Positives Denken ist eine spezielle Art die eigenen Gedanken zu lenken. Damit ist es Teilaspekt des Gebiets der neuro-linguistischen Programmierung (NLP). Diese Form der eigenen Gedankenkontrolle mag erst einmal fremd erscheinen und ist sicherlich nicht für jeden geeignet, heißt es doch sich selbst sehr stark zu ändern. Und dazu muss man bereit sein. Es gibt auch nicht die eine Methode des NLP, sondern viele unterschiedliche Herangehensweisen, dass es doch empfehlenswert sein kann, zumindest manche auszuprobieren.
Positive Gedanken ziehen einander an und verstärken sich. Negative Gedanken machen das ebenso. Daraus können entsprechend negative Abwärtsspiralen oder, eben besser, positive Aufwärtsspiralen entstehen.
In schlechten Phasen ist man oftmals in negativen und verneinenden Denkmustern gefangen. Hier nun ein positives Denken zu beginnen bedeutet nicht das Beiseiteschieben von Zweifeln und Ängsten oder ein Hoffen, dass einfach alles gut wird. Dieses passive Handeln ändert nichts. Positives Denken muss vor allem zu Beginn vielmehr eine aktive Handlung sein. Es muss zu einer mentalen Einstellung, zu einer Gewohnheit, werden. Und damit geht auch die Veränderung der persönlichen Einstellung und Haltung Situationen gegenüber einher. Nur mit der eigenen Veränderung tritt auch eine Veränderung in Bezug zu den äußeren Einflüssen auf. Wir können die Welt nicht ändern, aber unsere Einstellung zu Ereignissen können wir beeinflussen. Damit ändern wir schlussendlich unsere Reaktion auf Geschehnisse: Welche Emotionen lasse ich für ein Ereignis zu? Diese Entscheidung treffen wir meist unterbewusst, sie „geschieht einfach“. Hängen wir in einer Negativspirale, wird wohl auch eine Emotion schnell negativ ausfallen. Selbst wenn sie das spontan tut, können wir aktiv dagegen steuern, aktiv ein „naja, so schlimm ist es eigentlich doch gar nicht“ dagegen stellen. Und damit kann sich ein weiterer positiver Gedanke anschließen. Je öfter wir diesen positiven Gedanken bewusst einsteuern und das Negative neutralisieren, desto besser kommt man von der negativen Spirale in eine positive Spirale. Das Gehirn fokussiert in diesem Moment auf die Emotion und die damit einhergehenden Gedanken. Leider auch auf negative, die sich entsprechend einbrennen können. Um diese negative Grundhaltung zu ändern, kann bewusst durch Akzeptanz (Akzeptanz verschwendet keine Energie auf die Emotionen und lässt diese Situation neutral dastehen) einer Situation und einem positiven Denken eine neue Grundlage geschaffen werden: Was kann sich Positives aus der Situation ergeben? Was kann ich daraus lernen? Welchen Gewinn bringt es mir? Natürlich kann man sich auch über eine Situation ärgern, richtig hineinsteigern. Aber das bringt uns im Leben nicht weiter.
Ein weiterer Faktor ist die Denkweise unseres Gehirns. Unser Gehirn kennt kein „nein“ oder „nicht“. Diese Informationen können nicht gut verarbeitet werden. Daher strengen verneinende Denkweisen das Gehirn zusätzlich an. Daher ist es deutlich besser einen Gedanken positiv zu formulieren. Auch im sozialen Kontakt sind positiv formulierte Antworten einfacher als welche die ein „nicht“ (etc.) enthalten. Wer positiv kommuniziert und damit auch anderen Personen eine Anerkennung zuspricht, erhält im Gegenzug auch wieder Anerkennung zurück. Hierbei soll nicht um ein standardmäßiges „gut gemacht“ gehen, sondern wirklich auf die Problemlösung und den Erfolg eingegangen werden. Die Aufmerksamkeit sollte auf der Situation liegen und nicht bloß Worte sein. Das Lob wird durch Blickkontakt und kleine Berührungen sogar noch bestärkt.
Leider hinterlassen negative Erinnerungen viel stärke Abdrücke als positive. Umso wichtiger ist es sich immer wieder positive Gedanken oder Erinnerungen ins Gedächtnis zu rufen. Je öfter man das macht, umso einfacher wird das und sie hinterlassen dann ebenfalls einen größeren Abdruck. Dadurch übt man das Erinnern an positive Begebenheiten. Auch kleine Reminder, wie Merkzettel, einen Smiley im Kalender oder ein Foto mit einer schönen Erinnerung können helfen, sich immer wieder die positive Erinnerung wach zu rufen. Wenn man sich immer wieder positive Erinnerungen und schöne Momente in Erinnerung ruft, sich also aktiv bewusst macht, dass sie da sind, wird die eigene mentale Haltung insgesamt positiver. Zusätzlich sollte man auch aktiv nach den vielen kleinen positiven Dingen im Leben Ausschau halten, denn die kommen fast alltäglich vor, ohne, dass wir sie bewusst wahrnehmen. Diese neue Sichtweise zwingt uns zeitgleich achtsamer im Alltag zu sein, das positive nicht einfach als selbstverständlich hinzunehmen und damit zu übersehen. Positives Denken lässt uns allgemein entspannter werden. Störfaktoren werden gelassener genommen und kosten damit weniger Kraft.
Trotzdem sollte man sich auch immer bewusst machen, dass man alle Erfahrungen im Leben benötigt. Wer keine negative Erfahrung macht, erhält keinen Maßstab für das Gute und die positiven Dinge richtig wertzuschätzen. Positive Gedanken lassen sich daher auch auf Erfolge ausrichten und unterstützen diese. Ein wichtiger Punkt hierbei ist auch Dankbarkeit. Wer dankbar für etwas ist, ist gleich positiver eingestellt. Dankbarkeit ist auch die Wertschätzung des Lebens, der Dinge, die wir haben. Oftmals vergessen wir das oder nehmen es als selbstverständlich hin. Dadurch geht die Dankbarkeit verloren und damit auch die positiven Emotionen, die damit einhergehen. Dankbarkeit ist eine Einstellung zum Leben, die die emotionalen und sozialen Bereiche erweitern kann. Ähnlich wie Dankbarkeit kann uns auch die Vergebung wie ein Geschenk erscheinen. Sie lässt anschließend entspannter auf negative Ereignisse zurück blicken.
Gerade in negativen Situationen ist positives Denken zu Beginn sehr schwierig. Aber versuche auch hier immer etwas Positives zu finden. Über Misserfolge könnte man sich ärgern und gar aufgeben. Aber Misserfolge gehören auch zum Leben. Sehe sie nicht negativ, sondern als Chance eine Aufgabe zu wiederholen und diesmal richtig zu machen. Vergleiche dich nicht mit anderen. Wenn wir uns vergleichen, sehen wir uns selbst oft negativer als wir sind. Außerdem vergleichen wir uns meist mit anderen, wenn wir unglücklich sind. Das kann genau genommen nur schief gehen. Es zieht uns also automatisch weiter hinab. Versuche dir selbst zu genügen und sei du selbst. Lege den Fokus auf dich und nicht auf andere. Niemand anderes ist so wie du, daher sind Vergleiche nicht notwendig. Wir nehmen oft den Erfolg von anderen wahr und dass er bei uns ausbleibt. Was wir hingegen oft nicht wahrnehmen ist der Misserfolg von anderen. Denke nicht negativ von dir selbst, das zieht dich nur weiter die Abwärtsspirale hinab. Wer von sich selbst denk „das kann ich nicht“ oder „ich bin nicht gut genug“, der denkt sich selbst negativ. Ein solcher Gedanke lässt sich aber auch positiv umdenken: „das lerne ich jetzt“. Oftmals malen wir uns Situationen vorab aus. Wie wird etwas sein? Was kann passieren? Sind wir in einer negativen Stimmung, sind diese Gedanken über die Situation auch oft negativ. Wir können uns förmlich Horror-Szenarien vorstellen. Ist man wirklich in dieser Situation, stellt man am Ende fest, dass es doch gar nicht so schlimm war, wie befürchtet. Daher kann man auch einer zuerst beängstigenden Situation abschließend etwas Gutes abgewinnen. Jede Situation kann, wenn auch nur einen kleinen Funken, Positives in sich tragen. Man muss nur bereit sein, das Positive zu finden.
Suche aktiv Ruhe und Entspannung um die kleinen positiven Dinge bewusst zu erleben. Notiere dir diese Gedanken (Reminder) oder klebe einen kleinen Glitzerstern in einen ewigen Kalender, so dass er dich immer wieder daran erinnert, was Tolles war. Mit der Zeit wird sich dein Kalender Jahr um Jahr füllen und du siehst die vielen positiven Steine an deinem Wegesrand im Leben. Dass die positiven Erinnerungen immer wieder Revue passieren. Versuche dich aktiv mit positiven Menschen zu umgeben und lass dich nicht von anderen runterziehen. Auch Emotionen können sich übertragen und alles schwer machen. Versuche zusätzlich nNegatives im Leben zu streichen oder zu umgehen, wenn es möglich ist. Suche dir bewusst positive Ruheoasen um Kraft zu tanken. Positive Gedanken stärken sich selbst und damit auch das eigene Selbstbewusstsein. Man kann damit nur gewinnen.
Eine positive Formulierung wie „ich werde es schaffen“, kann nicht nur neue Kraft und einen Motivationsschub geben. Sie führt auch eine Autosuggestion herbei. Sie fördert demnach das Wohlbefinden durch selbst formulierte Glaubenssätze. Oftmals haben wir negative Glaubenssätze oder Mantras, die wir uns auch ungewollt oft aufsagen oder durch negative Menschen in unserer Umgebung aufgesagt bekommen, wie z. B. „das schaffst du doch eh nicht“. Diese Glaubensätze werden unbewusst verinnerlicht. Wir sind durch uns und unsere Außenwelt daran gewöhnt. Hier gilt es nun aktiv dagegen zu steuern und sich selbst zu sagen „Das stimmt nicht! Ich kann das! Ich werde es schaffen!“. Durch diese positive Einstellung können wir die negativen Glaubensätze aufheben und in positive verwandeln, die dann genauso automatisch ausgelöst werden können. Ein dazu unterstützendes Werkzeug ist die Affirmation, also eine bewusst positive Formulierung zu verwenden, die keine Verneinung enthält (kein „ich will nicht durch die Prüfung fallen“, sondern ein „ich werde die Prüfung schaffen“). Wichtig ist jedoch, dass diese Glaubenssätze keinen Perfektionismus und keine Grübelschleifen auslösen sollen, denn diese beiden Eigenschaften enden wieder negativ. Glaubenssätze dürfen mit der Zeit reifen und sich weiterentwickeln. Am besten ist es, wenn man sie schriftlich festhält. So kann man sie sich zusätzlich immer wieder visualisieren. Auch Bilder eignen sich dazu gut. Affirmationen sollte man wie ein Mantra zu Beginn immer wieder wiederholen, bis sie sich gefestigt hat. Das gewünschte Ziel festzuhalten hilft der Motivation sich jedes Mal neu zu entfachen und auch dem Durchhaltevermögen. Zu Beginn können Zweifel aufkommen, hier gilt es durchzuhalten, bis eine Routine, eine neue Gewohnheit daraus geworden ist. Glaubenssätze kann man sich beispielsweise einfach morgens vor dem Aufstehen und abends beim Zubettgehen mehrfach aufsagen, so dass sie sich zu Tagesbeginn und zum Tagesabschluss festigen können. Gerade vor dem Zubettgehen können diese schönen Gedanken mit in den Schlaf genommen werden, wo sie sich besonders gut verankern können.
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