- Werden die Kosten für eine Therapie übernommen?
- Was ist nötig für eine Kostenübernahme?
- Welche Krankenkasse übernimmt welche Kosten?
- Welche Sonderfälle gibt es?
Für die Kostenübernahme einer Psychotherapie gibt es leider keine einheitliche Regelung bzw. zur Teilerstattung. Diese ist von der Krankenkasse abhängig. Wird eine psychische Störung diagnostiziert, werden psychotherapeutische Behandlungen (unterschiedliche Methoden möglich) der "ärztlichen Hilfe" gleichgestellt und von den Krankenkassen in unterschiedlicher Höhe finanziell übernommen. Die Höher der Erstattung sollte unbedingt vor Therapiebeginn mit der Krankenkasse geklärt werden, damit sich nicht noch Geldsorgen zu den anderen Sorgen dazu gesellen. Die Leistungen von Psychologen sind bis auf wenige Ausnahmen keine Kassenleistungen, sondern von den Versicherten selbst zu bezahlen.
Je nach Kasse ist meist vor der ersten oder zweiten psychotherapeutischen Sitzung eine ärztliche Untersuchung (zum Ausschluss körperlicher Ursachen) notwendig. Der Arzt bestätigt diese auf dem bei ihm vorliegenden Formular. Diese Bestätigung muss dem Therapeuten vorgelegt werden. Üblicherweise besteht ab der 11. Sitzung eine Bewilligungspflicht, d.h. bei der Kasse muss ein Antrag auf Bewilligung der weiteren Therapie eingereicht werden.
Psychotherapie als Vertragsleistung (d.h. die Kosten werden bis auf einen Selbstbehalt von der Krankenkasse übernommen): Die Plätze für eine Psychotherapie bei Kassenvertragspartnern sind rar und werden vorrangig an sozial bedürftige Menschen vergeben. Auch auf den Schweregrad der psychischen Störung wird meist Rücksicht genommen (Entscheidung liegt beim Therapeuten). Mitunter muss man also bei diesen Vertragspartnern mit längeren Wartezeiten von mehreren Monaten rechnen. Bei Vertragspsychotherapeuten erfolgt die Abrechnung direkt über die Krankenkasse. Bei der SVS und der BVAEB fallen Selbstbehalte an, bei der Wiener ÖGK nicht.
Psychotherapie auf Kostenzuschuss-Basis funktioniert wie die Abrechnung einer Wahlarzt-Leistung, d.h. der Patient bezahlt die Rechnung zunächst selbst und reicht sie anschließend bei seiner Krankenkasse ein, um einen Teil der Kosten rückerstattet zu bekommen. Vorteilhaft hierbei muss der Psychotherapeut kein Vertragspartner der Kasse sein, sodass es kann ohne Wartezeit ein Therapieplatz gefunden werden.
Über die Voraussetzungen für eine gänzlich oder teilweise von der Krankenkasse finanzierte Psychotherapie sowie die genauen Kosten informierst du dich am besten bei (der Landesstelle) deiner Krankenkasse (z.B. unter nachstehenden Links).
Darüber hinaus haben manche Krankenkassen spezielle Therapieangebote in eigenen Einrichtungen, deren Kosten meist zur Gänze übernommen werden. Diese Angebote findest du auf der Website deiner Krankenkasse (z.B. unter nachfolgenden Links) oder auf Nachfrage.
Infos der größten Kassen:
ÖGK Wien: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.837682&portal=oegkwportal
ÖGK Burgenland: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.817400&portal=oegkbportal
ÖGK NÖ: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.825721&portal=oegknportal
ÖGK OÖ: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.828067&portal=oegkoportal
ÖGK Steiermark: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.831392&portal=oegkstportal
ÖGK Kärnten: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.823635&portal=oegkkportal
ÖGK Tirol: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.832931&portal=oegktportal
ÖGK Salzburg: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.847798&portal=oegksportal
ÖGK Vorarlberg: https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.834047
BVAEB: https://www.bvaeb.at/cdscontent/?contentid=10007.840357&portal=bvaebbportal
SVS: https://www.svs.at/cdscontent/?contentid=10007.816748&portal=svsportal
In Wien gibt es außerdem spezielle Einrichtungen der Stadt: https://www.wig.or.at/fileadmin/user_upload/DOWNLOAD/Hotline/2017_07_13_Beratungsstellen_Wien.pdf
mit E-Card kostenlose ambulante Therapie für Kinder und Jugendliche in Wien: https://www.sos-kinderdorf.at/so-hilft-sos/wo-wir-helfen/europa/oesterreich/wien/ambulatorium-wien
Opfer von Gewalt haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf kostenfreie Psychotherapie: https://www.psychotherapie.at/sites/default/files/files/patientinnen/Kostenfreie-Psychotherapie-fuer-Opfer-von-Gewalt-2011.pdf
- Wo finde ich Therapeuten?
- Wo finde ich Hilfe außer bei Therapeuten?
Therapeutensuche:
Eine Liste der Vertragspartner der Krankenkassen findet sich meist auf deren Website (z.B. unter obigen Links), ansonsten auf Nachfrage bei der Krankenkasse oder auch hier: https://www.psychotherapie.at/
https://www.psyonline.at/freie-plaetze-und-termine
Weitere Informationen sortiert nach Bundesländern:
https://www.gesundheit.gv.at/service/beratungsstellen/psychotherapie-adressen
In Österreich gibt es Lebens- und Sozialberater, die psychologische Beratung für Menschen in Problemsituationen und zur persönlichen Weiterentwicklung anbieten (z. B. https://www.lebensberater.at/). Diese sind keine Therapeuten sondern werden meist als Beratung oder Coaching geführt. Entsprechende Beratungen sind ebenfalls keine Kassenleistungen und von dem Klienten selbst zu zahlen. Für finanziell Benachteiligte sind auf https://opencoach.at/ Einheiten um nur 9€ pro Stunde bei dort ehrenamtlich tätigen Coaches buchbar.
- Wo erhalte ich Hilfe in Notfallsituationen?
Akute Hilfe im Krisenfall mit dem Ziel der Einleitung weiterführender Hilfsmaßnahmen
für Wien: Sozialpsychiatrischer Notdienst: 01 31330
- Beratungs- und Entlastungsgesprächen
- Hilfe und Rat für Angehörige
- medizinische Akut-Interventionen
- medikamentöse Unterstützung
- psychosoziale und psychotherapeutische Kurzbetreuung
Weitere: https://www.psychotherapie.at/patientinnen/notfallkontakte
Weiterhin kann in Notsituationen immer die Rettung (144) oder die Polizei (133) gerufen werden. Dies kann auch zur Akuteinweisung in eine Klinik zur Unterstützung bewirken.
In Akutsituationen steht auch die Helpline des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen unter 01 504 800 (Mo-Do von 9 bis 13 Uhr) zur Verfügung.
Weiterhin gibt es die Traumahelpline unter http://traumahilfe.at/helpline.html und die österreichische Krisenintervention unter https://kriseninterventionszentrum.at/.
- Welche Therapieformen gibt es?
- Wie komme ich da dran?
- Was kostet ein Klinikaufenthalt?
Eine Aufnahme zur stationären Therapie ist mit dem behandelnden Therapeuten zu besprechen oder andernfalls direkt bei der jeweiligen Klinik (psychiatrische Abteilungen Wien: https://psychische-hilfe.wien.gv.at/beratung-behandlung-und-therapie-bei-depression-und-angststoerung/) zu beantragen. Manchmal ist eine ärztliche Zuweisung erforderlich. Eine stationäre Therapie in einer öffentlichen Einrichtung wird abgerechnet wie der Aufenthalt in einem öffentlichen Krankenhaus, das heißt, es fällt ein Selbstbehalt („Tagessatz“ – meist in Höhe von 10 bis 15€ pro Tag) an. Es gibt auch die Möglichkeit der Kostenübernahme (bis auf Selbstbehalt) oder von Kostenzuschüssen für den Aufenthalt in Privatkliniken. Diese sind von dir oder der Klinik mit deiner Krankenkasse zu klären.
Du kannst hier über deine Probleme und Sorgen schreiben, seien es Krankheit, Depressionen, Mobbing, Trauer oder Liebeskummer oder andere Themen, die dich belasten.
Bitte beachte, wir sind kein Dating-Chat oder ähnliches.
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