Selbstdisziplin oder Willenskraft ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Es ist eine persönliche Eigenschaft ebenso wie Geduld und Konzentrationsfähigkeit. Bei zu starker Belastung kann aber auch die Selbstdisziplin erschöpfen. Wir können also nicht unendlich von dieser Kraft nehmen und damit arbeiten. Setzt man sich zeitgleich anderen Versuchungen aus, raubt das Dagegen-Ankämpfen zusätzliche Energie (oder Zeit, wenn wir dem nachgeben). Das Arbeiten oder Lernen beginnt nach jeder nachgegebenen Versuchung (fast) von neuem. Dies kommt einem Ermüdungskampf gleich, den man gegen sich selbst führt. Versuchungen und Störquellen im Vorfeld abzustellen mag eine Überwindung sein und nicht leicht fallen, aber es kann langfristige Erfolge mit sich bringen.
Es kann immer wieder hilfreich sein Arbeit und Privates zu trennen. Arbeitszeiten sollten daher auch mit Arbeit gefüllt werden, d.h. Smartphones und private soziale Medien am besten ausschalten. Das hilft zu fokussieren. Ebenso sollte die Arbeit im Büro gelassen und nicht mit nach Hause genommen werden. Gerade bei Homeoffice ist diese Trennung schwerer. Aber es wichtig auch abzuschalten und daher nicht beide Bereiche ineinander verschwimmen zu lassen. Im Homeoffice kann es hilfreich sein, sich feste Arbeitszeiten oder Inhalte zu setzen und danach auch das Arbeitsmaterial wegzupacken oder in einen Schrank zu räumen. Man setzt sich damit auch bewusst den Feierabend, nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Damit nimmt auch der visuelle Druck ab, man sieht die Sachen und denkt sich: ich müsste eigentlich noch so viel tun. Dabei kommt man nicht in Entspannungsphasen und bleibt in einer Dauerbelastung und einem Dauerstress. Ein bewusster Übergang zum Feierabend ist genauso wichtig wie ein bewusster Start in den Arbeitstag. Solche kleinen Methoden können helfen einer emotionalen Erschöpfung vorzubeugen. Die Trennung von beruflichen und privaten Dingen benötigt jedoch auch etwas Selbstdisziplin.
Freizeitaktivitäten können manchmal schwer fallen. Hat man den ganzen Tag mit Aufgaben und arbeiten verbracht, klingt es doch verlockend sich abends nur noch auf die Couch fallen zu lassen und fern zu sehen. Eine nette Berieselung, die passiv an einem vorbei läuft. Tatsächlich ist es jedoch besser sich nochmal ca. 20 bis 30 min zu bewegen. Das muss nicht viel Sport sein, auch ein kleiner Spaziergang ist ausreichend. Bei dieser Bewegung kann zusätzlich der Kopf abschalten. Bewegung stimuliert weitere Bereiche des Gehirns, die wichtig für einen ausgeglichen Tag sind.
Neben täglichen Pausen und kleinen Aktivitäten sollte man sich zusätzlich immer wieder lernfreie Tage gönnen (das gilt auch für Sport). Wer 5-6 Tage pro Woche arbeitet und lernt, sollte unbedingt am 7. Tag eine Pause einlegen und abschalten. Ein gesundes Verhältnis zwischen Freizeit und Disziplin ist wichtig, da man sonst Gefahr laufen kann in ein Burnout zu geraten. Daher ist es dringend notwendig die eigenen Grenzen zu kennen, zu beachten und für sich selbst sorgen.
Auch während wir aktiv entspannen, arbeitet das Unterbewusstsein trotzdem weiter an Problemlösungen. Entspannung hilft damit doppelt, da man dem Gehirn eigene Wege offen lässt. Ein verbissenes Festhalten an Problem kann hingegen kontraproduktiv sein. Ein Tunnelblick lässt uns oft nicht weiterkommen, kostet aber viel Energie. Erholung bringt diese Energie zurück und wir können zeitgleich auf andere Gedanken kommen. Das kann wiederum die Problemlösung neu ankurbeln.
Eine zu starke Selbstdisziplin mit dem Hang zum Perfektionismus kann jedoch auch in eine Negativspirale münden, da man sich selbst zu stark unter Druck setzt. Das wiederum kann einem die Lebensfreude und Freizeit nehmen. Die Work-Life-Balance gerät aus dem Gleichgewicht, was ebenfalls gesundheitliche Auswirkungen bis hin zum Burnout mit sich bringen kann. Daher ist auch hier immer zu einem gesunden Maß und ständiger Selbstreflektion zu raten.
Ein weiterer Teilaspekt der Selbstdisziplin ist die Beharrlichkeit. Sie ist die Fähigkeit entschlossen etwas zu tun oder unabhängig von Rückschlägen zu erreichen. Dass wir trotz Rückschlägen an etwas dran bleiben und weitermachen, lässt sich der Beharrlichkeit zuordnen. Sie lässt uns weiter machen, auch wenn Schwierigkeiten oder Unbehagen auftreten. Die Beharrlichkeit hilft uns, damit wir nicht von Ängsten oder Zweifeln (von innen oder außen) gelähmt werden. Beharrlichkeit benötigt jedoch auch Ausdauer. Nichtstun ist einfacher, jedoch aber auch oft eine negative Komfortzone.
Auch der Selbstwert und Glaube an sich selbst spielt eine wichtige Rolle. Hierzu benötigt man eine positive mentale Einstellung um das Ziel vor Augen zu halten und zu verfolgen. Ist man dabei erfolgreich, ändert sich auch die innere Einstellung weiter zum Positiven hin. Schon kleine Erfolge können etwas innere Zufriedenheit bringen. Bleibt man zusätzlich dran, kann es den Selbstwert erhöhen und stärken. Dies geht folglich auch einher mit einem verbesserten Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstachtung und Selbstrespekt.
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