LERNEN LERNEN – 4 – LERNTYPEN

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Lernen lernen – 4 – Lerntypen

Lernen lernen – 4 – Lerntypen

03.07.2022

Es gibt unterschiedliche Lerntypen, die je nach Literaturquelle anders eingeteilt werden. Allgemein kann man aktive und passive Lerntypen unterscheiden. Aktives Lernen geschieht beim Nacherzählen oder Erklären der Inhalte an eine weitere Person, oder aber beim Selbermachen. Das passive Lernen beinhaltet Dinge wie einem Sachverhalt zuhören (Vortrag, Video) oder lesen (ohne weitere Interaktion, wie z.B. Notizen machen). Beispielsweise kann ich mir ein Video für ein neues Rezept ansehen (passives Lernen) oder es selbst gleich ausprobieren (aktives Lernen). Beim aktiven Lernen ist der Lernerfolg meist höher als beim passiven Lernen. Und auch hier gilt: beim Lernen sind auch Fehler erlaubt, insbesondere beim aktiven Lernen. Aus den Fehlern kann man anschließend lernen.

 

Lerntypen unterscheiden welches Sinnesorgan am meisten dabei angesprochen wird. Hier hat jeder Mensch eine Bevorzugung. Diese ist jedoch nicht als feste Schublade und die einzig sinnvolle Methode zu sehen, sondern als persönliche Präferenz. Nicht jeder Lerninhalt ist für jeden Lerntyp geeignet. Die Nutzung unterschiedlicher Lerntypen für einen Inhalt, also das Ansprechen von verschiedenen Sinnen zum Lernen, kann sich ebenfalls positiv auswirken, da verschiedene Regionen im Gehirn angesprochen werden und sich damit größere Regionen miteinander vernetzen können. Das bessere Lernen geschieht demnach, wenn man verschiedene Lerntypen nutzt und immer einmal abwechselt. Das hauptsächliche Lernen darf dabei natürlich auf der persönlichen Bevorzugung liegen. Dass man hingegen am besten lernt, wenn man sich nur auf einen Lerntyp beschränkt, ist ein Mythos. Beim Lernen gibt es keinen falschen Weg. Auch wenn die persönliche Methode für andere fremd oder seltsam erscheinen mag. Es ist wichtig, dass sie einem selbst hilft und man voran kommt.

 

Lerntypen unterscheiden sich im Vorgehen (Art des Lernens), der Lernumgebung und den sozialen Interaktionen. Meist findet man sich daher nicht nur in einem Lerntyp wieder, sondern hat womöglich eine stärkere Präferenz aber auch ein zwei weitere Lerntypen, die einem besonders liegen.

 

 

Visueller Lerntyp

Beim visuellen Lerntyp wird der Sehsinn als stärkstes angesprochen. Es ist quasi wie ein bildhaftes Gedächtnis. Beim Lernen werden die Inhalte visualisiert. Der visuelle Lerntyp lernt auch durch das Sehen von Dingen. Lerninhalte werden zusätzlich mit der Assoziationstechnik verknüpft, wie beispielsweise in der Loci-Methode.

 

Der visuelle Lerntyp lernt am besten durch Durchlesen und über Bilder oder Graphiken. Auch das bildliche Umsetzen von Lerninhalten, z.B. das Anfertigen von Lernkarten mit Bildern/ Grafiken oder bunten Markierungen kann hilfreich sein. Inhalte können über eine Farbzuordnung aufgeteilt werden und so verschiedenen Kategorien zugeordnet werden. Auch kurze anschauliche Videos können effektiv sein. Die Bildung von Akronymen kann helfen, da sie bildhaft wieder abgerufen werden können. Lernen nur durch reines Lesen fällt hingegen oft schwer.

 

Hilfsmittel wie Buntstifte, Marker und Lernkarten mit Bildern sind empfehlenswert. Beim Lernen sollte Ablenkung durch die Umgebung (z. B. ein laufender Fernseher, der immer wieder das Auge einfängt) vermieden werden. Die Lernumgebung sollte ruhig sein. In den Lernpausen ist eine visuell ruhige Umgebung (z. B. im Grünen), so dass sich die Augen entspannen können, zu empfehlen.

 

 

Kommunikativer Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp möchte am liebsten die Lerninhalte mit anderen besprechen oder erklären. Er lernt durch die entstehende Diskussion sehr gut und das damit verbundene Durchdenken des Lernstoffes, da immer wieder auf neue Argumentationen und Ideen eingegangen werden muss. Zusätzlich können Fragen aus einem anderen Blickwinkel neue Gedankengänge fördern. Das Lernen und Aufbereiten des Wissens geschieht über die Diskussion, weniger durch das Zuhören von anderen.

 

Für den kommunikativen Lerntyp eignen sich Lernpartner bzw. Lerngruppen. Indem versucht wird, anderen etwas beizubringen, lernt man besonders gut, da man Argumente, Erklärungen und Verständnis für den Lernpartner finden muss. Lernpartner müssen in diesem Fall kein besonders tiefes Fachwissen haben, sollten aber Ruhe und Zeit haben, sich neue Inhalte erklären zu lassen und nachzufragen. Das Erklären von Inhalten hilft dem kommunikativen Lerntyp. Ebenso können Inhalte auch in Spiele eingebunden werden.

 

 

Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt über das (Zu-)Hören am besten. Es ist hilfreich Texte laut vorzulesen oder auch über Selbstgespräche zu lernen. Inhalte in Reime, Musik oder Rhythmen zu packen, kann ebenfalls hilfreich sein. Der Lernstoff kann gut über Audios (z.B. Podcasts über spezielle Themen oder Vorträge) vermittelt werden. Besonders hilfreich kann es sein, Inhalte selbst aufzunehmen (selbst laut sprechen), da dabei die Inhalte aufbereitet und vorgetragen werden müssen. Anschließend kann sich der auditive Lerntyp diese immer wieder anhören.

 

Die Lernumgebung sollte daher möglichst ruhig sein, da der auditive Lerntyp auch auf Nebengeräusche (Fernseher, Musik) und Lärm reagiert. Aufnahmen können z. B. auch während einem Spaziergang gehört werden.

 

 

Motorischer, haptischer oder kinästhetische Lerntyp

Der motorische, haptische oder kinästhetische Lerntyp unterscheidet sich gering voneinander. Allen gemeinsam ist das Lernen durch eine praktische Umsetzung. Dazu eignet sich jedoch nicht jeder Lerninhalt, ist jedoch aber gerade bei praktischen Berufen (Handwerk, auch Hobbies) oder aber auch einem Sachunterricht (z. B. auch Erdkunde, Biologie, etc.) von Vorteil. Hier gilt allgemein „Learning by Doing“. Inhalte wollen in praktischen Experimenten umgesetzt werden. Falls möglich sollen sich Inhalte anfassen lassen (z.B. auch das Wachstum einer Pflanze auf der Fensterbank).

 

Beim haptischen oder kinästhetischen Lerntyp geschieht hier eine große Lernerfahrung über das Anfassen bzw. Fühlen von Dingen, z.B. auch über Modelle wie einen Globus. Der motorische Lerntyp braucht insgesamt mehr Bewegung, nimmt Dinge gerne in die Hand und testet aus. Zusätzlich bewegt er sich gerne beim Lernen. Hier ist das geforderte Stillsitzen negativ. Zum Lernen förderlich sind Dinge oder Modelle, die in die Hand genommen werden können oder kleine Experimente, die selbst durchgeführt werden können.

 

 

Logisch-mathematischer Lerntyp

Der logisch-mathematische Lerntyp ist der typische logische Denker, der den Grund der Inhalte verstehen will und solange nachfragt, bis alles für ihn einen Sinn ergibt. Dieser Lerntyp will das Gesamtbild verstehen, ihm eine Logik und ein System dahinter zuordnen. Ein grundlegendes Verständnis ist wichtig. Er gruppiert Lerninhalte vorab gerne und bildet damit Lernkomplexe, womit er das Wissen entsprechend verknüpfen kann. Zusätzlich werden Anwendungen für die jeweiligen Inhalte erdacht, so dass es auch einen Nutzen haben kann (dieser muss nicht direkt praktisch sein).

 

Der logische Lerntyp arbeitet gerne strukturiert mit einer festen Planung und Zuordnung von Inhalten. Lerninhalte eingebettet in Denksport liegen ihm besonders gut.

 

 

Sozialer und intrapersonaler Lerntyp

Der soziale Lerntyp lernt besonders gerne mit anderen zusammen, beispielsweise in Lerngruppen und mag die Gesellschaft und auch etwas den Trubel beim Lernen.

 

Der intrapersonale Lerntyp ist das Gegenteil des sozialen Lerntyps. Er arbeitet lieber selbstständig und allein. Er nimmt sich Zeit für Selbstanalysen und bevorzugt Ruhe beim Lernen.

 

 

 

Quellen

Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.

Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.

Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.

Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.

Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.

Brandt, Matthias. ERFOLG IN DER SCHULE - Bestnote auf Knopfdruck: Wie Du mit Hilfe effektiver Lerntechniken & klugem Zeitmanagement Deine Konzentration steigerst und Schritt ... zum Einserschüler wirst (German Edition). Kindle-Version.

Fiorentini, Alessandro. Lerntechniken: Wie man fortgeschrittene Lernstrategien einsetzt, um schneller zu lernen, sich mehr zu erinnern und produktiver zu sein (German Edition). Kindle-Version.



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