was hat man vor? Vertraute können einen unterstützen und motivieren. Sie können bei Problemen Zuhörer und Helfer sein. Wichtig ist, dass diese Leute keinen zusätzlichen Druck ausüben, sondern eine Stütze darstellen. Sie sollen Zuspruch geben und ermutigen. Zusätzlich können sie eine neue Sichtweise oder Blickrichtung auf ein Hindernis einbringen, das man so noch gar nicht gesehen hat. Dadurch können sich neue Lösungsansätze bilden. Steht man vor einem großen Hindernis und weiß nicht weiter, hält alles für sinnlos und hängt so richtig durch, kann eine solche Person auffangen und helfen. Sie kann motivieren und aufzeigen, was man schon alles an Weg erreicht hat. Steckt man in einem emotionalen dunklen Loch, sieht man den Weg nicht mehr. Daher ist es gut mit einem Vertrauten zu reden, der einem diese Sicht wieder eröffnet.
Jeder hat mal Tage, wo man einfach mal „nicht will“. Das ist ganz normal die gehören dazu. Sag dir selbst, dass es auch mal so sein darf. Man kann nicht immer 100% geben. Das ist einfach nicht möglich. Daher sind solche Tage auch einfach mal ok. Man sollte sie nutzen um sich zu entspannen und etwas Schönes zu unternehmen, das füllt die fehlende Energie wieder auf. Sich Auszeiten zu gönnen ist genauso wichtig, wie sich selbst immer wieder zu motivieren um dran zu bleiben. Akzeptiere solche Tage und nimm sie nicht als Versagen wahr, denn das ist es nicht.
Sich selbst eine Auszeit gönnen, sich selbst Gutes zu tun, kann man auch beim Erledigen der täglichen Arbeiten versuchen, wenn man nicht zwingend an einen festen Platz gebunden ist. So kann man versuchen, seinen Arbeitsplatz selbst zu bestimmen, sich mal draußen zum Lernen oder Arbeiten hin zu setzen und die frische Luft und das schöne Wetter zu genießen. Manchmal kann es auch helfen, vom Tisch auf den Boden zu wandern, mal eine andere Sitzposition einzunehmen oder mehr Platz zu haben um Unterlagen zu sortieren. Andere arbeiten vielleicht auch mal gerne im Stehen. Falls möglich kann man auch den Ort variieren, in ein Café oder eine Bibliothek gehen. Es muss nicht immer der eigene Schreibtisch sein. Die Variation des Ortes und der Umgebung kann einen gewissen Alltagstrott unterbrechen.
Variablen zu ändern, kann ebenfalls helfen, Störfaktoren zu identifizieren und diese zu beseitigen. Störfaktoren können Lärm oder häufige Unterbrechungen sein, z.B. durch Familie, aber auch Unordnung. Dann wäre es sinnvoll vorab aufzuräumen und evtl. auch zu entmisten, was nicht mehr benötigt wird. Auch zu wenig Schlaf kann ein Störfaktor sein. Übermüdet sind wir weniger leistungsfähig. Daher kann es sich lohnen, das Ziel zu setzen früher schlafen zu gehen. Geht man beispielsweise 1 h früher ins Bett, so mag man erst denken, dass diese Stunde am Ende fehlt. Jedoch ist man ausgeruht deutlich leistungsfähiger und kann Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen. Am Ende kann man sogar Zeit gewinnen.
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