Bewerbungskosten
Alle Bewerbungskosten, die dir anfallen, beginnend bei Briefpapier und Briefmarken, über Fahrkarten, Kilometer-Pauschale, Kleidung bzw. Reinigung kannst du entweder beim Jobcenter geltend machen, falls du arbeitslos gemeldet bist oder von der Steuer (beinhaltet, dass du in diesem Jahr berufstätig warst/ bist) unter „Werbungskosten“ absetzen.
Bewerbungsfrust
Wenn es nur Absagen hagelt oder gar keine Antworten gibt, führt das mittelfristig oft zu einem Bewerbungsfrust. Es kann daher für dich hilfreich sein Absagen zu hinterfragen. Absagen sind meist nicht persönlich gemeint, sondern haben fachliche Gründe. Vielleicht warst du sogar auch auf Platz 2 und wirst es nie erfahren. Was also fehlt zu Platz 1? Mit diesem Wissen kannst du deine Bewerbungschancen verbessern. Manchmal passt es aber auch einfach persönlich nicht. Das merkt man jedoch meist erst in einem Gespräch. Selbst wenn du es dir noch vorstellen kannst, hat der zukünftige Chef dazu wohl andere Ansichten.
Schaue täglich nach neuen Jobangeboten. Ist eine Stellenausschreibung schon älter oder du wartest bis zum Bewerbungsschluss, kann es sein, dass du nicht mehr berücksichtigt wirst, weil der Bewerbungsprozess dank vieler Bewerbungen schon weit fortgeschritten ist. Bewerbe dich daher lieber so schnell wie möglich. Achte darauf, dass deine Bewerbung ansprechend geschrieben ist und lass den Bewerbungsfrust nicht an einer neuen Bewerbung aus. Das fördert nur weitere Absagen und noch mehr Frust. Bleibe also dabei trotzdem gründlich für dein Bewerbungsschreiben zu recherchieren.
Es kann auch weitere Gründe für Absagen geben, die vielleicht als einzigen Punkt nicht stören aber im Gesamtbild nicht passen. Diese werden dann oft auch nicht benannt:
- Tippfehler werden als Desinteresse an der Firma oder schlampiges Arbeiten im Allgemeinen interpretiert.
- Ist der Ansprechpartner falsch geschrieben, ist das meist ein direktes Aus.
- Sei lieber bescheiden als zu Kritik üben, auch wenn sie gerechtfertigt wäre. Wer den zukünftigen Chef kritisiert hat selten gute Chancen.
- Zeige keine Selbstüberschätzung oder rechthaberisches Auftreten. Das wirkt unsympathisch und arrogant. Also niemand mit dem man gerne zusammenarbeiten möchte.
- Versuche nicht mit Lappalien glänzen wollen. Das zeigt nur, dass du deinen eigenen Marktwert/ deine Position nicht kennst, und dich mit etwas als herausragend hinstellen möchtest, was es nicht ist. Besser ist es mit Spezialwissen und Betriebsabläufen zu glänzen. Frage dich, was gehört wirklich zur Kompetenz der Stelle? Ist das nicht möglich nutze lieber eine höfliche Bescheidenheit.
- Falle positiv auf, aber steche nicht unangenehm heraus. Versuche nicht um jeden Preis aufzufallen. Da bleibt man meist nur negativ in Erinnerung.
- Die Optik passt nicht, z.B. Pircings oder Tattoos.
- Man entspricht nicht dem Wunschkandidat.
- Der Chef ist cholerisch und man benötigt jemanden mit genügend mentaler Stabilität. Diese mentale Stärke wurde nicht erkannt.
- Die Gruppe braucht frischen Wind und der Kandidat muss entsprechend energisch sein. Man erscheint eher traditionell und nicht kreativ.
Top NoGos/ Die schädlichste Fehler in Bewerbungsgesprächen:
- Desinteresse
- Negative Äußerungen über den jetzigen oder ehemaligen Arbeitgeber
- Arroganz
- Unpassende Kleidung
- Nicht sinnvolle Gesprächsführung, sowohl als Fragen des Bewerbers als auch ungenaue Antworten
- Mit 43 seine Mutter zum Gespräch mitbringen
- Auf die Toilette flüchten und nie zurückkommen.
- Den Gesprächsführer hetzen weil man keine Zeit für ein langes Bewerbungsgespräch hat
- Annäherungsversuche an den Gesprächsführer.
- Während des Gesprächs an sein Handy gehen.
- Während des Gesprächs in der Nase bohren.
- In Sport- oder Schlabberklamotten kommen – und dann auch noch sagen, dass man sich darin eben wohler fühlt.
- Mit Kompetenzen angeben wo keine sind.
- Rauchen mitten im Bewerbungsgespräch.
- Betrunken zum Gespräch erscheinen.
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Es gibt das sogenannte Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dieses dient der Anti-Diskriminierung: “Ziel ist es, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.” Was zuerst einmal gut klingt, kann aber auch viele Hürden haben, erschwert das Bewerbungsverfahren und die offene Kommunikation. Beispielsweise werden Stellen intern neu besetzt, müssen aber offiziell öffentlich ausgeschrieben werden. Es gibt sogar Bewerbungsgespräche um den Schein zu wahren, jedoch hatte der Bewerber nie eine reale Chance. Und am Ende erfährt der Bewerber nicht mal, warum er/sie abgelehnt wurde.
Oftmals wird daher verschwiegen, wen man sich als Wunschkandidaten wünscht, die Stelle lieber von einem Mann oder einer Frau besetzt werden soll. Natürlich hat der zukünftige Chef eine gewisse Vorstellung über den Kandidaten, die er jedoch nicht benennen oder fordern darf. Man denke da auch an geschlechterspezifische, sensible Themen; oder ob man sich lieber einen älteren oder jüngeren Kandidaten wünscht. Auch körperliche Voraussetzungen werden daher oft verschwiegen. All das kann jedoch am Ende zur Ablehnung führen, die meist mit einem Mangel an fachlicher Kompetenz oder Sympathie im Gespräch begründet wird.
Es gibt beispielsweise auch bei manchen Stellen die Vorgabe, dass bei gleicher Eignung eine Frau einzustellen ist. Überzeugt jedoch keine Frau richtig, weil sie beispielsweise sozial nicht in die bestehende Gruppe gepasst hätte, kann es passieren, dass eine Stelle gar nicht besetzt wird und die Männer erhalten trotzdem eine Absage. Was also erst mal als Frauenförderung gut klingt, erschwert auch kompetenten Männern den beruflichen Erfolg, weil eine Bevorzugung keine Gleichberechtigung mehr ist.
Bewertungen in Arbeitszeugnissen
Ein einfaches Arbeitszeugnis gibt nur eine Aussage über Art der Beschäftigung und Dauer. Es werden meist keine Qualifikationen und Bewertungen genannt. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält Phrasen, die einer Benotung entsprechen. Die Bewertungen in Arbeitszeugnissen sind verschlüsselt und enthalten feststehende Phrasen, die entsprechend eine Bewertung des Mitarbeiters angeben. Diese lassen sich sehr gut online unter dem Schlagwort „Formulierung Arbeitszeugnis“ recherchieren.
Aber auch bei den Benotungen gibt es Pflichten, Ansprüche und Grenzen: Wenn der Arbeitgeber ein Zeugnis mit der Note 3 ausstellt, ist der Arbeitnehmer in der Pflicht, eine bessere Note und Leistung nachzuweisen. Stellt der Arbeitgeber ein Zeugnis schlechter als Note 3 aus, ist er in der Nachweispflicht gegenüber dem Arbeitnehmer. Hierbei kann auf Unterlagen von jährlichen Mitarbeitergesprächen zurückgegriffen werden. Ein Endzeugnis muss in Anlehnung an ein Zwischenzeugnis geschrieben werden und darf nur in begründeten Fällen davon abweichen. Dort enthaltene Fakten dürfen nicht ignoriert werden. Ein Arbeitszeugnis soll „im Rahmen der Wahrheit wohlwollend“ formuliert sein. Wobei auch nett klingende Worte als mangelnde Leistung interpretiert werden. Grobes Fehlverhalten sollte vorab angesprochen sein, z.B. im Sozialverhalten. Der Mitarbeiter sollte bei seinem Zeugnis nicht aus allen Wolken fallen und eine starke Diskrepanz zwischen den Besprechungen mit seinem Chef und seinem schlechteren Arbeitszeugnis vorfinden.
Der erste Absatz des Arbeitszeugnisses liefert die Fakten über den Mitarbeiter, wie Name, Länge des Arbeitsverhältnisses und Position. Der Mittelteil des Zeugnisses umfasst die allgemeine Tätigkeit und eine Benotung des Mitarbeiters. Die Schlussformel bildet den letzten Eindruck des Arbeitszeugnisses und ist daher nochmal von besonderer Bedeutung. Sie kann den bisherigen positiven Gesamteindruck nochmal verstärken bzw. abrunden. Sie kann aber auch als ein Aber wirken und die bisherigen Aussagen ins Negative ziehen. Eine Schlussformel ist nicht zwingend notwendig oder verpflichtend für den Arbeitergeber, zeigt aber nochmal deutlich seine Meinung.
Es ist also insgesamt sehr wichtig, auf die Formulierungen in Phrasen, aber auch allgemein in der Art wie der Text geschrieben wurde, zu achten. Fühlt man sich zu Unrecht schlecht bewertet, und hatte der Chef zuvor nichts angesprochen, so sollte man das Gespräch suchen. Man kann sich dagegen auch juristisch wehren. Stellt eine Ausdrucksweise beispielhaft Untreue oder Diebstahl dar, so muss dies auch bewiesen sein und darf nicht auf einer reinen Vermutung beruhen. Ist ein Arbeitszeugnis unvollständig oder im Durchschnitt schlechter als Note 3, kann man es zurückweisen und eine Überarbeitung verlangen. Ebenso sollen keine Unwahrheiten, missverständliche Formulierungen oder Rechtschreibfehler enthalten sein. Weiterhin dürfen gewisse Aspekte nicht im Arbeitszeugnis stehen, beispielsweise Kündigungsgrund, Gehalt, Gewerkschaftstätigkeit, Nebentätigkeiten, Schwangerschaft oder Konfession. Ein Anspruch auf Korrektur besteht jedoch nur bis nach spätestens 15 Monaten.
Quellen
Fluss, Joseph. BEWERBUNG - die perfekte Bewerbung schreiben: Das Buch, mit dem Sie lernen, andere von sich zu überzeugen, um Ihren Traumjob zu ergattern (mit exklusiven ... Anschreiben & Lebenslauf) (German Edition). Kindle-Version.
Momaroni , Stefano. Das Geheimnis erfolgreicher Bewerbungen: Anleitung zum perfekten Lebenslauf und Anschreiben (German Edition). Kindle-Version.
Kirch, Lukas. Der perfekte Lebenslauf in nur 90 Minuten: Eye-Tracking, Insider-Wissen: Darauf kommt es beim Lebenslauf an! (Bewerbung? Nichts leichter als das!) (German Edition). Kindle-Version.
Rahe, Christian B.. Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst ... geeignet für Quereinsteiger (German Edition). Kindle-Version.
Barwell, John R. N.. Bewerbung mit Erfolg: So meisterst du dein Job-Interview und sicherst dir deinen Traumjob (German Edition). Kindle-Version.
Barden, Julia. Erfolgreich bewerben von Anschreiben über Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch - überzeuge jeden Personaler (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. Bewerbung richtig schreiben: Mit Lebenslauf & Motivationsschreiben verkaufen statt nur online & offline bewerben, Bewerbungsgespräche führen dank perfekten Anschreiben & Vorlagen (German Edition). Kindle-Version.
Traxler, Thomas. 10 Schritte zum Traumjob: Ein persönlicher Wegweiser durch den kompletten Bewerbungsprozess (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. Recruitingwissen für Jobsucher: Kriterien der Bewerberauswahl, Initiativbewerbung schreiben, Einstellungstests, Auswahlverfahren, Arbeitszeugnis, Online-Reputation, Jobinterview (German Edition). Kindle-Version. à amüsant aber weniger hilfreich
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