Lernen bedeutet eine dauerhafte bzw. langfristige Veränderung in Form von Aneignung von Wissen durch Üben. Achtet man auf den persönlichen Lerntyp und wendet dazu noch passende Lerntechniken und Lernmethoden an, so kann das Lernen schneller und damit effizienter sein. Das Lernen kann (wieder) Spaß machen.
Es gibt viele verschiedene Lerntechniken und diese Auflistung ist bestimmt nicht vollständig, jedoch kann sie Anreize bieten, Neues auszuprobieren und damit ein besseres Lernen zu ermöglichen. Was ist nun der Unterschied zwischen einer Lerntechnik, einem Lernsystem und einer Lernmethode? Eine Lerntechnik ist ein praktisches Hilfsmittel, das helfen soll, sich ein konkretes Wissen anzueignen. Ein Lernsystem oder Lernmethode ist hingegen eine spezielle Art des Vorgehens beim eigentlichen Lernprozess. Eine Lerntechnik kann man daher in eine Lernmethode integrieren. Je nach Referenz verschwimmen die unterschiedlichen Bezeichnungen jedoch auch ineinander.
Verschiedene Lernangebote, die unterschiedliche Lerntypen ansprechen, kombinieren die Anforderung an alle Sinne. Diese Kombination bringen sehr gute Lernergebnisse hervor. Liegt einem ein Lerntyp oder eine Lernmethode besonders gut, so ist das Lernen entspannt. Wird eine fremde Lernmethode oder ein fremder Lerntyp genutzt, fordert dies das Lernen mehr.
Lerntechniken
Die klassische Art des Lernens ist häufig Notizen mit Stift und Papier. Aber ist es deswegen altmodisch oder überholt? Studien zufolge ist das händische Schreiben sogar effektiver als mit dem Laptop, indem man z.B. sofort in digitale Vorlesungsunterlagen Notizen macht. Statt kleinen Ergänzungen ist man beim Mitschreiben gezwungen Sachverhalte komplett aufzunehmen und in Kurzform (kurze Halbsätze oder Phrasen) mitzuschreiben. Das spart während der Stunde Zeit und fördert eine bessere Art des Mitdenkens. Aus den Kurznotizen werden zumeist in einer Nachbereitung wieder länger verständliche Unterlagen erzeugt, was zugleich eine Wiederholung der Inhalte bedeutet.
Werden Notizen aus einem Text angefertigt, ist eine häufige Methode lesen und unterstreichen. Dann nochmal lesen und aus den unterstrichenen Textteilen Notizen anfertigen. Die Wiederholung des Lesens ist gut und kann hilfreich sein, sich den Text besser einzuprägen. Ist man jedoch unter Zeitdruck beim Lernen, kann es effizienter sein, beim ersten Lesen direkt Notizen raus zu schreiben und den Arbeitsschritt des Unterstreichens zu überspringen. Das kann auch ein Lehrbuch schonen. Wird parallel zum Lesen bereits eine Zusammenfassung angefertigt, so kann auch direkt über eine Anwendung oder Verknüpfung nachgedacht und diese in die Notizen integriert werden. Ein weiterer aktiver Bezug in Form der Verknüpfungen hilft die Informationen besonders gut zu behalten. Es sind daher gleich mehrere aktive Beschäftigungen mit dem Gelesenem, statt einem passiven Lesen.
Weit verbreitet ist das Lernen mit Kartei- und Bildkarten. Durch das Herausziehen von kurzen und aussagekräftigen Informationen aus einem Gesamttext, wird das Wissen konzentriert und aufbereitet. Somit wird der Text durch das Herausziehen der Information wiederholt. Eine Lernkarte bietet nur bedingt Platz, daher muss sich der Inhalt genau überlegt werden. Eine weitere Wiederholung geschieht durch das Schreiben der Karte. Inhalte sollten sinnvoll auf eine oder mehrere Karten aufgeteilt werden. Auf die Vorderseite kann beispielsweise eine Frage oder ein Stichwort geschrieben werden, auf der Rückseite erfolgt dann die Antwort bzw. die geforderten Inhalte zum Stichwort. Zusätzlich können Bilder auf den Lernkarten ergänzt werden.
Mind Maps sind eine Weiterentwicklung von Bildkarten. Sie helfen in einer Übersicht die Gedanken in Form von Stichpunkten bildhaft anzuordnen und die Inhalte miteinander zu verknüpfen. Es ist eine kreative Methode, die bestimmte Bereiche im Gehirn aktiviert und damit weitere neuronale Verknüpfungen erstellt.
Eine systematische Weiterentwicklung von Mindmaps sind Centered Learning Maps (wem das zu kompliziert ist, kann es googlen). Dies ist eine spezielle Art einer Notizen-Map, die helfen soll einen Text und seine Inhalte kurz zu gliedern und die Inhalte bildlich abzuspeichern. Voraussetzung für diese Art der Maps ist ein aktives Lesen. Damit einher geht die erste Frage: Was werde ich lesen und welche Informationen benötige ich daraus für mein Lernziel? Es wird also mit einer konkreten Fragestellung an den Text herangegangen und nicht einfach mal geschaut, was der Text so bieten kann. Die Notizen-Map gliedert sich anschließend in drei Hierarchie- oder Themen-Ebenen. In der Mitte des Blattes steht die zentrale Fragestellung (erste Ebene), auf der zweiten Ebene kommen die Aspekte zur Fragestellung und unter die Aspekte als dritte Ebene, die Details. Dabei wird die Notizen-Map ähnlich wie eine Mind Map aufgebaut. D.h. die einzelnen Aspekte werden mit dem Hauptthema verbunden und die jeweiligen Details mit dem zugehörigen Aspekt. Verschiedenen Aspekten mit zugehörigen Details kann dann jeweils noch eine Farbe zugeteilt werden, was den visuellen Lerntyp besonders anspricht. Die Aufteilung in Hierarchie-Ebenen fördert zusätzlich das kritische Auseinandersetzen mit den Textinhalten, da jede Information einer Ebene zugeordnet werden muss. Insgesamt sollte man sich je Lernziel auf 4 bis 7 Aspekte und ebenso viele Details beschränken, damit die Map nicht überfüllt wird. Wird der Inhalt sehr viel und sehr komplex, ist die eigentliche Fragestellung evtl. noch zu allgemein und sollte nochmal konkretisiert werden, so dass sich der Inhalt anschließend auf mehrere Maps aufgliedern lässt.
Das klingt jetzt viel, verwirrend und sehr theoretisch. Daher hier ein ganz simples Beispiel. Im Unterricht werden verschiedene Arten von Pflanzen durchgenommen: Bäume, Gräser und Blumen. Nun sollen Infos über Blumen aus einem Text herausgearbeitet werden. D.h. Die Fragestellung ist: Welche Blumenarten gibt es (die, die im Text aufgeführt sind) und was sind ihre Eigenschaften? D.h. die Themen Bäume und Gräser werden aktuell nicht weiter beachtet. In die Mitte des Blattes (mind. DIN A4, besser DIN A3 da hat die Map Platz sich zu entwickeln) kommt das Thema „Blumen“. Es wird eingekreist und gilt als Lernziel. Nun wird der Text begonnen. Die erste benannte Blumenart ist „Rosen“. Diese werden als Aspekt 1 nach links oben auf das Blatt geschrieben und mit dem Thema „Blumen“ verbunden. Nun folgen im Text weitere Details zu „Rosen“, z. B. „rot“, „Stacheln“ und „kleine Blätter“. Diese drei Details werden jeweils untereinander unter „Rosen“ notiert und mit einer eigenen Linie mit dem Aspekt verbunden. Damit sind alle Informationen zu Rosen aus dem Text entnommen und in Kurzform notiert. Dann kommt die zweite Blumensorte, also der nächste Aspekt „Tulpen“. Dieser Aspekt wandert nach rechts oben auf die Map. Auch dieser Aspekt wird mit dem Lernziel „Blumen“ verbunden. Im Text kommen nun die Details zu „Tulpen“, z. B. „gelb“ und „lange breite Blätter“. Diese Details werden unter den Aspekt „Tulpe“ untereinander notiert und ebenfalls mit dem Aspekt verbunden. Mit weiteren Blumensorten als Aspekte wird ebenso verfahren. Abschließend erhält man eine Notizen-Map, auf der alle notwendigen Informationen in kurzer Form benannt sind. Zusätzlich könnte man den Aspekt „Rosen“ noch rot und den Aspekt „Tulpen“ noch gelb markieren. Man verbindet die Eigenschaft, die es zu lernen gilt, optisch mit einem Hilfssystem, wie eine kleine Eselsbrücke. Dieses System lässt sich natürlich auch auf komplexere Themeninhalte anwenden.
Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.
Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.
Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.
Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.
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