Lernmethoden sind Hilfsmittel um den eigentlichen Lernprozess zu gliedern und zu optimieren. Es gibt unterschiedliche Lernmethoden, von denen einige hier als Beispiele vorgestellt werden sollen. Viele Lernmethoden verwenden Akronyme, um sie sich einfacher zu merken. Geht man die einzelnen Wörter durch, so zeigen sie den Ablauf, wie eine Lerneinheit aufgebaut werden soll.
SMART = spezifisch, messbar, attraktiv (akzeptiert), realistisch, terminiert
Spezifisch: definiere genau den Lerninhalt
Messbar: die Inhalte müssen so sein, dass man den Erfolg/ Wissenszuwachs/ die Leistung messen kann
Attraktiv: gib dem Lerninhalt einen Sinn, damit er für dich attraktiv erscheint. Teilweise auch als akzeptiert bezeichnet: akzeptiere den Lerninhalt, so dass du dich damit auseinander setzen kannst. Der Lerninhalt sollte sich positiv für dich darstellen.
Realistisch: mache eine realistische Planung von Aufwand und zur Verfügung stehenden Zeit. Übernimm dich nicht, dass kein Stress entsteht.
Terminiert: lege für jede Teiletappe und das Endziel ein Datum fest, das es zu halten gilt.
Die SMART-Methode gibt genaue Arbeitsschritte in der Planung und Umsetzung vor.
WOOP = wish, outcome, obstacle, plan
Wish (Wunsch): Lege dein Ziel fest und definiere es genau
Outcome (Ergebnis): Lege fest, welches Ergebnis du erreichen möchtest
Obstacle (Hindernis): Identifiziere Hindernisse auf deinem Weg zum Ziel
Plan (Planung): Führe eine Planung durch um Hindernisse zu beseitigen und dein Ziel zu erreichen
Die WOOP-Methode gilt mehr der Planung, indem das Ziel und der Weg dorthin konkretisiert werden sollen. Die Durchführung selbst ist freier zu gestalten.
ALPEN = Arbeiten aufschreiben, Länge einschätzen, Pufferzeit einplanen, Entscheidungen treffen und Aufgaben priorisieren, Nachkontrollieren (z.B. am nächsten Tag, bleibt der Plan?)
Ähnlich wie die WOOP-Methode ist auch die ALPEN-Methode besonders gut zur Planung geeignet. Vorteil der ALPEN-Methode ist die Einplanung von Pufferzeit, in der auch Aufgaben neu priorisiert werden können. Ständige Kontrollen sollen keinen Druck ausüben, sondern zur Selbstreflektion dienen. Manchmal überschätzt man sich mit einem Thema auch. Der Plan kann regelmäßig angepasst werden.
Die Chunking Methode besagt, dass Wissen in kleine Stückchen aufgeteilt werden soll. Sie ist z.B. nützlich, wenn man sich lange Zahlenreihen merken soll, z. B. Telefonnummern. Diese werden in Zweier- oder Dreierblöcke aufgeteilt und dann Stückweise auswendig gelernt. Ebenso lassen sich Vokabeln in Blöcke einteilen, z.B. ein Verb mit zugehörigem Nomen und Adverb oder in Wortarten oder Attribute. Ebenso können Einteilungen nach Sinngegenständen, Gruppierungen und Assoziationen vorgenommen werden.
Das Blended Learning System ist als eine Mischung aus digitalen und klassischen Lernmethoden definiert (blenden = vermischt). Insbesondere sollen hierbei unterschiedliche Medien zum Einsatz kommen, die unterschiedliche Lerntypen ansprechen.
Das Centered Learning System ist ein umfassendes System, das auf verschiedenen Stufen aufbaut und insbesondere auf eine Zeitersparnis also Effizienz ausgelegt ist. Diese Methode vereint unterschiedliche Lerntechniken. Hier wird sowohl die Lernmotivation, eine schnellere Aufnahme von Wissen und Methoden für ein schnelleres Gedächtnis angesprochen.
Die Loci-Methode ist eine mnemotechnische Lernmethode, die besonders bei Gedächtnissportlern beliebt ist. Loci ist lateinisch und bedeutet Platz. Zusätzlich kommt die Assoziationstechnik zum Einsatz. Jeder begriff den man sich merken möchte, bekommt demnach auf einem festgelegten Weg seinen Platz zugewiesen. Eine Assoziation (bildliche Vorstellung des Begriffs) wird auf dem jeweiligen Platz dargestellt. Mit dieser Methode kann man auch komplizierte Reihen auswendig lernen, für die man wenig greifbare Anwendung hat.
Eine Methode zu Arbeitsplanung ist die Eisenhower-Matrix. Diese Matrix hilft der Überschaubarkeit und dabei Aufgaben zu priorisieren (was muss ich am dringendsten erledigen?). Die Eisenhower-Matrix ist dabei ein x,y-Diagramm (wem das zu kompliziert ist, kann es googlen. Achtung: hierbei kann die Auftragung von der Beschreibung hier abweichen!). Dabei ist links auf der x-Achse der Bereich „unwichtig“ und rechts auf der x-Achse der Bereich „wichtig“. Auf der y-Achse ist unten der Bereich „nicht dringend“ und oben der Bereich „dringend“. Daraus ergeben sich vier Bereiche in diesem Diagramm:
(1) Bei einem hoher x-Wert (rechts = wichtig) und einem hohem y-Wert (oben = dringend) sind Aufgaben, die wichtig und dringend sind. Diese Aufgaben haben die höchste Priorität und müssen sofort erledigt werden.
(2) Bei einem hohem x-Werte (rechts = wichtig) aber niedrigem y-Wert (unten = nicht dringend) sind Aufgaben, die dringend, aber nicht ganz so wichtig. Sie erhalten die zweithöchste Priorität gleich nach den ganz wichtigen und ganz dringenden Aufgaben. Aufgaben, die gerade noch nicht ganz dringend sind, aber ein Zieldatum (z. B. einen Abgabetermin haben), können sich im Laufe von Tagen oder Wochen (je nach Zeitspanne der Planung) zu dringenden Aufgaben werden. Sie müssen daher unbedingt terminiert werden, so dass sie zeitnah auch erledigt werden können.
(3) Bei einem hohen y-Wert (oben = dringend) aber einem niedrigem x-Wert (links = unwichtig) liegen Aufgaben mit der dritthöchsten Priorität. Hierbei kann man, falls möglich, auch überlegen, ob man diese Aufgabe an andere delegieren (abgeben) kann. Im Falle von Prüfungsleistungen ist das jedoch nicht zu empfehlen.
(4) Bei einem niedrigen y-Wert (unten = nicht dringend) und einem niedrigen x-Wert (links = unwichtig) liegen Aufgaben ohne Priorisierung. Bei diesen kann man sich als erstes die Frage stellen: müssen sie überhaupt gemacht werden? Ist es eine Zusatzleistung, die zwar nett ist, aber nichts einbringt? Oder aber ist es eine Aufgabe, deren Zieltermin noch weit in der Zukunft liegt? Dann sollte diese Aufgabe zumindest terminiert werden, da sie irgendwann in den Bereich „dringend“ weiterrücken wird und damit zu einer Prio2 Aufgabe wird.
Bei allen Aufgaben ist zu beachten, dass sich die Einteilungen ändern können. Die Verwendung von Klebezetteln oder Magnetkärtchen auf denen die Aufgabe, der Zieltermin, das Leistungsziel und der Nutzen stehen, bieten sich hierfür an, denn sie können beliebig in der Matrix verschoben werden. Insbesondere dann, wenn sich Zieltermine ändern, oder andere dringendere Aufgaben dazwischen kommen. Diese Matrix hilft einen Überblick über alle anstehende Themen zu gewinnen und eine Abfolge der Abarbeitung zu organisieren.
Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.
Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.
Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.
Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.
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Fiorentini, Alessandro. Lerntechniken: Wie man fortgeschrittene Lernstrategien einsetzt, um schneller zu lernen, sich mehr zu erinnern und produktiver zu sein (German Edition). Kindle-Version.
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