RUND UM DIE JOBSUCHE – 1 – WAS GIBT ES ZU BEACHTEN?

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Rund um die Jobsuche – 1 – Was gibt es zu beachten?

Rund um die Jobsuche – 1 – Was gibt es zu beachten?

19.06.2022

Jobsuche

 

Du bist auf der Suche nach einem neuen Job, weißt aber noch nicht so richtig was? Stelle dir vorab Fragen und schreibe sie dir und die Antworten am besten auf. Was sind Dinge, die dir Spaß machen? Was liegt dir? Z.B. eher etwas Handwerkliches oder doch lieber ein Bürojob? Wo möchtest du persönlich hin? Wie soll deine Zukunft aussehen? Möchtest du langfristig eine Position mit Verantwortung? Was möchtest du in Zukunft tun? Welche Softskills machen dich als Person aus? Welche berufliche/ fachliche Expertise hast du? Und was kannst du darüber hinaus?


Wenn du dir unsicher oder unentschlossen bist, das Gefühl hast festzustecken, kannst du auch Familie und Freunde fragen, wie sie dich dabei einschätzen. Frage jedoch nur Leute, von denen du denkst, dass sie dich wirklich unterstützen möchten. Jemand, der deine Träume und Vorhaben von Beginn an klein redet, ist hier der falsche Ansprechpartner. Du kannst auch eine Berufsberatung machen. Diese gibt es beispielsweise kostenfrei über die Arbeitsagentur oder auch kostenpflichtig von privaten Anbietern oder Instituten. Letztere nehmen sich jedoch oft mehr Zeit und ergründen dein Potential in mehreren Terminen, so dass du selbst auch sicherer in deiner Wahl und nicht von außen gelenkt wirst.


 

Telefonat vor der Bewerbung

 

Eine Stellenbeschreibung kann nicht immer eindeutig, vollständig oder genau sein. Bist du dir unsicher, ob die ausgeschriebene Stelle zu dir passt, lohnt sich daher ein Vorabtelefonat. Schreibe dir im Vorfeld konkrete Fragen dazu auf. Ein solches Telefonat dient nicht zum Schwafeln oder einem „Mal gucken, was der so erzählt“. Damit würdest du negativ auffallen. Hast du jedoch konkrete Fragen zur Stelle und kannst diese vielleicht sogar begründen oder mit positivem Feedback darauf antworten, kannst du gleich Pluspunkte sammeln und bleibst positiv in Erinnerung. Auch eine Aussage wie, „Vielen Dank für das Telefonat, ich lasse Ihnen meine Unterlagen in den nächsten Tagen zukommen.“, kann dich dann wieder positiv ins Gedächtnis rufen.


Das Gespräch sollte also nur genutzt werden, wenn man mehr Information zur Stellenausschreibung benötigt. Am Ende des Telefonats solltest du möglichst deine Fragen beantwortet haben und zu einer Entscheidung kommen, ob du dich auf diese Stelle bewerben möchtest. Hast du die geeigneten Qualifikationen? Interessiert dich der Job? Passen die Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Gehalt, etc.). Nach dem Vorabtelefonat und den weiteren Informationen solltest du in der Lage sein, dein Anschreiben entsprechend individuell und motiviert zu gestalten.


Ein eingehender Anruf hat eine höhere Priorisierung und einen besseren Eindruck als eine E-Mail und steigert deine Chance auf Erfolg. Eine E-Mail kann im Posteingang völlig untergehen oder vergessen werden. Ein Telefonat beugt hingegen auch Missverständnissen vor und hat eine höhere Informationsdichte. Es können auch spontan Rückfragen zum Gesagten gestellt werden. Zusätzlich hört dich der Personaler oder zukünftige Chef und kann sich bereits einen ersten Eindruck machen. Daher solltest du dieses Telefonat vorbereiten und dir entsprechend Zeit dafür nehmen. Denn dies ist schon ein Schritt der Bewerbungsphase.


Führe ein solches Gespräch besser nicht montagsfrüh, am Freitagnachmittag oder in der Mittagszeit. Da sind viele zu beschäftigt oder fühlen sich in der Pause gestört. Das wirkt zu aufdringlich und verständnislos für deren Arbeit.


Stelle zu Beginn des Telefonats sicher, dass du den richtigen Ansprechpartner am Telefon hast und nenne dein Anliegen bezüglich der ausgeschriebenen Stelle. Frage deinen Ansprechpartner ob er Zeit für das Telefonat hat. Das wirkt höflich. Falls nicht, frage nach einem Termin.



Telefonat nach der Bewerbung

 

Hast du dich auf eine Stelle beworben, aber keine Eingangsbestätigung erhalten, so kontrolliere zuerst deinen Spamfilter der E-Mails. Ist auch dort keine Rückmeldung und die Bewerbung ist mind. zwei Wochen her, so lohnt es sich höflich nachzufragen. Am besten per Telefon, damit ein E-Mail-Problem ausgeschlossen werden kann. Bei einer Initiativbewerbung ist es höflicher zu warten, da du dich nicht auf eine ausgeschriebene Stelle beworben hast. Es hat also niemand deine Unterlagen angefordert, muss sich nun aber trotzdem drum kümmern. Das kann daher etwas länger dauern. Eine zu schnelle Anfrage könnte als lästig empfunden werden. Scheue dich aber deswegen nicht, es trotzdem mit einer Initiativbewerbung zu probieren. Du kannst dabei nur gewinnen.


Hast du eine Eingangsbestätigung erhalten, so kannst du telefonisch das weitere Vorgehen und auch den zu erwartenden Zeitrahmen erfragen, wenn er nicht angegeben ist. Das kann wichtig werden, wenn du dich z.B. zwischen zwei Jobangeboten entscheiden musst oder an eine längere Kündigungsfrist gebunden bist.


Hast du schon einen festen Termin erhalten zu einem Telefoninterview oder einem Bewerbungsgespräch, so solltest du ein zusätzliches Telefonat nur nutzen, wenn dies gefordert wurde oder dringend notwendig ist, z.B. wegen einer Terminverschiebung.


Bitte beachte bei allen Fragen, dass Personaler auch Menschen sind, die noch andere Aufgaben zu erledigen haben. Belästige sie daher bitte nicht per E-Mail oder Telefon. Gib ihnen auch Zeit sich auf einen Termin mit dir vorzubereiten, wenn dein Anruf ungelegen kommt.



Arbeitsvermittler

 

Arbeitsvermittler (auch „Headhunter“ im beruflichen Kontext) sind keine Zeitarbeitsfirmen oder Arbeitnehmerüberlassungen, sondern eher wie eine Art Makler oder Koordinator zu verstehen. Ein Arbeitsuchender kann einem Arbeitsvermittler Unterlagen wie z.B. Lebenslauf und Ausbildungszertifikate zukommen lassen und der Arbeitsvermittler stellt deine Unterlagen dann passenden Unternehmen vor. Er übernimmt damit einen Teil der Jobsuche. Dabei kommt es häufig vor, dass ein Headhunter erst mal nicht dir Firma nennt, die ihn engagiert hat. Er kam immerhin auf dich zu und du hast nicht ihn engagiert. Jedoch kann er immer Region des Standortes der Firma, Branche und Unternehmensgröße genannt werden. Ob aber dabei der Job herauskommt, den man selbst präferiert, bleibt abzuwarten. Da hilft parallel selbst suchen immer noch am besten.


Private Arbeitsvermittler gibt es für unterschiedliche Bereiche. Ist man länger als 6 Wochen arbeitslos kann die Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) oder Jobcenter auch einen Vermittlungsschein für einen Arbeitsvermittler ausstellen. Oftmals sind die Vermittlungen kostenfrei für den Bewerber, jedoch sollte man sich im Vorfeld auch dazu erkundigen. Gebühren können auch vom Arbeitgeber oder dem Staat finanziert werden. Das Jobcenter ist, genau genommen, ein Arbeitsvermittler im öffentlichen Dienst.


Arbeitsvermittler können auch beim Erstellen bzw. Überarbeiten eines Lebenslaufs oder eines Anschreibens helfen. Sie können Vorbereitungen und Beratungen durchführen. Sie werden jedoch nicht deine Aufgaben erledigen, dich entsprechend vorzubereiten. Aber sie können dich dahingehend beraten und mit dir üben.


Es ist keine Schande nach Hilfe bei der Suche des Traumjobs zu fragen. Familie, Freunde, Kollegen oder auch Personalvermittler können mit Ideen und Gespräche eine gute Hilfe sein, sich selbst und den richtigen Job zu erkennen. Im Gespräch können neue Schlagworte für eine Suche hervortreten oder sie können eine mentale Stütze sein. Gerade Arbeitsvermittler oder Beratungsinstitute haben einen großen Wissensschatz in diesem Bereich und können auf sehr viel Erfahrung zurückgreifen.



Initiativbewerbungen

 

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung in einer Firma, obwohl keine Stelle ausgeschrieben ist. Für Praktikumsstellen ist sie immer gut, da diese seltener ausgeschrieben werden. Jedoch sollte man sich nicht zu kurzfristig bewerben, da gerade größere Firmen keine Zeit haben sich darauf einzustellen. Die Initiativbewerbung kommt ungefragt rein. Je nach Firma und Umfang sind ca. 2-6 Monate vor dem Beginn eine gute Zeitspanne für die Initiativbewerbung. Es ist immer gut sich vorher zu informieren, ob der Wunscharbeitgeber Initiativbewerbungen zulässt. Manche Arbeitgeber mögen es nicht, weil es die gesamte Planung durcheinander bringt. Manche Firmen haben diese Info auf ihrem Internetauftritt. Man kann aber auch anrufen oder eine E-Mail schreiben.


Initiativbewerbungen können eine Art Geheimtrick sein, auch wenn gerade keine konkrete Stelle ausgeschrieben ist. Große Firmen bieten das sogar regulär an. Bei mittelständigen Unternehmen kann man dies ebenfalls tun, auch wenn dies nicht explizit erwähnt wird. Die Vorgehensweise von Anschreiben und Lebenslauf ist bei einer Initiativbewerbung gleich zu einer regulären Bewerbung. Ob es jedoch zu einem Vorstellungsgespräch kommt, hängt insgesamt mit etwas Glück zusammen, ob gerade neue Mitarbeiter in diesem Bereich gesucht werden.


 

Stellenanzeigen


Manche Unternehmen schreiben nur über die eigene Homepage Stellen aus. Daher kann es sich auch lohnen, gezielt auf dem Webauftritt von Firmen nachzusehen. Wenn dich eine große Firma interessiert, durchstöbere deren Webauftritt nach Informationen.


Neben Printmedien, Fachzeitschriften und Jobbörsen, bieten die einschlägigen Suchmaschinen online eine große Auswahl von Stellen angeboten. Es kann teilweise langwierig sein, sich durchzusuchen, aber lohnt sich meist auch.


Ansonsten kann man sich beispielsweise selbst online anbieten (wo einen z.B. ein Headhunter findet). Dazu sollte man das eigene Profil anderen, insbesondere Firmen, zugänglich machen. Das können seriöse soziale Medien sein (z. B. Xing oder LinkedIn), bei Jobbörsen (z. B Stepstone oder Indeed) oder bei der Jobbörse der Agentur für Arbeit. Achte darauf, dass dein Profil vollständig und seriös ist. Am besten hast du dort auch eine Kontaktmöglichkeit hinterlegt, z. B. eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.



Onlinebewerbungen

 

Schickst du deine Bewerbung per E-Mail ab, so achte auf einen aussagekräftigen Betreff. Die E-Mail sollte im Postfach (positiv) auffallen. Am besten hängst du deine Unterlagen in einer Datei als PDF an. Benenne die Datei mit deinem Namen. Die Dateigröße sollte am besten 3 MB nicht überschreiten, das macht weniger technische Probleme. In der E-Mail sollten in Kurzfassung die wesentlichen Argumente deiner Bewerbung stehen (nicht mehr als 5 Sätze) und dein Wunsch nach einem Vorstellungsgespräch. Benutze dazu auch die offizielle Anrede zu Beginn und Grußformel am Ende. In die Fußzeilen der E-Mail gehören Namen, Anschrift und Kontaktdaten.




Bewerbungsportale

 

Manche Firmen bieten eigene Bewerbungsportale online an. Hierzu dient eine Eingabemaske, die entsprechend ausgefüllt werden muss. Achte darauf, dass deine Angaben komplett sind und keine Tippfehler enthalten. Passen nicht alle Informationen in ein Feld, schaue ob es ein Bemerkungsfeld gibt, in das du weitere Informationen ergänzen kannst. Dort kannst du z.B. auch ein gut gepflegtes Onlineprofil angeben.




Quellen


Fluss, Joseph. BEWERBUNG - die perfekte Bewerbung schreiben: Das Buch, mit dem Sie lernen, andere von sich zu überzeugen, um Ihren Traumjob zu ergattern (mit exklusiven ... Anschreiben & Lebenslauf) (German Edition). Kindle-Version.


Momaroni , Stefano. Das Geheimnis erfolgreicher Bewerbungen: Anleitung zum perfekten Lebenslauf und Anschreiben (German Edition). Kindle-Version.


Kirch, Lukas. Der perfekte Lebenslauf in nur 90 Minuten: Eye-Tracking, Insider-Wissen: Darauf kommt es beim Lebenslauf an! (Bewerbung? Nichts leichter als das!) (German Edition). Kindle-Version.


Rahe, Christian B.. Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst ... geeignet für Quereinsteiger (German Edition). Kindle-Version.


Barwell, John R. N.. Bewerbung mit Erfolg: So meisterst du dein Job-Interview und sicherst dir deinen Traumjob (German Edition). Kindle-Version.


Barden, Julia. Erfolgreich bewerben von Anschreiben über Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch - überzeuge jeden Personaler (German Edition). Kindle-Version.


Janson, Simone. Bewerbung richtig schreiben: Mit Lebenslauf & Motivationsschreiben verkaufen statt nur online & offline bewerben, Bewerbungsgespräche führen dank perfekten Anschreiben & Vorlagen (German Edition). Kindle-Version.


Traxler, Thomas. 10 Schritte zum Traumjob: Ein persönlicher Wegweiser durch den kompletten Bewerbungsprozess (German Edition). Kindle-Version.


Janson, Simone. Recruitingwissen für Jobsucher: Kriterien der Bewerberauswahl, Initiativbewerbung schreiben, Einstellungstests, Auswahlverfahren, Arbeitszeugnis, Online-Reputation, Jobinterview (German Edition). Kindle-Version. à amüsant aber weniger hilfreich

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