Im Folgenden möchten wir einen Einblick in die verschiedenen Arten von Depressionen geben. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Allgemein können unterschieden werden:
- depressive Verstimmung: Gefühl von Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Lust- und Antriebslosigkeit
- depressive Episode: kürzerer Zeitraum bis zur Heilung als bei einer Depression, Episode klingt meist auch ohne therapeutische und medikamentöse Behandlung wieder ab, gleiche Symptome wie bei einer Depression
- rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung: wiederholtes Auftreten einer Depression mit zwischenzeitlichem Abklingen der Symptome
- Anpassungsstörung (auch reaktive Depression oder depressive Reaktion): Reaktion auf einen belastenden Vorfall
- chronische (persistierende) Depression: ununterbrochene Dauer einer Depression von mindestens 2 Jahren
- bipolare Störung/ bipolare Depression: Tiefs und Hochs (veraltet: manisch-depressiv)
- unipolare Depression: starke Tiefs ohne manische Phasen
- endogene Depression (veralteter Begriff): weder körperliche noch psychische Ursache, Ursache von innen, z. B. Stoffwechselerkrankung im Gehirn (z. B. Serotoninmangel) oder genetische Faktoren
- somatogene Depression: Zusammenhang mit einer schweren körperlichen Erkrankung
- Psychogene Depression: mit einem seelischen Anlass verbunden
- Erschöpfungsdepression/ Burn out-Syndrom: beruflicher und/oder privater Dauerstress
- Neurotische Depression (Dystymie): langanhaltendes Gefühl der Traurigkeit, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit über eine lange Zeitdauer, bis zu 2 Jahren, dabei ähnliche Muster wie bei einer Depression, jedoch schwächer ausgeprägt.
- Klimakterische Depression: Frauen in Wechseljahren, hormonelle Veränderung
- Wochenbett-Depression: hormonelle Umstellung nach Entbindung
- Altersdepression: ausgelöst durch geringer werdende Produktion von Botenstoffen im Gehirn, Änderung von Lebensumständen, Verlust der Mobilität, Todesfälle, Einsamkeit
- Winterdepression: häufig durch einen Mangel an Tageslicht und damit verbundener Vitamin D-Produktion
Während die Art der Depression unterschieden wird und ggf. verschiedene Behandlungsmaßnahmen erfordert, kann auch die Schwere einer Depression unterschieden werden. Dabei müssen die Beschwerden mind. für 2 Wochen ununterbrochen vorliegen, um als Depression diagnostiziert zu werden.
Es gibt 3 Hauptsymptome:
- gedrückte, depressive Stimmung
- Interessenverlust und Freudlosigkeit
- Antriebsmangel und Ermüdbarkeit
und 7 Nebensymptome:
- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
- vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
- übertriebene Zukunftsängste oder "Schwarzsehen", negative Zukunftsaussichten
- Suizidgedanken, -Absichten oder -Versuche, Selbstverletzungen
- Schlafstörungen
- verminderter Appetit/ starker Gewichtsverlust, starke Gewichtszunahme
Je nach Schweregrad müssen folgende Symptome vorliegen:
- leichte Depression: 2 Hauptsymptome und 2 Zusatzsymptome
- mittelschwere Depression: 2 Hauptsymptome und 3 bis 4 Zusatzsymptome
- schwere Depression: 3 Hauptsymptome und mind. 4 Zusatzsymptome
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