KÖRPERSPRACHE – 2 – MIMIK UND GESTIK

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Körpersprache – 2 – Mimik und Gestik

Körpersprache – 2 – Mimik und Gestik

26.06.2022

Körpersprache ist Mimik und Gestik. Die Gestik betrifft den gesamten Körper, in den Gesten und der Körperhaltung, die wir einnehmen. Die Mimik betrifft das Gesicht: Mund, Augen, Pupillen, Stirn und Nasenflügel. Unser Gesicht ist ständig in Bewegung und sendet damit auch viele kleine Mikromimiken aus. Diese lassen uns ins Gesprächen menschlich wirken und eben nicht wie eine reglose Puppe. Daher ist das Gesicht oft der optische Mittelpunkt in einem Gespräch. Wir sehen dem Gesprächspartner zwar in die Augen, doch erfassen wir auch das gesamte Gesichtsfeld. Dabei sollte man sein Gegenüber jedoch nie anstarren. Das gilt allgemein als unhöflich.


Worte können manchmal missverständlich sein. Nehmen wir die Mimik und Gestik wahr, die diese Worte begleiten, können sie die Worte stützen und dem Gesagten die richtige Bedeutung beimessen. Neben der Körpersprache tritt noch ein weiterer Aspekt hinzu: der persönliche Kleidungsstil. Auch dieser verrät uns, was in einer Person vorgeht oder ob es der Situation angemessen ist. Ist jemand bei einem wichtigen Gespräch eher casual (alltäglich) gekleidet, so könnte man annehmen, das Gespräch sei ihm nicht wichtig. Wird hingegen ein zu steifer Kleidungsstil gewählt, so kann die Situation als sehr trocken und überschätzt eingestuft werden. Nun kommt auch noch die Körperhaltung hinzu: ist sie aufrecht und stolz oder doch mit hängenden Schultern und zusammengekauert? Über unsere Haltung verraten wir sehr viel, wie es in uns gerade aussieht und lassen evtl. auch Emotionen durchblicken, die wir in diesem Moment lieber verstecken möchten. Wir sehen also, dass unser Gesamtbild, das wir ausstrahlen, aus verschiedenen Bereichen gebildet wird. Und all diese werden direkt in einem ersten Eindruck von unserem Gegenüber erfasst.


Besonders viel Mimik geschieht mit der Augenpartie, also dem Augapfel, der Pupille, den Augenbrauen, der Muskulatur um das Auge und die kleinen Fältchen, die dabei erzeugt, wenn wir z.B. lachen und dieses Lachen auch die Augen erreicht. Weit geöffnete Augen drücken dabei oft Freude oder erstaunen aus, während zusammengekniffene Augen Misstrauen oder Missfallen bedeuten. Ein Vor-Sich-Hin-Starren kann entweder auf eine gewisse innere Anspannung hindeuten oder auch abschweifende Gedanken symbolisieren. Dabei ist man gerade weit entfernt vom Hier und Jetzt. Senkt man den Blick und weicht damit dem Gegenüber aus, indem man ihn nicht anschauen will und ihm zeitgleich den Blick in das eigene Gesicht und damit das Lesen, was in einem vorgeht, verwehrt, kann das auf Schuld oder Unterwürfigkeit hinweisen. Zeitgleich wollen wir unsere eigenen Gefühle, die sich im Gesicht spiegeln, nicht erkennen lassen, zeigen sie durch die Geste bedingt trotzdem. Ein gesenktes Gesicht kann auch helfen Wut zu verbergen. Schämen wir uns, kann es auch sein, dass wir die Hände vor das Gesicht schlagen um es ganz oder teilweise vor den Blicken anderer zu bedecken. Tauschen wir hingegen mit dem Gesprächspartner lange Blicke aus, so zeigt das Vertrauen an, denn wir erlauben unserem Gegenüber alles zu sehen, so wie er uns.


Mimik kann offen sein und unsere Gefühle zeigen. Genauso kann man lernen, Emotionen hinter einer Maske zu vergeben. Stimmt eine zur Schau gestellte herzliche Mimik nicht mit der restlichen Körpersprache überein, können uns Personen unsympathisch oder kalt erscheinen. Auch solche Personen versuchen oft Gedanken oder Emotionen vor anderen zu verstecken. Deutliches Zeichen ist ein Lächeln, das nur den Mund betrifft und die Augen nicht erreicht. So kann aber auch die Mimik über eine Maske Ruhe zeigen, jedoch sind beispielsweise die Hände nervös. Damit kann uns der gesamte Körper wieder über den wahren Gemütszustand verraten.


Man kann verschiedene Typen von Gesten unterscheiden: Die Illustratoren, die z.B. mit den Händen anzeigen, wie groß etwas ist, also veranschaulichen. Embleme sind kulturell geprägt, wie z.B. ein Kopfnicken, das „ja“ sagt. Adaptoren sind Gesten, die wir in unserer Kindheit gelernt haben, wie z. B. die Verlegenheitsgeste sich über den Mund zu wischen oder die Lippen mehrfach zu befeuchten, wenn man etwas sagen will, sich aber nicht traut. Die Regulatoren dienen zur Kontrolle der Umwelt, wie z. B. auf jemanden zu zeigen um ihn aufzurufen. Daneben gibt es die Affektgesten, die wir oft schnell und ohne nachzudenken ausüben, wie z.B. den Mund zu öffnen, wenn wir erstaunt sind. Außerdem gibt es die sogenannten „Power-Posen“, die eine Machthaltung und Selbstbewusstsein ausdrücken. Hier wird souverän, professionell und kompetent aufgetreten. Personen, die solche Gesten nutzen, machen sich nicht klein. Im Gegenteil nehmen sie oft den Raum ein, indem sie stehen oder sich bewegen.


Bei den alltäglichen Gesten gibt es auch noch die Kategorie der kleinen Berührungen. Flüchtige Berührungen können vertrauen oder Beistand ausdrücken. Eine Umarmung soll Wohlgefühl oder Trost spenden. Ein kleines Streicheln über den Arm gibt Beistand und beruhigt. Ein Schulterklopfen kann hingegen von der Situation abhängig Aufmunterung oder Gratulation bedeuten.



Quellen

Sewell, Konrad. Körpersprache: Erfolgreich Menschen lesen durch Körperhaltung und nonverbale Kommunikation. Manipulationstechniken durch Rhetorik, Ausstrahlung und Psychologie ... und selbstbewusst anwenden (German Edition). Kindle-Version (2019), ISBN 9781096164500

Kuhn, Tilo . Los geht´s, unaufhaltbar: Körpersprache lesen und verstehen lernen (German Edition). Kindle-Version (2020)

Krone, Max. Die Macht der Körpersprache: Lügen erkennen und lesen lernen-Menschen entschlüsseln und durchschauen-Körpersprache im Alltag und im Beruf einfach nutzen-Körpersprache ... verstehen und einsetzen (German Edition). Kindle-Version (2018)

Kiefel, Alexander. Körpersprache: Ich sehe was du denkst! Wie DU Menschen lesen kannst, als wären sie ein offenes Buch. (Körpersprache, Menschen lesen, Nonverbale Kommunikation) (German Edition). Kindle-Version (2018)

Kühn, Isabella. Körpersprache: Was das äußere über uns sagt (German Edition). Kindle-Version (2018)

Grundig, Marie . KÖRPERSPRACHE: Menschen lesen und durch nonverbalen Kommunikation für sich gewinnen (German Edition). Kindle-Version (2020)


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