Auch in der Partnersuche bzw. im täglichen Umgang miteinander spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle. So zeigen wir ohne viele Worte doch viele Emotionen und teilen uns über die Körpersprache mit.
Bereits in der Partnersuche versuchen wir mit den ersten Blicken den Menschen gegenüber einzuschätzen. Wir checken ab, ob uns gefällt, was wir da sehen. Der erste Blick muss also schon mal passen, soweit, dass man interessant wirkt. Die ersten Blickkontakte sagen meist schon viel aus, ohne Worte. Wir entscheiden, ob wir dem Gegenüber unsere Aufmerksamkeit schenken. Haben beide Seiten Interesse, so kann sich die Lage schnell entspannen und es geht oft und nach Möglichkeit in die gesprochene Sprache über. Dabei sollte man Gespräche auf einem höflichen Niveau halten und den Gegenüber nicht gleich ausfragen. Das gilt auch für den persönlichen Raum. Es ist zu Beginn besser eine höfliche Distanz zu wahren und den anderen auch nicht körperlich zu bedrängen. Stimmt die Atmosphäre, kann es zu den „kleinen, zufälligen Berührungen“ kommen. Insbesondere der Blickkontakt kann hier viel verraten. Die nonverbale Kommunikation ist oftmals authentischer als Wörter. Nach dem ersten Date und dem ersten Kennenlernen erfolgt oft mit etwas Abstand eine erste „Analyse“. Fällt diese positiv aus, folgt auch ein zweites Date.
Ist man schon fast verzweifelt auf der Partnersuche, weil sich das zweisame Glück einfach nicht einstellen will, so drückt sich das auch oft in der eigenen Körperhaltung aus. Je mehr man sich unter Druck setzt, desto gehetzter wirkt man nach außen. Die hohen Erwartungen an sich selbst, kombiniert mit einem Gefühl der Verzweiflung, ist nicht nur ein schlechter Sumpf an Gefühlsmischungen, sondern hindert uns auch noch in der Partnersuche. Ebenso bemerken wir an anderen, was sie über sich selbst denken. Wer sich selbst nicht mag, macht es anderen unbewusst, aber automatisch schwerer sie auch zu mögen. Wer den eigenen Selbstwert herabsetzt, erwartet dies automatisch von anderen und lässt dies auch zu. Dabei sollte man in einer Partnerschaft den jeweiligen Partner schätzen und auch dieses Geschätzt-Werden zulassen. Das kann dem eigenen Selbstwert auch wieder Aufschwung geben.
Nicht nur die Sprache, auch die Körpersprache zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich. Männer können gesprochen durchaus etwas einsilbig sein, jedoch drücken sie oft mehr über ihre Körpersprache aus. Zeigt ein Mann Interesse an einer Frau, so können seine Blicke oft lang und intensiv sein. Er ist quasi auf die Frau fokussiert und versucht immer wieder den Blickkontakt herzustellen. Sein Blick kann über ihren Körper wandern, aber kehrt bei echtem Interesse immer wieder zu den Augen zurück. Starrt ein Mann hingegen nur auf die Brüste der Frau, ist recht klar, an was hier gedacht wird, auf einer festen Partnersuche ist er hingegen weniger. Bei den Blickkontakten kann es ebenfalls vorkommen, dass der Mann durch Zwinkern eine Gegenreaktion bei der Frau hervorrufen will. Hier ist es dann an der Frau das Interesse zu erwidern. Ergibt sich ein Gespräch lehnt der Mann oft den gesamten Oberkörper zur Frau hin um Aufmerksamkeit zu zeigen. Hierbei kann der Kopf auch oft leicht zur Seite geneigt sein. Ebenso kann es zu einem leicht nervösen Herumzupfen an Bart oder Hemd kommen. Verschränkt Mann die Hände hinter dem Kopf, so ist das kein Anzeichen von Langeweile. Hier werden eher unbewusst die Armmuskeln zur Schau gestellt. Die Körpersprache kann bei starkem Interesse auch wild gestikulierend mit einem geringeren Körperabstand ausfallen, wobei das als lebendig und offen gedeutet werden kann. Bricht der Blickkontakt hingegen oft ab, z.B. durch ein Blick aufs Smartphone oder durch den Raum schweifend, wendet er sich beim Sprechen nicht der Frau zu, verschränkt die Arme vor der Brust oder antwortet sehr ausweichend, so sind das deutliche Anzeichen von Desinteresse.
Auch Frauen haben ihre ganz spezielle Körpersprache beim Flirten. Hat Frau am Gegenüber Interesse versendet sie lange Blickkontakte, gerne auch mit einem verführerischen Augenaufschlag. Auch Frau versucht dann immer wieder den Blickkontakt herzustellen, als erste nonverbale Kommunikation. Ebenfalls wird gerne mit den Haaren gespielt und eine Strähne um den Finger gewickelt. Sind die Emotionen aufgewühlt, kann es zusätzlich zum Erröten, einem häufigen Blinzeln oder Schlucken kommen. Ein breites, offenes Lächeln kann anzeigen, dass hier der nähere Kontakt und ein Kennenlernen gewünscht werden. Auch emanzipierte Frauen, können sich dabei durchaus mädchenhaft verhalten. Geht es in ein Gespräch über, erzählen Frauen oft sehr lebhaft und beziehen auch die Gestik oder ein lautes Lachen mit ein. Zusätzlich kann auch verlegen mit Haaren, Schmuck oder Kleidung gespielt werden. Frauen setzen hier bewusst erotische Reize. Teilweise gehen Frauen dann auch, wenn das Interesse da ist, einen geringen Körperabstand ein und lassen es zu ersten flüchtigen Berührungen kommen. Beim Reden wendet sie sich mit dem gesamten Oberkörper dem Gesprächspartner zu. Hat Frau hingegen kein Interesse, wird häufig schnell aussortiert. Ein Anlächeln kann unecht oder zynisch wirken und bezieht die Augen nicht mit ein. Es ist eine nonverbale Antwort aus Höflichkeit. Zusammengepresste Lippen zeigen ebenfalls an, dass hier kein Gespräch gewünscht wird. Werden im Gespräch der Oberkörper weggedreht oder die Arme vor der Brust verschränkt, so sind das deutliche Zeichen, dass die Kommunikation besser beendet wird. Frau zeigt hiermit deutlich, dass der Fokus nicht auf dem Gesprächspartner liegt und kein Interesse besteht.
In der Partnerschaft haben wir viele kleine Signale, die wir auch unbewusst aussenden. Läuft alles gut? Sind da die kleinen Dinge, die dich zweifeln lassen? Fühlst du etwas, aber kannst es noch nicht wirklich benennen? Oder fühlst du dich in der Nähe des Partners zweifelsfrei wohl und kannst dich direkt entspannen? All das fassen wir oft unterbewusst auf. So können wir Freude und Liebe aber auch Unbehagen wahrnehmen oder auch unterbewusst ausdrücken. Bewusst können wir hingegen Missfallen durch Schmollen verdeutlichen. Dabei kann es vorkommen, dass der Partner zwar das Schmollen erkennt, jedoch nicht die Ursache dessen. Es entsteht ein Konflikt. Man sollte daher nie davon ausgehen, dass der Partner die gleichen Signale der Körpersprache versteht, wie man selbst. Der Alltag lässt uns auch oft unachtsam werden, auf die vielen kleinen Signale. Man lebt nebeneinander her. Gerade Frau sendet hier oft kleine Signale, die Mann nicht oder nur selten wahrnimmt. Da hilft dann nur wirklich drüber reden. Teilweise wird auch versucht, das Problem mit sich selbst auszumachen um den Partner nicht zu belasten, jedoch gehören zu einer Beziehung immer beide Partner.
Wir kennen die kleinen Signale des Partners, wir haben uns nur zu sehr daran gewöhnt, werden unachtsam und nehmen sie nicht mehr wahr. Der Partner fühlt sich dadurch evtl. vernachlässigt. Wir müssen uns also wieder darauf besinnen, diese Signale wahr zu nehmen. Blickkontakte können vermitteln, dass man den anderen und seine Signale wirklich sieht. Hat der Partner Sorgen, kann die einfache Geste ihn/sie in den Arm zu nehmen helfen, um zu zeigen, ich bin für dich da. Genauso kann mehr gemeinsame Zeit helfen, die Signale, Wünsche und Bedürfnisse des anderen wieder besser zu verstehen und die Partnerschaft zu pflegen. Eine Partnerschaft ist nicht selbstverständlich. Sie erfordert anhaltende Pflege und Arbeit von beiden Partnern. Und diese Pflege muss, wenn sie vernachlässigt wurde, wieder aufgenommen werden. Das erfordert Arbeit und kann anstrengend sein, ist aber notwendig, wenn die Beziehung wieder besser werden soll. Ist der Blickkontakt nun wieder hergestellt und beide Partner signalisieren, die Bereitschaft an der Beziehung zu arbeiten, kann sich der Betroffene langsam öffnen. Hierbei ist reden genauso wichtig, wie die vielen kleinen Gesten, die sagen „Ich liebe und verstehe dich“. So kann man sich z.B. auch die Frage stellen: Wann habe ich ihr zum letzten Mal Blumen mitgebracht? Ist es schon lange her, wird sie sich über diese kleine Geste umso mehr freuen. Dabei muss es kein großer Strauß roter Rosen sein. Auch ein paar selbstgepflückte Feldblumen reichen aus um zusagen, ich denke an dich und will dir etwas Gutes tun.
Liegt in einer Partnerschaft ein gutes Vertrauen und ein aufmerksames Miteinander vor, so lassen sich kritische Situationen schneller erkennen und gegensteuern. Man kann sie besänftigen, bevor sich innerlich alles hochschaukelt und explodiert. Kommt es zu Streit signalisieren wir oft mit großen Gesten dem anderen „geh weg“ oder „lass mich in Ruhe“. Wir können zwei streitende ohne Kontext durch ein Fenster beobachten, wissen nicht um was es geht und verstehe doch: hier fliegen gerade die Fetzen. Gegenteilig verhalten wir uns bei Trauer und Trost spenden. Wir suchen die Nähe des anderen, nehmen denjenigen in den Arm. Eine Geste, die ohne Worte viel Trost spenden kann.
Paare, die schon länger zusammen sind, entwickeln ihre ganz persönliche Art der Körpersprache. Sie wird vertrauter, inniger. Sie blicken sich in die Augen und wissen direkt, wie es dem Gegenüber geht. Genauso erkennen sie die Liebe des anderen in seinen Augen, ganz ohne Worte. Gleiches kann sich auch zwischen langjährigen Freunden und in der Familie entwickeln. Die Mutter blickt auf ihr Kind und handelt oft intuitiv richtig. Gerade kleine Kinder, die noch nicht (viel) sprechen, kommunizieren über die Körpersprache: sie zeigen auf Dinge, schauen grimmig oder lachen offen. Hier gibt es sehr viele Nuancen in der Körpersprache, die wir im Laufe des Lebens und mit dem Erlernen der gesprochen Sprache verlieren.
Wird der Blickkontakt beispielsweise unterbunden, so liegt etwas vor, was dem Partner unangenehm ist oder er/sie etwas verheimlichen will. Stellen wir also fest, dass mit dem Partner etwas nicht stimmt, sollte behutsam versucht werden, das Thema anzusprechen. So kann man beginnen, durch kleine Gesten Vertrauen und Fürsorge auszudrücken. Das schafft eine angenehme Atmosphäre, in der sich der Partner leichter öffnen kann. Vertrauen mildert das Risiko auf Streit. Ebenso sollten gegenseitige Vorwürfe vermieden werden, auch nicht durch Gesten (z.B. Hände in die Luft werfen, den Raum verlassen, wütend die Fäuste ballen). Beobachte dein Gegenüber im Gespräch, die Emotionen. Durch ein frühzeitiges Erkennen, kann z.B. auch ein Streitpotential abgemildert werden. Anschließend kann man gemeinsam eine Lösung finden, denn zu einer Partnerschaft gehört die Gemeinsamkeit.
Auch die Schlafpositionen zeigen über die Körpersprache den Status einer Beziehung an. Schläft das Paar Arm in Arm ein, so zeigt es das Bedürfnis nach viel Nähe. Das kann insbesondere zu Beginn einer Beziehung der Fall sein. Hält diese Schlafposition lange an oder entwickelt sich einseitig, kann sie auch ein Anzeichen für Abhängigkeit vom Partner sein. Schläft hingegen eine Person im Arm des anderen ein, so kann dies eine beschützende Haltung anzeigen. Die „Löffelchen“-Position lässt ebenfalls viel Nähe und Zuneigung zu, zusätzlich gibt sie dem umarmten Partner ein Gefühl von Schutz. Liegen beide Partner aneinandergeschmiegt Rücken an Rücken, so suchen beide die Nähe des anderen, lassen sich jedoch auch gegenseitig Raum. Liegen die Partner hingegen weitentfern voneinander, z.B. jeder an der äußeren Bettkante, so besteht kein Wunsch mehr auf Nähe. Diese Haltung kann sagen: hier stimmt etwas nicht mehr. Bedrängt hingegen ein Partner den anderen, immer wieder auf der Suche nach Nähe und „wandert“ ihm/ihr auf dessen Betthälfte nach, so nimmt sich die Person den Raum auf Kosten des anderen. Neben einem Bedrängen kann hier auch unterbewusst eine emotionale Abhängigkeit vorliegen.
Quellen
Sewell, Konrad. Körpersprache: Erfolgreich Menschen lesen durch Körperhaltung und nonverbale Kommunikation. Manipulationstechniken durch Rhetorik, Ausstrahlung und Psychologie ... und selbstbewusst anwenden (German Edition). Kindle-Version (2019), ISBN 9781096164500
Kuhn, Tilo . Los geht´s, unaufhaltbar: Körpersprache lesen und verstehen lernen (German Edition). Kindle-Version (2020)
Krone, Max. Die Macht der Körpersprache: Lügen erkennen und lesen lernen-Menschen entschlüsseln und durchschauen-Körpersprache im Alltag und im Beruf einfach nutzen-Körpersprache ... verstehen und einsetzen (German Edition). Kindle-Version (2018)
Kiefel, Alexander. Körpersprache: Ich sehe was du denkst! Wie DU Menschen lesen kannst, als wären sie ein offenes Buch. (Körpersprache, Menschen lesen, Nonverbale Kommunikation) (German Edition). Kindle-Version (2018)
Kühn, Isabella. Körpersprache: Was das äußere über uns sagt (German Edition). Kindle-Version (2018)
Grundig, Marie . KÖRPERSPRACHE: Menschen lesen und durch nonverbalen Kommunikation für sich gewinnen (German Edition). Kindle-Version (2020)
Du kannst hier über deine Probleme und Sorgen schreiben, seien es Krankheit, Depressionen, Mobbing, Trauer oder Liebeskummer oder andere Themen, die dich belasten.
Bitte beachte, wir sind kein Dating-Chat oder ähnliches.
Wir sind ein Kummerchat und bieten dir ein offenes Ohr und unsere Ratschläge und Hilfe. Dabei sind wir wie eine Selbsthilfegruppe organisiert. Du triffst also vermehrt auf User, die selbst Probleme haben. Daneben gibt es unsere Berater, die als Laien direkte Ansprechepartner darstellen.
Falls du allgemeine Probleme beim Einloggen hast, kannst du dich per E-Mail an den Admin wenden (info@kummerchat.com). Er ist für technische Details der richtige Ansprechpartner. Bitte erstelle keinen neuen Account um im Chat nachzufragen (siehe auch Regeln), auch dort wirst du per E-Mail an den Admin verwiesen.
Ja, der Chat ist 100 % kostenlos. Wir finanzieren uns über Werbung und Spenden.
Ja, du bist hier vollständig anonym. Das Team wird dich niemals auffordern private Daten mitzuteilen. Der Austausch privater Daten (E-Mail, Adresse, Handynummer, etc.), ebenso wie Accountnamen für andere Plattformen ist verboten. Dies dient eurem Schutz, da wir leider Missbrauch feststellen mussten. Falls ein User dich auffordert private Daten zu nennen, verweigere die Antwort, um dich selbst zu schützen. Beachte, dass du nicht mehr anonym bist, sobald du ein Foto von dir als Profilbild online stellst.
Bei der Nutzung des Internets benötigst du eine IP (eine Art „Adresse“), damit du Daten aus dem Internet auf deinem Endgerät nutzen kannst. Diese IP ist für den Admin einsehbar und wird im Hintergrund technisch bedingt benötigt.