Spürt man bei einem speziellen Thema plötzlich einen starken Lernwiderstand, kann es helfen sich zuerst einer anderen Aufgabe oder einem anderen Lernkapitel zu widmen. Teilweise bauen Buchkapitel aufeinander auf, das muss jedoch nicht zwingend so sein. Ist das Kapitel sehr trocken geschrieben oder vielleicht auch sehr mathematisch und man versteht die Anwendung dahinter erst einmal nicht, kann es hilfreich dieses Kapitel zu überspringen. Man beginnt einfach mit dem Folgekapitel. Somit kommt man besser ins Lesen rein und es kann auch deutlich interessanter sein. Wahlweise kann man die Lerninhalte auch erst einmal tauschen und schauen, welches Kapitel einen den gerade anspricht. Benötigt man in diesem Kapitel nun Vorwissen aus dem vorherigen öden Kapitel, so bekommt dieses öde Kapitel nun für einen selbst einen Sinn, denn nur damit kann man das doch viel interessantere Folgekapitel verstehen. Man kann sich also selbst mit dem Lernstoff nochmal auf eine neue Art motivieren. Und man gibt nicht einfach in einem öden Kapitel auf und verpasst den interessanten Rest. Ein solches Vorgehen mag erst mal sehr ungewohnt sein und ein seltsames Gefühl beim Lesen machen, kann aber trotzdem zum Ziel führen.
Während des Lernprozesses sind Gedächtnisleistung und Gedächtnisstützen besonders wichtig. Hierzu kann die Visualisierung von Lerninhalten, also das bildliche Vorstellen helfen, da Inhalte oftmals über Bilder einfacher zu merken sind, als über abstrakte Wörter. In einem Bild wird zeitgleich im Gehirn eine Struktur verankert und es werden mehr Gehirnzellen angesprochen. Liegt erst einmal eine Information als Anker oder Anknüpfpunkt vor, so kann neues Wissen einfacher damit verknüpft werden, als wenn sie selbst zu einem neuen Anker werden muss. Fakten ohne Bezug lassen sich daher nur sehr schlecht merken. Entsprechend feste Ankerpunkte, die man automatisch und sicher immer wieder abrufen kann, können auch gegen Prüfungsangst helfen. Sie sind in der Tat der Anker, an dem wir uns festhalten können und auf den sich alles Weitere aufbaut. Haben wir unseren Anker gefunden, kommt man automatisch in einen Wissens-Flow, einen Ablauf der darauf aufgebaut ist. Das Wissen ist da und darüber findet man auch den Zugriff.
Lernen ist ein Prozess, der auf Übung und Wiederholung basiert. Daher sollen neue Lerninhalte regelmäßig wiederholt werden. Was wir nicht wiederholen, vergessen wir auch langfristig wieder. Wiederholungszyklen sind sinnvoll am Folgetag nach dem Neulernen, nach weiteren 3 und 10 Tagen und nochmal 1 und 3 Monate danach.
Auch Lerngruppen können sowohl zum Neulernen als auch zum Wiederholen eingeplant werden. Wenn man anderen etwas beibringen oder erklären will, denkt man Themen auf eine neue Art durch, die einem hilft, das Gelernte besser zu verstehen und zu festigen. Auch Nachhilfe (man sollte aber in dem Thema sicher sein) kann hilfreich sein, das eigene Wissen zu festigen. Zusätzlich kann Nachhilfe das Taschengeld etwa aufbessern. Ein Lernpartner muss nicht zwingend ein Mitschüler oder Fachexperte sein. Auch die Familie bis hin zu den Großeltern, Freunde oder Bekannte können als Lernpartner dienen. Da sie vermutlich keine Fachexperten sind, muss ihnen das Thema in einfachen Worten verständlich erklärt werden. Wenn einem das gelingt, kann man sicher sein, das Gelernte nicht nur verstanden zu haben, sondern auch weitergeben zu können. Zuletzt stärken Lerngruppen auch die Sozialkompetenz.
Niemand kann ständig lernen. Daher ist es genauso wichtig Pausen einzuplanen, in denen es zu Entspannung, aber auch zu Bewegung kommt. Entspannung hilft uns wieder mit uns selbst ins Gleichgewicht zu kommen und eine positive Einstellung zu gewinnen. Man lässt aktiv den Stress abfallen. Auch kleine Entspannungsübungen vor den Lerneinheiten können sich sehr positiv auf das nachfolgende Lernen auswirken. Nimm dir wenige Minuten, in denen du versuchst aktiv den Stress loszulassen, denn unter Stress lässt es sich nicht gut lernen, bzw. das Gelernte bleibt auch nicht so gut hängen. Stress regt Gehirnareale an, die wir fürs Lernen nicht brauchen und nimmt uns damit Arbeitsspeicher weg. Auch kleine Lernpausen können zur Entspannung genutzt werden, in der unser Gehirn eine Verschnaufpause bekommt und das aufgenommene Wissen erst einmal „verdauen“ und „ablegen“ kann.
Beim Lernen kann es sehr hilfreich sein, Störquellen abzuschalten. Das können Telefon oder Smartphones, ein laufendes Radio oder Fernseher sein, die ständig die eigene Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auch sollten soziale Medien und E-Mails während den Lerneinheiten eine Pause erhalten, da sie uns ständig ablenken und damit das Lernen erschweren. Zusätzlich verwirren die vielen verschiedenen Informationen das Gehirn, weshalb keine guten Gedankennetzwerke ausgebildet werden können. Für ein optimales Lernergebnis sollte volle Konzentration auf den Lerninhalten liegen.
Neben dem Stillsitzen beim Lernen ist Bewegung als Ausgleich sehr wichtig. Die Bewegung hilft der Durchblutung des ganzen Körpers, auch des Gehirns und verbessert damit die Denkleistung. Genauso können bei Bewegung neue Gehirnzellen und Verbindungen gebildet werden. Wer nur lernt, sich aber nicht bewegt, schöpft sein volles geistiges Potential nicht aus. Zusätzlich gilt viel lüften bzw. raus an die frische Luft. Ein kleiner Spaziergang kann da Wunder wirken. Sauerstoff hilft beim Denken und hilft ebenfalls den Lernstoff besser zu verarbeiten und zu behalten.
Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.
Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.
Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.
Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.
Brandt, Matthias. ERFOLG IN DER SCHULE - Bestnote auf Knopfdruck: Wie Du mit Hilfe effektiver Lerntechniken & klugem Zeitmanagement Deine Konzentration steigerst und Schritt ... zum Einserschüler wirst (German Edition). Kindle-Version.
Fiorentini, Alessandro. Lerntechniken: Wie man fortgeschrittene Lernstrategien einsetzt, um schneller zu lernen, sich mehr zu erinnern und produktiver zu sein (German Edition). Kindle-Version.
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