PASSENDE HILFE SUCHEN UND FINDEN – DIAGNOSEN

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Passende Hilfe suchen und finden – Diagnosen

Passende Hilfe suchen und finden – Diagnosen

10.06.2022

Im Verlauf der Therapie wird ein Mediziner oder Therapeut eine Diagnose stellen. Alternative Helfer können hier möglicherweise einen Verdacht aussprechen, jedoch sollten Diagnosen immer von Fachleuten gestellt werden. Eine Diagnose kann erst einmal erschreckend wirken, jedoch kann sie auch das Bewusstsein für das Problem bzw. die Krankheit des Patienten fördern. Für manche mag es auch befreiend wirken, da sie nun endlich wissen, was mit ihnen los ist. Eine Diagnose kann auch ein weiterer Schritt auf dem Weg der Hilfe bedeuten: eine Diagnose ist eine Akzeptanz des Jetzt. Auf ihr kann man den weiteren Weg aufbauen und eine Hilfe für die Zukunft erarbeiten. Bei Diagnosen ist zu beachten, dass man sie mit großen Schubladen vergleichen kann. Bei einer Krankheit mögen viele Symptome über viele Patienten gleich auftreten. Jedoch ist jeder Patient auch individuell mit einer eigenen Vergangenheit und einer eigenen Krankheitsgeschichte. Diese sollte vom Helfer immer berücksichtigt werden. Eine Diagnose ist also eher eine grobe Richtung, in der es weiter geht. Teilweise können auch mehrere Diagnosen zeitgleich vorliegen. Problematisch kann hingegen wirken, wenn sich der Patient auf die Diagnose reduziert und in seiner Krankheit verliert. Hier sollte ein Helfer eingreifen und ein entsprechendes Krankheitsbewusstsein mit dem Patienten erarbeiten. Manche Patienten wollen krank sein. Sie sind begierig auf jede neue Diagnose, die doch beweist, wie schlecht es ihnen geht. Wird der Helfer daher öfter gewechselt um nach Möglichkeit auch eine neue Diagnose zu bekommen, so steht hier die Krankheit, aber nicht die Heilung im Vordergrund. Hier werden durch den Helfer die Vorteile einer zwischenmenschlichen Zuwendung und die erhaltene Aufmerksamkeit ausgenutzt. Oftmals ruht sich der Patient dann auf der Krankheit auf, da er die erhaltene Aufmerksamkeit schätzt. Eine Mitarbeit zur Heilung ist eher gering. Diese Abläufe können beim Patienten unterbewusst geschehen. Der Patient hat das Gefühl krank sein zu müssen, bei allem, was in seinem Leben passiert ist. Ein normales, glückliches Leben ist für ihn nicht vorstellbar. Hier können Diagnosen sogar schädigend wirken und einen gewissen Teufelskreis auslösen. Ein guter Helfer erkennt das, insbesondere wenn das Verhalten des Patienten schon länger andauert. Er wird hier mit Diagnosen vorsichtiger sein.


Diagnosen können sich im Laufe der Therapie ändern, gerade wenn eine Therapie über mehrere Jahre anhält, da auch das geführte Leben in diesen Zeiträumen Änderungen unterliegt. Die Vergangenheit prägt den Patienten und kann dadurch Probleme oder Krankheiten mit in die Gegenwart ziehen. Aber auch aktuelle Situationen können neue Probleme mit sich bringen. Oftmals kann sogar eine Verknüpfung zwischen beiden bestehen. Wichtig ist, dass alle Themen in einer Therapie angesprochen werden können, so dass eine Milderung der Situation eintreten kann.


Je intensiver eine Krankheit ist und je verstrickter der Patient in seinem negativen Verhalten, desto mehr Spezialisierung kann durch den Helfer erforderlich sein. Daher gibt es z.B. spezielle Kliniken bzw. Stationen (z.B. Sucht oder Essstörungen), die eine Hauptdiagnose behandeln. Nebendiagnosen (z. B. Depressionen) werden natürlich ebenfalls berücksichtigt, diese sind jedoch eher eine Begleiterscheinung. Wird die Hauptdiagnose gezielt behandelt, können auch die Nebendiagnosen gemildert oder geheilt werden.


Ein passendes Verständnis des Patienten zu einer Therapie muss gegeben sein. Eine Therapie hilft nicht von außen, sondern sie will die Selbstheilung fördern. Es soll ebenfalls keine Abhängigkeit bestehen, sondern ein Weg in die Selbstständigkeit, d.h. ein selbstständiger, positiver Umgang mit Problemen, gefördert werden. Eine Abhängigkeit hindert die Selbstständigkeit und kann in Stress umschlagen, insbesondere wenn die Therapiestunden auslaufen. Eine Therapie soll daher die Einstellung und das Handeln des Patienten positiv beeinflussen, um mit verschiedenen Lebenssituationen besser umgehen zu können. Und das kann ein Mensch immer nur selbst bestimmen und beeinflussen. Der Helfer zeigt also einen Weg auf und leitet den Patienten an. Es liegt beim Patienten diese Hilfe anzunehmen und die Aktionen umzusetzen. Die gefühlte Ohnmacht vor Problemen soll aufgehoben werden. Der Helfer ist also ein Prozessbegleiter. Er nimmt den Patienten an die Hand, bis dieser wieder alleine laufen kann. Ziel sind stressfreie Zustände, mehr Lebensqualität, ein besserer Selbstwert und ein besseres Selbstbewusstsein.




Quellen:

Herejk, Andreas. Wie man gute Therapeuten und Berater findet: Was Sie wissen müssen, wenn Sie am Psychomarkt gute Hilfe finden wollen (German Edition). Kindle-Version (2018)

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