Wie bereits erwähnt, bilden Körpersprache und mündliche Sprache eine Einheit. Stellt man zwar optisch eine gute und kompetente Erscheinung dar, so sollte auch das Vokabular gerade im beruflichen Umfeld dazu passen. Hier werden vor allem auch Fachbegriffe geschätzt. Wenn beides zueinander passt, hat man meist gute Chancen. Zu Kleidungsstil, Körpersprache und Vokabular kann es nicht schaden, sich etwas Nachhilfe und Tipps zu suchen. Gerade die Rhetorik lässt sich durch lesen und reden deutlich verbessern.
Sei es in der Schule oder im Beruf, es kommt immer wieder vor, dass vor anderen eine Präsentation gehalten werden muss. Hierbei ist es von Bedeutung, dass Rhetorik und Auftreten zueinander passen und professionell aussehen, denn beides bestimmt den eigenen Erfolg. Die Wortwahl sollte fachlich sein, die Stimme deutlich und angemessen laut genug. Ein leise Stimme und eine eingesunkene Haltung zeigt schon, das zukünftige Versagen an. Wir beschwören damit das Unheil herauf, da wir uns selbst nichts zutrauen. Da kann die Leistung bei der Erstellung der Präsentation noch so gut sein, man muss sie aber auch darstellen können. Man wird zu einem Verkäufer der eigenen Leistung, zu einem Selbstdarsteller. Wird ein Vortrag angekündigt, so gibt es im Englischen die abschließende Redewendung „The stage is yours“ (die Bühne gehört dir). Nimmt man sich diese Redewendung zu Herzen, so ist man fast ein Schauspieler auf der Bühne. Um das eigene Wissen überzeugend den Zuhörern nahe zu legen, sollte dabei aber nicht übertrieben oder gekünstelt agiert werden. Auch ein auswendig gelernter Text klingt eher wie das Aufsagen eines Gedichts. Wichtig ist, trotz der Anspannung und Nervosität die Konzentration zu halten und nicht durcheinander zu sprechen, so dass der Zuhörer einfach folgen kann. Das kann ebenso durch ein deutliches Sprechen in angemessenem Tempo unterstützt werden. Ein passende Gestik mit ausholenden Gesten (jedoch nicht zu groß, man möchte kein Flugzeug einwinken, trotzdem sollte sie aus den hinteren Reihen erkennbar sein) kann hierbei das Gesagte unterstreichen und betonen. Mit einer gewissen Melodie in der Stimme, können entsprechende Emotionen beim Zuhörer geweckt werden. So kann man ihn z.B. auf das Folgende neugierig machen und so die Zuhörerschaft aktiv für sich gewinnen. Der Inhalt sollte fokussiert wieder gegeben werden, ein roter Faden sollte immer erkennbar sein. Gerät der Vortragende ins Schwafeln, so verlieren die Zuhörer evtl. das Interesse und hören nicht mehr zu. Der Vortragende will durch den Inhalt der Präsentation überzeugen. Dazu gehört auch eine gewisse Selbstsicherheit auszustrahlen. Und wer sollte den Inhalt der Präsentation besser kennen als der Vortragende, der die Präsentation erstellt hat?! Es ist als deine Präsentation, zeig es den Zuhörern auch. Ebenso ist es wichtig, allen beteiligten auf Augenhöhe zu begegnen, denn du bist gerade der Fachexperte für den Inhalt. Sprache und Erklärungen sollten so gewählt werden, dass die Zuhörer gut folgen können. Während der Präsentation sollte das Gewicht auf beiden Füßen verteilt sein. Die Haltung sollte nicht verkrampft wirken, man sollte jedoch aber auch nicht zappeln. Dadurch wird das Auge zu stark von den Bewegungen abgelenkt und man verliert als Zuhörer den Fokus auf den Inhalt. Die Haltung sollte möglichst locker und damit souverän wirken. Ebenso sollte man vermeiden im Vortrag Sprüche zu klopfen. Ein kleiner Scherz mit einem gesicherten Lacher aus dem Publikum, kann hingegen die Stimmung auflockern. Dabei sollte der Scherz aber nicht auf Kosten einer einzelnen Person oder dem Publikum im Allgemeinen gehen. Das wirkt unfreundlich oder sogar arrogant und ist in einem Arbeitsumfeld zu vermeiden. Eine Pointe kann demnach helfen, den Vortrag lebendig wirken zu lassen. Gegenteilig sollte ein ausdrucksloses Herunterrattern von Fakten vermieden werden. Das eigene Interesse am Thema (selbst wenn es einfach nur eine Vorgabe ist, die es aber zu erfüllen gilt) sollte lebhaft sein und auf den Zuhörer überspringen können. Damit erreicht man das Publikum, so dass sie auch gebannt den restlichen Vortrag hören möchten. Der bewusste Einsatz von Körpersprache und Rhetorik kann daher sehr gewinnbringend sein.
Lampenfieber ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf eine Gefahrensituation. Die Situation ist unangenehm, kann gar Gefahr ausstrahlen. Der Körper will daher am liebsten flüchten und drückt das dann auch aus: Schwitzen, Herzrasen, Unruhe bis hin zu Panikattacken. All das liegt noch in uns, einem Urinstinkt für das Überleben, auch wenn solche Gefahrensituationen heute nicht mehr um das wahrhaftige Überleben gehen, so gehen doch oft eine soziale Stellung und ein gesellschaftlicher Druck damit einher. Dieser Urinstinkt, der kurzzeitig den gesamten Körper antreibt und die Wahrnehmung hochschraubt, kann hingegen auch leistungsfördernd wirken. Gerade im sportlichen Bereich, kann sich die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin positiv auswirken, da zusätzliche Energie bereit steht.
Gegenteilig kann uns die unbewusste Körpersprache jedoch auch ganz schnell verraten. Sie steuert unbewusst kleine Gesten oder Mimik, die uns beim Lügen überführen. Diese kleinen Gesten lassen sich besser steuern, wenn wir darauf vorbereitet sind. Werden wir jedoch auf frischer Tat ertappt, kann uns die Körpersprache schnell verraten. Das gilt ebenso für spontanes Lügen. Hinweise darauf können eine übertriebene Freundlichkeit sein, hinter der etwas verborgen werden soll. Ebenso kann sich die mit der Lüge einhergehende Nervosität durch Schwitzen, ständiges Versprechen/ Verhaspeln, Stottern oder Zappeln äußern. Jedoch sind dies immer nur Indizien und man sollte keinen Menschen vorschnell verurteilen. So gibt es auch die kleinen Notlügen, die helfen den Alltag und das Miteinander in Notsituationen besser zu gestalten. Sie werden oftmals gewählt um andere nicht zu verletzen. Sagt eine Freundin beispielsweise den gemeinsam geplanten Abend ab, da sie einfach nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht und mal Zeit nur für sich braucht und weiß, derjenige Gegenüber wird schrecklich enttäuscht sein oder die Freundschaft ist nicht so eng, um mit der Wahrheit heraus zu rücken, so wird hier oft ein kleiner Notfall vorgeschoben, der die Terminabsage begründet. Diese kleine Notlüge soll also beide schützen: die eine vor Überlastung und die andere vor einer zu großen Enttäuschung. Lügen können auch schnell aus Scham oder Verlegenheit vor der Wahrheit angebracht werden. Sie dienen dazu einem Außenstehenden nicht zu viel über sich selbst Preis zu geben oder aber einen eigenen Vorteil daraus zu nutzen. Ebenso können Lügen aus Angst entstehen.
Quellen
Sewell, Konrad. Körpersprache: Erfolgreich Menschen lesen durch Körperhaltung und nonverbale Kommunikation. Manipulationstechniken durch Rhetorik, Ausstrahlung und Psychologie ... und selbstbewusst anwenden (German Edition). Kindle-Version (2019), ISBN 9781096164500
Kuhn, Tilo . Los geht´s, unaufhaltbar: Körpersprache lesen und verstehen lernen (German Edition). Kindle-Version (2020)
Krone, Max. Die Macht der Körpersprache: Lügen erkennen und lesen lernen-Menschen entschlüsseln und durchschauen-Körpersprache im Alltag und im Beruf einfach nutzen-Körpersprache ... verstehen und einsetzen (German Edition). Kindle-Version (2018)
Kiefel, Alexander. Körpersprache: Ich sehe was du denkst! Wie DU Menschen lesen kannst, als wären sie ein offenes Buch. (Körpersprache, Menschen lesen, Nonverbale Kommunikation) (German Edition). Kindle-Version (2018)
Kühn, Isabella. Körpersprache: Was das äußere über uns sagt (German Edition). Kindle-Version (2018)
Grundig, Marie . KÖRPERSPRACHE: Menschen lesen und durch nonverbalen Kommunikation für sich gewinnen (German Edition). Kindle-Version (2020)
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