SELBSTHILFE BEI DEPRESSIONEN – 9 – WIE KANN MAN MIT DER DEPRESSION ZURECHTKOMMEN?

keyboard_arrow_right
keyboard_arrow_right
keyboard_arrow_right
Selbsthilfe bei Depressionen – 9 – Wie kann man mit der Depression zurechtkommen?

Selbsthilfe bei Depressionen – 9 – Wie kann man mit der Depression zurechtkommen?

09.02.2025

Mit einer akuten Depression zurechtzukommen, ist gar nicht so einfach. Eine Depression ist eine Krankheit, die nicht unterschätzt werden sollte. Gesund zu werden, sollte die oberste Priorität haben, unabhängig der eigenen Ansprüche oder der Ansprüche anderer. Auf sich selbst zu achten und nur für sich selbst zu sorgen, mag im ersten Moment egoistisch klingen. Die Kraftressourcen sind jedoch begrenzt und müssen für die Heilung eingesetzt werden. Der Alltag fällt während einer Depression oft sehr schwer. Haushalt und Körperpflege können leiden. Das sind deutliche Merkmale dafür, dass die Kraftressourcen begrenzt sind. Daher empfiehlt sich auch ein Krankenstand statt zu arbeiten, da die Arbeit sehr kraftzehrend sein kann. Im Krankenstand kann sich auf die Heilung konzentriert werden. Diese Maßnahmen sollen den Druck von außen nehmen, so dass geregelt in ein normales Leben zurückgekehrt werden kann. Oftmals empfiehlt es sich auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Insbesondere bei schweren Depressionen. Ein professioneller Helfer kann wie ein Guide von außen wirken und mit dem Betroffenen zusammen den Weg aus der Depression finden. Eine Behandlung kann ganz unterschiedliche aussehen und richtet sich nach den Bedürfnissen und dem Krankheitsverlauf des Betroffenen. Sie kann Medikamente, Therapie und Selbsthilfe umfassen. Selbsthilfe beinhaltet hierbei auch das Eingeständnis der Krankheit und der eigene Wunsch nach Veränderung, also die Veränderung bzw. das Arbeiten am eigenen Mindset. Ein Therapeut oder Mediziner kann die Welt des Betroffenen nicht ändern, aber dabei helfen, wie diese aufgenommen und damit umgegangen wird.



Medizinischer Rat kann während einer Depression oft schwierig sein. So werden Fachbegriffe verwendet oder auch eher über den Patienten geredet als mit dem Patienten. Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, kann während einer Depression besonders schwerfallen. Hierbei sollte jedoch immer das Patientenmitspracherecht beachtet werden. Dazu zählt, dass die eigene Meinung frei geäußert werden darf. Beispielsweise auch, wenn man keine Medikamente nehmen möchte. Ebenso darf bei Fachbegriffen und unverständlichen Aussagen nachgefragt werden. Werden Äußerungen über das eigene Befinden falsch aufgefasst oder wiedergegeben, so sollte das nochmals konkretisiert und berichtigt werden. Allgemein darf immer nach Erklärungen gefragt werden. Der Patient muss ebenso sein Einverständnis für die Behandlung geben. Bei Kindern und Jugendlichen ist dies komplizierter, da hier die Eltern entscheiden können. Jugendliche sollten jedoch auch versuchen, dem Arzt und den Eltern den eigenen Zustand zu erklären und für sich selbst zu sprechen. Liegt Dritten eine Vollmacht zur medizinischen Versorgung vor, so können diese ebenfalls über den Betroffenen entscheiden. Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass Missverständnisse vermeiden werden. Bei dem Gefühl, dass eine Behandlung nicht anschlägt, darf dies offen angesprochen werden. Mediziner und Therapeuten brauchen dieses Feedback, da jeder Patient eine individuelle Behandlung benötigt. Sie gehen erst einmal davon aus: was vielen hilft, kann auch diesem Betroffenen helfen. Das muss jedoch nicht so sein. Dies ist also keine Kritik am Vorgehen des Arztes, sondern eine Rückmeldung über die eigene Lage und deren Behandlung, die dann neu eingeschätzt werden muss.


Auch im Bereich der Selbsthilfe kann es vorkommen, dass manche Strategien und Tipps nicht helfen, da sie entweder nicht umgesetzt werden können oder nicht hilfreich sind. In diesem Fall müssen zusammen mit dem Behandler oder im Rahmen einer Selbsthilfe neue Strategien ausgearbeitet werden. Gleiches gilt für Medikamente. Nicht jedes Medikament (auch pflanzliche Medikamente) schlägt bei Betroffenen gleich gut an. Hierzu müssen ggf. mehrere Medikamentengruppen getestet werden.



Im Rahmen einer Therapie werden viele verschiedene Themen angesprochen und bearbeitet. Ist der Patient noch nicht bereit über ein spezielles Thema zu sprechen, so kann das offen benannt werden. Dann kann ein Therapeut besser einschätzen, warum an dieser Stelle keine oder ausweichende Antworten kommen. So kann ganz allgemein gesagt werden, dass es ein Thema gibt, dieses aber noch nicht besprochen werden kann. Zusammen mit dem Therapeuten sollte ein Plan entwickelt werden, was es benötigt, um dieses Thema angehen zu können. Setzt der Therapeut den Patienten hingegen unter Druck (z. B. mit „Wenn sie nicht drüber reden, kann ich ihnen auch nicht helfen“) und gibt dem Patienten die Schuld am mangelnden Therapieerfolg, ist dies ein eindeutiges Zeichen, dass die Chemie zwischen Patient und Therapeuten nicht passt. In diesem Fall ist anzuraten nach einem anderen Therapeuten zu suchen. Wobei hierzu auch gesagt werden muss, dass der Patient zur Mitarbeit in der Therapie verpflichtet ist. Es obliegt jedoch dem Therapeuten für eine Atmosphäre zu sorgen, in der der Patient sich öffnen kann. Ein guter Therapeut kann dem Patienten erklären, warum die Bearbeitung des Themas wichtig ist, akzeptiert jedoch auch die temporäre Grenze.



Neben einem professionellen Ansprechpartner (Arzt oder Therapeut) kann es hilfreich sein, sich weitere Ansprechpartner in der Partnerschaft, Familie oder im Freundeskreis zu suchen. Auch Selbsthilfegruppen oder Ansprechpartner von sozialen Anlaufstellen (Caritas, Diakonie, Telefonseelsorge, etc.) können genutzt werden. Dabei kann es hilfreich sein, die eigenen Sorgen auf verschiedene Personen zu verteilen, so dass es nicht zur Überlast einer Person kommt.


Ein Partner oder Familie kann beispielsweise auch bei den organisatorischen Erledigungen unterstützen. Sei es darauf zu achten, dass die Krankmeldungen an den Arbeitgeber oder die Liegebescheinigung an die Krankenkasse geschickt werden. Dass Amtsschreiben bearbeitet oder Rechnungen bezahlt werden. Daran hängen oftmals Fristen, die zu Mahnungen und Mahngebühren führen können. Angehörige können helfen die Post zu koordinieren, Bescheinigungen für Krankengeld hochzuladen oder ähnliche Verwaltungsangelegenheiten übernehmen. Für Arbeitgeber und Krankenkassen gilt eine Nachweispflicht ununterbrochen ab dem ersten Krankentag und kann bei Nichtbeachtung zu finanziellen Ausfällen führen. Hat der Betroffene hierzu Hilfe, kann dies entlasten. Hat der Patient eine Zusatzversicherung muss auch diese informiert werden.



Eine Offenlegung des Krankenstandes gegenüber dem Arbeitgeber ist in der Entscheidung jedem Betroffenen selbst überlassen. Psychische Krankheiten sind leider immer noch ein Tabu-Thema, mit dem nicht jeder umgehen kann. Stößt der Betroffene beim Vorgesetzten hingegen auf Verständnis, so kann dies auch Entlastung im Beruf bringen.



Während einer depressiven Phase sollten schwerwiegende Veränderungen, beispielsweise einen Jobwechsel/ Kündigung, Wohnortwechsel, Kontaktabbrüche oder eine neue Beziehung, die eine scheinbare Sicherheit gibt, vermieden werden. Der Fokus sollte erst einmal auf einem selbst und der Genesung liegen. Alles andere kann bis zur Genesung auf Halte gelegt und danach angegangen werden. Gibt es zwingende Ursachen, die direkt in der Verbindung mit der Erkrankung stehen, kann ein solcher Schritt hilfreich sein, sollte jedoch am besten mit einem Therapeuten besprochen werden. Dieser kann mit dem Fachblick von außen hilfreich zur Seite stehen und auf die wichtigen Themen fokussieren.



Als Betroffener gibt es die Möglichkeit sich ein medizinisches und soziales Netzwerk aufzubauen, auf das während schlechter Phasen zurückgegriffen werden kann. Ein solches Netzwerk aufzubauen ist einfacher in Phasen, in denen es dem Betroffenen besser geht. Hierbei zählt vor allem Ehrlichkeit. Die Frage „Wem will ich was erzählen?“ sollte dabei gut durchdacht werden, da sie auch sehr stark mit Vertrauen einhergeht. Die Angst vor Ablehnung oder Stigmatisierung kann hindern. Sich zu öffnen, kann jedoch auch befreiend wirken.


Ein gutes Netzwerk kann helfen Rückfällen vorzubeugen, indem Stress und Überforderung vermieden oder in solchen Phasen darauf aufmerksam gemacht wird. So kann sich ein Betroffener in Form der Selbsthilfe wieder darauf besinnen mehr auf sich selbst zu achten. Rückfälle können minimiert werden, in dem nach der Akutphase erst langsam wieder in den Alltag gestartet wird. Überhöhte Erwartungen nach dem Heilungsprozess sollten vermieden werden. Neu angeeignete und zum Positiven geänderte Einstellungen (z. B Tagesstruktur, Bewegung, Ernährung, Schlaf, etc.) sollten beibehalten und in den neuen Alltag integriert werden. Auch ein Notfallplan, falls sich ein Rückfall anbahnt, kann besonders hilfreich sein. Oftmals hat der Betroffene eigene Frühwarnzeichen, auf die aufmerksam geschaut und bei Bedarf auch der zuständige Facharzt oder Therapeut kontaktiert werden sollte.


KATEGORIEN

BerufDepressionenBehandlungMotivationSpendeProjektmanagementThemenabendBeraterFeiertageLobSparenWahrnehmungSelbsthilfeAllgemeinZeitmanagement

Neuste Beiträge

NÜTZLICHE LINKS

arrow_forward_ios ZUM CHAT arrow_forward_ios WAS TUN IM NOTFALL? arrow_forward_ios BERATER WERDEN arrow_forward_ios RATGEBER

HÄUFIGE FRAGEN

Du kannst hier über deine Probleme und Sorgen schreiben, seien es Krankheit, Depressionen, Mobbing, Trauer oder Liebeskummer oder andere Themen, die dich belasten.


Bitte beachte, wir sind kein Dating-Chat oder ähnliches.


Wir sind ein Kummerchat und bieten dir ein offenes Ohr und unsere Ratschläge und Hilfe. Dabei sind wir wie eine Selbsthilfegruppe organisiert. Du triffst also vermehrt auf User, die selbst Probleme haben. Daneben gibt es unsere Berater, die als Laien direkte Ansprechepartner darstellen.

Falls du allgemeine Probleme beim Einloggen hast, kannst du dich per E-Mail an den Admin wenden (info@kummerchat.com). Er ist für technische Details der richtige Ansprechpartner. Bitte erstelle keinen neuen Account um im Chat nachzufragen (siehe auch Regeln), auch dort wirst du per E-Mail an den Admin verwiesen. 

Ja, der Chat ist 100 % kostenlos. Wir finanzieren uns über Werbung und Spenden.

Ja, du bist hier vollständig anonym. Das Team wird dich niemals auffordern private Daten mitzuteilen. Der Austausch privater Daten (E-Mail, Adresse, Handynummer, etc.), ebenso wie Accountnamen für andere Plattformen ist verboten. Dies dient eurem Schutz, da wir leider Missbrauch feststellen mussten. Falls ein User dich auffordert private Daten zu nennen, verweigere die Antwort, um dich selbst zu schützen. Beachte, dass du nicht mehr anonym bist, sobald du ein Foto von dir als Profilbild online stellst.

Bei der Nutzung des Internets benötigst du eine IP (eine Art „Adresse“), damit du Daten aus dem Internet auf deinem Endgerät nutzen kannst. Diese IP ist für den Admin einsehbar und wird im Hintergrund technisch bedingt benötigt.