Selbstdisziplin oder auch Selbststeuerung ist nicht angeboren oder vererbbar, sondern ein lernbarer Prozess, der in jedem Alter einsetzen kann. Manchmal wird die Selbstdisziplin schon im Kindesalter gestärkt, teilweise tritt sie aber auch erst mit dem Erwachsenenleben ein. Kinder kopieren oft das Verhalten der Eltern. Sind diese selbst sehr diszipliniert, wird es dem Kind einfacher fallen. Selbstdisziplin ist immer erweiterbar, indem man sich mit den eigenen Handlungsweisen auseinandersetzt. Sie sagt aus, dass man sich selbst im Augenblick beherrscht. Sie ist nützlich für unsere Willenskraft, Geduld und das Durchhaltevermögen. Sie gibt uns die Selbstbeherrschung etwas in diesem Moment (nicht) zu tun und damit eine Aufgabe zu erfüllen, unabhängig wie motiviert man zu dieser Aufgabe ist. Einfach ausgedrückt hilft uns die Selbstdisziplin Dinge zu tun, wenn man sie tun muss, ob es einem gerade gefällt oder nicht, denn langfristig wird es sich lohnen.
Selbstdisziplin ist unerlässlich für den Erfolg, sogar mehr als Bildung, da man sich mit der notwendigen Disziplin vieles aneignen kann. So ist auch Willensstärke und Durchhaltevermögen wichtiger als Talent, denn die Selbstdisziplin lässt und an einer Aufgabe dranbleiben. Man lässt sich nicht so schnell entmutigen, als wenn man sich nur auf sein eigenes Talent verlässt. Selbstdisziplin kann die harte Arbeit bis an Ziel fördern.
Viele Außenstehende sehen bei fremden Menschen oft nur den Erfolg, aber nicht die Arbeit, die dahintersteckte um den Erfolg zu verdienen. Oftmals wird der Weg dahin auch versteckt, da er von Rückschlägen, Entbehrung, Niederlagen, Zweifel und Angst geprägt sein kann. Ein erfolgreicher Mensch versucht auch den Erfolg auszustrahlen. Jedoch sind die meisten Ziele nicht ohne Selbstdisziplin erreichbar. Wie viel Selbstdisziplin man bis dahin benötigt, hängt vom Ziel und dessen Schwierigkeitsgrad ab. Selbstdisziplin in der Form von einer harten, ehrlichen (mit sich selbst) und kontinuierlichen Arbeit, lässt uns über unsere eigenen Grenzen hinaus wachsen. Wird diese Arbeit zur Gewohnheit, fällt sie leichter und stützt auch unsere mentale Stärke die Selbstdisziplin anzuwenden.
Selbstdisziplin ist effizient, aber auch anstrengend und erschöpfend. Sie verbraucht Energie und Kraft, sogar deutlich mehr als die Selbstmotivation. Und wir haben nur ein begrenztes Maß von dieser Energie, die die Selbstdisziplin nährt. Daher benötigen wir immer zeitgleich neben der Selbstdisziplin ein gewisses Maß an Selbstmotivation um Ziele zu erreichen und zwar so, bevor die Selbstdisziplin erschöpft ist.
Disziplin kann man sich selbst auferlegen. Man kann dafür sorgen, dass man sie beibehält. Die Selbstdisziplin kommt nur von innen, von dem Wunsch etwas zu tun. Die Selbstdisziplin kann aber mit äußeren Gegebenheiten in Verbindung stehen. Andererseits gibt es auch die Disziplin, die uns von außen auferlegt wird. Man kann daher zwei Formen unterscheiden: die extrinsische Disziplin beschreibt vorgegebene Handlungen, die durch die Außenwelt geprägt werden. Hierbei handelt es sich um Fremddisziplin. Das muss nichts schlechtes sein, kann den Zusammenhalt und die Interaktionen in sozialen Netzwerken, wie Familie oder Freunde fördern. Sie kann aber in diesem Zusammenhang auch bedeuten, dass man sich anpasst, obwohl man z.B. lieber etwas anderes tun würde. Eine extrinsische Disziplin kann auch das Streben nach Macht sein, ein persönlicher Erfolg im Sport oder Beruf. Auch hier passt man sich äußeren Gegebenheiten und Regeln an. Man bekommt den Erfolg nicht geschenkt, sondern muss dafür arbeiten. Ein persönlicher Erfolg kann aber auch intrinsisch geprägt sein. Hier überlappen also beide Disziplinformen. Die intrinsische Disziplin ist die Selbstdisziplin, die mit der Selbstmotivation einhergeht. Man möchte ein Ziel erreichen, wie z.B. im Sport oder Beruf erfolgreich sein. Das Mittelmaß, das sich automatisch einstellt, genügt nicht, man will mehr. Das ist die Motivation. Natürlich macht die Arbeit, das Trainieren oder Lernen, auf dem Weg zum Erfolg nicht immer Spaß. Da greift dann die Selbstdisziplin, die diese Momente überbrückt, bis sich ein weiterer Erfolg einstellt und die Motivation wieder greift. Selbstdisziplin ist daher notwendig um Ziele, aber auch Anerkennung (von außen, oder aber von sich selbst) er erhalten.
Unsere Willenskraft, oder auch Willensstärke, ist direkt mit der Selbstdisziplin verknüpft. Sie bringt uns der Umsetzung unserer Ziele näher, bringt Ausdauer, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit mit sich. Willenskraft steht auch für Tatkraft und Zähigkeit. Sie wird von der eigenen Selbstbeherrschung unterstützt. Allein der Wille reicht aber nicht immer aus um aktiv an Zielen und deren Erreichen zu arbeiten. Dazu muss man doch oft die persönliche Komfortzone, ggf. auch hinderliche Gewohnheiten und auch bekannte Wege verlassen. Damit sich etwas ändert, müssen neue Wege eingeschlagen werden. Dabei sollte man sich nicht ablenken lassen und Widerstand beseitigen bzw. umgehen. Fehlerquellen müssen identifiziert und eliminiert werden. Dazu zählt auch eine ständige Selbstreflektion.
Selbstdisziplin kann uns den Anschub geben, endlich mit einer Aufgabe anzufangen. Oftmals merkt man dann auch, dass sie vielleicht gar nicht so schlimm ist, wie zu Beginn angenommen. Jeder hat mal ein Tief, das ist manchmal auch tiefer und größer. Aber trotzdem kann die Selbstdisziplin raus helfen. Sie besagt z. B., dass man nicht im Bett liegen bleibt, sondern aufsteht und den Kreislauf in Schwung bringt um einen klaren Kopf zu bekommen. Wird die Aufgabe, die aktuell nur mit Selbstdisziplin erfüllt werden kann, zur positiven Gewohnheit, fällt sie nach ein paar Wochen schon deutlich leichter. Dabei sollte man den eigenen Rhythmus beachten und sehen, wo man besonders gut anknüpfen kann.
Daher sind Ziele wichtig. Man sollte immer ein Ziel vor Augen haben, auf das man hin arbeiten will. Es gibt der Arbeit einen Sinn. Ein langfristiges Ziel zu haben, kann also motivieren. Dabei muss nicht eine sofortige Befriedigung eintreten, es soll nicht nur den kurzfristigen Spaß bedeuten oder man sollte auch nicht der Versuchung erliegen, daraus sofort eine Erfüllung zu gewinnen, die am nächsten Tag jedoch verpufft ist und wieder einer inneren Leere Platz macht. Nicht von dieser Versuchung des „schnellen Glücks“ mitgerissen zu werden, sondern ein stetiges Dranbleiben zu verfolgen erfordert Selbstdisziplin. Natürlich können Teilziele helfen, den Weg zu stärken, jedoch sollten sie in einem gleichmäßigen, nicht zu häufigen Abstand vorhanden sein und wirklich als Teile eines größeren Ziels verstanden werden.
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