LERNEN LERNEN – 2 – WIE FUNKTIONIERT LERNEN?

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Lernen lernen – 2 – Wie funktioniert Lernen?

Lernen lernen – 2 – Wie funktioniert Lernen?

03.07.2022

Der Vorgang des Lernens verändert unser Gehirn. Es werden während des Lernprozesses neue neuronale Netzwerke geschaffen, also neue Verbindungen im Gehirn hergestellt. Das funktioniert auch, während wir schlafen. Lernt man daher kurz vor dem ins Bett gehen, kann das durchaus effektiv sein. Das Märchen von „auf dem Lehrbuch schlafen“ zum Lernen, ist also halb wahr, wenn man zumindest vorher noch einen Blick hinein wirft. Wichtig ist nur, dass man dann nichts mehr anderes macht, keine andere Bücher, kein Smartphone, nichts. Es muss das Letzte sein, was man in den Schlaf mitnimmt.

 

Unser „Arbeitsspeicher des Gehirns“ ist unser Kurzzeitgedächtnis. Das läuft jedoch nach ca. 5 min schon voll. Kommen neue Informationen nach, werden die alten vergessen. Daher ist es immer wichtig bei längeren Leseeinheiten beim Lernen oder beim Zuhören in der Schule oder Vorträgen sich Notizen zu machen, sonst sind die ersten aufgenommen Informationen verloren.

 

Die Welt verändert sich ständig und wir bekommen neue Möglichkeiten zum Lernen. Man denke nur an die Entwicklung des Internets und die Fülle des Wissens, das und heute zur Verfügung steht. Vor 30 Jahren war das noch (fast) undenkbar. Ebenso passen sich Lernmethoden an und wandeln sich entsprechend mit. In der Schule werden leider teilweise noch veraltete Methoden gelehrt, wobei hier natürlich auch schrittweise an Lernprozesse und Abläufe herangeführt werden soll. Erste Abläufe, die man lernt und meist auch über die gesamte Schulzeit beibehält sind: lesen, unterstreichen, zusammenfassen, wiederholen, auswendig lernen. Teilweise geschieht das ohne tieferen Sinn. Erfolgreiches Lernen geschieht oft, indem man den Sinn hinter den Lerninhalten entdeckt. Man muss in der Schule eben. Aber macht das Spaß? Ist das effektiv und funktioniert es wirklich gut? Oder erhöht es nur den Schul- und Lernfrust, weil es eben nicht für jeden gut passt? Der gleiche Stoff könnte auch anders aufbereitet sein, nach unterschiedlichen Methoden. Jedoch ist es in der Schule nicht möglich, jedem Lerntyp gerecht zu werden. Und nicht jeder Inhalt ist für jeden Lerntyp oder jede Lernmethode geeignet.

 

Viel Wissen kann man heute im Internet schnell und einfach nachschlagen. Auch mit dem Smartphone von unterwegs. Warum sollte man also noch Dinge auswendig lernen? Der Mathelehrer, der früher immer behauptete: du musst Kopfrechnen lernen, du hast doch nicht immer einen Taschenrechner dabei! – Heute schon. Die digitale Entwicklung macht es möglich. Also warum sollte man noch vieles im Kopf behalten, wenn es doch nur ein paar Tastendrücke entfernt ist? Es macht gewiss nicht für alle Dinge Sinn, aber wir brauchen viele Abläufe im Kopf, da jedes Gehirn schneller funktioniert, schneller gelernte Daten abrufen kann, als man sie eben nachschlagen kann. Das ist im Alltag besonders wichtig. Denn damit verknüpfen wir automatisch auch neue Informationen und Aktionen. Wir entwickeln die Fähigkeit zu lernen und Gelerntes umzusetzen. Und wir entwickeln die Fähigkeit, überhaupt online zu recherchieren, Inhalte auf Brauchbarkeit und auch auf Richtigkeit zu prüfen. Sind die neuen Informationen gut und bieten sie die gesuchten Inhalte? Dann können sie auch in den Kontext zur geforderten Aufgabe gestellt werden. Wir brauchen also eine Wissensbasis, auf der aufgebaut werden kann.

 

Um sich selbst beim Lernverhalten besser kennen zu lernen und den persönlich besten Lernstil zu entwickeln, sind sowohl Selbstreflektion als auch Feedback wichtig. Nur weil man einen Text nochmal liest, nochmal unterstreicht und nochmal zusammenfasst, lernt man dadurch? Hat man es dann im Kopf? Langfristig? Oder ist es nach einer Woche schon wieder vergessen und man erinnert sich zwar noch etwas gemacht zu haben, aber nicht mehr um was es in dem Text eigentlich ging? Das klingt ziemlich frustrierend. Man wirkt fleißig und tut auch viel, was häufig von außen (z.B. Familie) ein positives Feedback gibt. Das Kind lernt so viel für die Schule, da müssen ja auch gute Noten rauskommen. Aber ist das so? Weiß man die Sachverhalte wirklich? Ist das positive Feedback echt? Oder muss man sich eingestehen, dass trotz der ganzen Schufterei nichts hängen bleibt? Daher ist eine ehrliche Selbstreflektion hilfreich. Viel lernen, fleißig sein, ist daher nicht zwingend ein Zeichen für Bildung und Wissen. Es ist kein Zeichen für Leistung oder Intelligenz, sondern von viel Disziplin und auch dem Wunsch sich zu verbessern, nur passen in diesem Fall die Methode oder die Umstände nicht, da nichts hängen bleibt.

 

Lernen wird unbewusst (oder bewusst, wenn man es weiß) mit Emotionen verknüpft. Wir bewerten Informationen häufig unterbewusst. Ist sie nützlich, brauchbar oder gar gefährlich? Macht das Sinn? Fachlich oder auch menschlich? Ergibt ein Inhalt für uns keinen Sinn, schalten wir schnell ab. Es folgt Desinteresse und Langeweile. Klappt das Lernen nicht in einem Fach, stellt sich Frust ein, also eine negative Emotion. Diese wird im Gehirn zeitgleich mit dem Lernstoff abgelegt und verknüpft. Daher fällt es einem auch immer schwerer an ein „Hassfach“ dran zu gehen, weil automatisch mit den Lerninhalten die Emotion abgerufen wird. Der Frust kommt automatisch hoch. Starke Emotionen verankern das Wissen. Hat man den Willen trotzdem weiter zu machen, so erfordert das viel Selbstdisziplin. Am besten ist es, dem Thema erst einmal einen Sinn zu geben, z.B. auch durch Recherche in weiteren Texten um ein anderes Verständnis zu entwickeln. Weiß man hingegen, dass positive Emotionen den Lernerfolg steigern, kann man versuchen sich positive (oder zumindest neutrale) Emotionen zunutze zu machen um somit das Lernen zu steigern.

 

All das beeinflusst unser Lernen und noch vieles mehr. Daher soll im Folgenden zum einen auf Lerntypen aber auch auf verschiedene hilfreiche Lernmethoden eingegangen werden. Dabei sind verschiedene Faktoren wichtig: man muss aufgeschlossen sein für Neues, Dinge auszuprobieren. Kein Lerntyp ist festgeschrieben. Es sind eher Bevorzugungen des eigenen Lernverhaltens. Nicht jede Methode lässt sich auf jeden Lerninhalt anwenden. Ebenso kann es nützlich sein, einen Inhalt mit verschiedenen Typen oder Methoden zu lernen, da dabei verschiedene Regionen des Gehirns angesprochen werden. Damit kann sich der Lerninhalt besser festigen.

 

 

 

Quellen

Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.

Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.

Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.

Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.

Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.

Brandt, Matthias. ERFOLG IN DER SCHULE - Bestnote auf Knopfdruck: Wie Du mit Hilfe effektiver Lerntechniken & klugem Zeitmanagement Deine Konzentration steigerst und Schritt ... zum Einserschüler wirst (German Edition). Kindle-Version.

Fiorentini, Alessandro. Lerntechniken: Wie man fortgeschrittene Lernstrategien einsetzt, um schneller zu lernen, sich mehr zu erinnern und produktiver zu sein (German Edition). Kindle-Version.


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