BEWERBUNGSGESPRÄCHE – 1 – VORBEREITUNG

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Bewerbungsgespräche – 1 – Vorbereitung

Bewerbungsgespräche – 1 – Vorbereitung

19.06.2022

Hat dein Bewerbungsschreiben überzeugt, ist der nächste Schritt ein Bewerbungsgespräch. Je nach Firmengröße können das auch zwei oder mehrere Gespräche mit einem unterschiedlichen Personenkreis sein. Manchmal gibt es auch vorab ein telefonisches Interview, das ebenso als Bewerbungsgespräch zählt. Die folgenden Tipps gelten für alle Arten von Bewerbungsgespräche.


Der wichtigste Punkt ist Pünktlichkeit, am besten sollte man sogar 5-10 min früher da sein. Denn Zuverlässigkeit ist für Arbeitgeber besonders wichtig und geht schon mit der Pünktlichkeit und einer guten Vorbereitung zum Bewerbungsgespräch einher. Dazu zählt beispielsweise auch eine gut vorbereitete Selbstpräsentation, wenn diese gefordert ist.



Anfahrt

 

Plane für die Fahrt zum Bewerbungsgespräch genügend Puffer ein, für Staus, Parkplatzsuche oder ähnliches. Am besten mind. 30 min, besser 45-60 min je nach Strecke. Setz dich lieber vorher nochmal in ein Café und warte dort vor Ort. Betrete dann erst 5-10 min vor dem eigentlichen Termin das Gebäude. Das macht den besten Eindruck. Gib bei der Anmeldung sowohl deinen Namen an, als auch den vom Ansprechpartner und ggf. die Abteilung des Ansprechpartners, wenn es eine größere Firma ist. Teilweise muss man sich am Empfang ausweisen, z.B. mit Personalausweis oder Führerschein. Diese Ausweisdokumente solltest du dabei haben. Am Empfang muss man dann meist kurz warten, beginne kein Smalltalk, besser ist ein höfliches Schweigen, außer man wird dazu aufgefordert. In diesem Fall antworte mit höflichen aber kappen Sätzen. Du solltest die Person am Empfang nicht zu stark beanspruchen, bis dein Ansprechpartner kommt. Warte ebenso, ob du aufgefordert wirst an einer Sitzgruppe Platz zu nehmen. Auch wenn dein Ansprechpartner dich in einen Besprechungsraum/ Büro führt. Warte immer bis du aufgefordert wirst, Platz zu nehmen.


Wenn man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird und den Termin bestätigt hat, sollte man auch hingehen. Ist man verhindert oder hat bereits eine andere Stelle angenommen, sollte man zumindest rechtzeitig mit gutem Grund absagen.


Erscheine zu einem Bewerbungsgespräch ordentlich und ausgeruht. Du solltest weder nach Alkohol noch nach Zigaretten riechen. Falls die Zigarette davor dringend notwendig ist, packe dir Kaugummi oder eine Mündspülung ein. Entsorge den Kaugummi aber vor dem Gespräch wieder.


Deine Kleidung sollte der Stelle angemessen gewählt sein. Sie sollte ähnlich wie auf dem Bewerbungsfoto sein. Grundsätzlich gilt, die Kleidung sollte zum Bewerbungsgespräch etwas besser sein als sie meist im täglichen Arbeiten ist, wobei auch das sehr stark auf den Bereich ankommt. In täglichem Kundenkontakt wie z.B. einer Bank, ist Anzug oder Kostüm jeden Tag Pflicht. Hast du eine längere Anreise, kann es auch ratsam sein, Wechselkleidung einzupacken, z.B. ein weiteres Oberteil, da das erste verschwitzt sein könnte. Packe dir auch einen Notizblock und Kugelschreiber ein, sowie die Einladung der Firma, auf der deine Ansprechpartner stehen. Steht dein Ansprechpartner dort nicht, notiere dir den Namen. Es ist immer ein Pluspunkt seinen Ansprechpartner direkt mit Namen begrüßen zu können.



Rund um das Gespräch

 

In einem Bewerbungsgespräch geht es wie der Name sagt um ein Gespräch also einem Dialog zwischen zwei oder mehreren Leuten. Die Gespräche sollten ruhig und sachlich sein. Antworte in einer angemessenen, gut hörbaren Lautstärke. Formuliere deine Sätze klar und nicht zu lange, so dass dir jeder Zuhörer gut folgen kann. Treten Unklarheiten auf, frage nach.


In einem Bewerbungsgespräch ist man oft sehr nervös, kommt es doch einer Prüfungssituation gleich, in der man jedoch die Aufgaben nicht kennt. Das heißt auch, dass du genau in diesem Moment mit den Druck, der auf die lastet, umgehen musst. Lege dir im Vorfeld Strategien zurecht, womit du immer wieder, auch im Gespräch, kurzzeitig den Druck senken kannst. Auf das Gespräch vorbereiten kann man sich immer und sollte man auch. Informiere dich im Vorfeld über den Arbeitgeber. Wenn du den Teil Bewerbungen schreiben gelesen hast: dort wurde zur Motivation eine Recherche empfohlen. Diese Notizen kannst du jetzt wieder nutzen. Und schaue dir auch deinen eigenen Wertegang nochmal an, was ist wichtig für genau diese Stelle. Lege dir eine Antwort zurecht, warum du dich genau auf diese Stelle beworben hast. Denke über Fragen nach bevor du sie beantwortest. Mit einer guten Vorbereitung kann man also gleich die Nervosität etwas lindern.


Achte vom Betreten des Gebäudes bis du es verlässt auf deine Haltung und deine Mimik. Hierbei kann dir auch unser Beitrag Körpersprache weiterhelfen. Stehe und Sitze aufrecht, nicht die Schultern hängen lassen oder dich klein machen. Trete aber auch nicht arrogant und überheblich auf. Vor dir steht immerhin dein zukünftiger Chef. Dein Händedruck sollte selbstsicher aber nicht zu fest sein. Ebenso sollte dein Gang Festigkeit aber auch Gelassenheit zeigen. Schaukele nicht auf einem Stuhl hin und her und versuche die Hände auf dem Tisch und ruhig zu halten. Trotz Nervosität nicht zu leise und zu schnell sprechen. Schaue deinen Gesprächspartner beim Reden an und versuche einen offenen, freundlichen Gesichtsausdruck beizubehalten. Damit wirkst du locker und sympathisch. Deine Selbstpräsentation, also wie du dich in dem Gespräch verhältst, abgesehen von dem Inhalt, macht schon sehr viel aus, ob jemand sympathisch erscheint. Versuche die ganze Zeit bewusst eine positive innere Haltung anzunehmen und Interesse am Job und den Personen dir gegenüber zu zeigen. Es ist anstrengend, wenn das Gespräch länger dauert, aber versuche die ganze Zeit deine Achtsamkeit im Gespräch zu behalten, so dass deine Gedanken nicht abschweifen. Zeige außerdem eine deinem Gegenüber eine wertschätzende Haltung.


Auch ein digitales Bewerbungsgespräch läuft ähnlich ab. Achte dabei darauf, dass du dich mit dem Programm auskennst oder teste es wenn möglich vorher. Achte auch darauf, dass du eine stabile Internetleitung hast und bitte andere Personen im Haushalt in dem Zeitraum nicht zu streamen oder Medien zu nutzen, die dir die Bandbreite kürzen. Während dem Gespräch solltest du unbedingt ungestört sein. Schalte auch dein Handy aus und achte auf einen geringen Lärmpegel. Dein Hintergrund bzw. das Zimmer sollte professionell wirken. Ansonsten kannst du auch den Hintergrund im Programm ausschalten. Auch bei digitalen Bewerbungsgesprächen gilt ein guter Kleidungsstil, Haltung und Mimik. Stelle die Kamera so ein, dass du dich mit ihr auf Augenhöhe befindest. Ein Laptop/ Notebook kann beispielsweise auf 1-2 Bücher gestellt werden, dass die Höhe passt. Sonst sehen dich deine Gesprächspartner von unten nach oben an. Das widerspricht der Firmenhierarchie, fällt meist gar nicht auf, aber hinterlässt ein seltsames Gefühl, das nicht unbedingt positiv für dich ausfallen muss.


Sei in dem Bewerbungsgespräch authentisch. Verstelle dich nicht. Natürlich will jede Firma hören, wie toll sie ist und dass sie deine erste Wahl ist. Das gehört dazu, aber sei einfach du selbst. Wenn du auch das Gefühl hast, dein Gegenüber ist ehrlich, kann man nach dem Gespräch reflektieren und überlegen, ob es passen kann. Passt es nicht, wird man langfristig meist nicht glücklich in dieser Position.


Zu Beginn des Gesprächs sollte man sich auf jeden Fall für die Einladung bedanken, denn diese ist nicht selbstverständlich. Außerdem zeigt es höfliche Umgangsformen und ein wertschätzendes Verhalten.



Selbstpräsentation

 

Häufig beginnen Bewerbungsgespräche mit einer Selbstpräsentation. Diese kann rein mündlich oder auch mit einer kleinen digitalen Präsentation verbunden sein. Überlege dir vorher, was das Unternehmen über dich wissen sollte, was interessant ist und was auch zur Stelle passt. Die einzelnen Stationen sollten zu deinem Lebenslauf passen. Aber bitte nicht den Lebenslauf komplett wiederholen und alle Infos doppeln. Versuche vielmehr dabei das Interesse an deiner Person zu wecken. Damit kannst du auch Emotionen und Softskills in den bisherigen Tätigkeiten einbringen. Zeige dabei direkt, welche Qualifikationen du aus den bisherigen Erfahrungen für die Firma mitbringst. Aber auch: welche Qualifikationen erwartet die Firma von dir? Wo kannst du damit glänzen? Was stand vielleicht als Wunsch in der Stellenbeschreibung? Wiederhole es, um ein vertrautes Gefühl zu erwecken.


Frage dich auch, wer bist du neben dem Beruf? Diese Angaben sind freiwillig, lassen dich aber oftmals direkt sympathischer erscheinen. Versuche auf jeden Fall einen „roten Faden“ in deiner Präsentation zu haben, so dass sich das „Story Telling“ rund anhört. Bereite sie zu Hause gut vor und übe sie. Damit kannst du dich zu Beginn direkt sicher fühlen, denn du erzählst etwas, was du kennst und gefestigt hast.


Die Selbstpräsentation ist oft der erste Punkt beim Bewerbungsgespräch. Du kannst dich also darauf vorbereiten und sicher in deinem Auftreten sein. Es ist auch gleich der erste Eindruck des Gesprächs den du bei allen Beteiligten hinterlässt. Durch eine gute Vorbereitung kannst du den besonders positiv ausfallen lassen.



Eignung und Persönlichkeit

 

Im Bewerbungsgespräch wird deine fachliche Eignung auf die Probe gestellt. Bereite dich auch darauf vor. Daneben wird aber auch deine Persönlichkeit durchleuchtet: Verhaltensweisen, Einstellung, Motivation und Ziele. Wie ist dein Mindset? Bist du offen für Neues oder hältst du lieber an bekannten Methoden fest? Arbeitest du gerne und besser im Team oder alleine? Was ist dir wichtig? Welche Werte hast du? Am besten Recherchierst du nochmal vor dem Gespräch über deinen zukünftigen Arbeitgeber oder nutzt deine Notizen dazu. So kannst du im Gespräch sinnvolle fachliche und firmenbezogene Brücken zu Inhalten herstellen.


Wenn du während des Gesprächs Fragen hast, notiere sie dir entweder, oder wenn es passt, stelle sie direkt. Auch du darfst Fragen stellen und unklare Dinge offen und höflich ansprechen. Bedenke immer: wer kluge Rückfragen stellt und einen Sachverhalt besser verstehen will, will auch eine gute Antwort geben und hat die Motivation dazu. Im Zweifelsfall ist es auch möglich auf eine Frage mit einer Gegenfrage zu antworten, entweder um die Frage besser zu verstehen oder um einer direkten Antwort erst einmal auszuweichen. Diese Methode solltest du aber sparsam einsetzen. Sonst könntest du begriffsstutzig oder dumm wirken.


Werden bei dir Schwächen aufgedeckt, versuche souverän darauf zu reagieren. Überdenke dazu deine Antwort gut und nimm dir Zeit eine gute Formulierung zu finden. Deine Antwort kann weitere Fragen fördern, die du damit lenken kannst. Je besser und erklärender deine Antwort ist, desto weniger Fragen kommen nach. Bedenke auch, so lange du (sinnvoll) redest, fragt dein Gegenüber nicht. Führe deswegen deine Antworten gerne aus, aber gerate nicht ins Schwafeln. Jeder Satz sollte prägnante Informationen enthalten.


Ehrlichkeit ist in einem Bewerbungsgespräch eine Notwendigkeit. Lügen werden früher oder später immer aufgedeckt und können zu einer fristlosen Kündigung führen. Im schlimmsten Fall können sogar Strafzahlungen drohen.


Ein Bewerbungsgespräch soll mit scheinbar höflich klingenden Fragen, aber auch etwas Stress erzeugen. Ist der/ die Kandidat/in unter Druck gesetzt, sieht man, wie er/ sie reagiert. Viele Fragen sind Standardfragen, überlege dir im Vorfeld eine Antwort dazu, die dich möglichst positiv dar stehen lässt, auch wenn der eigentliche Fall z.B. negativ war (z.B. abgebrochenes Studium). Es geht darum, was du aus deinen Fehlern gelernt und gemacht hast. Es ist wichtig gut argumentieren zu können und auch in einen Dialog zu gehen.


Durch unterschiedliche Fragenstellungen wird auch dein Differenzierungsvermögen geprüft. Wie gut kannst du deine Antworten abwägen und verschiedene Punkte zueinander relativieren? Dies ist ein Zeichen von Intelligenz, Reife, Realitätssinn und Denkfähigkeit, aber auch von Authentizität. Dabei wird auch deine Individualität geprüft. Gib keine Worthülsen, die jeder verwendet und man im Internet auswendig lernen kann zur Antwort. Gib das zur Antwort, was du denkst, dein Gefühl ist und was dich ausmacht. Dein Gegenüber will nicht die perfekte Antwort hören, die er selbst nachlesen kann, sondern dich kennenlernen. Versuche auch Antworten präzise und so konkret wie möglich zu formulieren. Niemand mag ein längliches Rumgeschwafel, keine Floskeln oder Farce, ungenaue Antworten. Sei in deinen Aussagen spezifisch und glaubwürdig. Gib deinen Antworten immer Substanz und ausreichend Inhalt, so dass sie als eine gehaltvolle Information zu werten sind. Eine gute Vorbereitung kann dir dabei weiterhelfen. Sie ist außerdem ein Zeichen von Intelligenz und Ausdrucksstärke und dass deine Antworten wohlüberdacht sind.


Zur emotionalen Intelligenz gehört neben der Selbst-Wahrnehmung auch das Selbst-Management, also wie gut meistere ich mein Leben und wie stark ist meine Selbstmotivation. Wie gut ist deine Empathie? Wie gut kannst du dich in andere hineinversetzen? Falls dein Beruf hierzu ein gewisses Maß benötigt, z.B. als Führungskraft oder im sozialen Bereich, können auch hierzu teils offene und teils verstecke Fragen gestellt werden. Ebenso kann nach deinen Werten und Visionen, nach deinem Ansporn für diesen Beruf und wie er zu deinem Leben passt gefragt werden. Hierbei wird gerne abgeklopft, ob deine Eistellung zu der der Firma und des Teams passt. 




Quellen


Fluss, Joseph. BEWERBUNG - die perfekte Bewerbung schreiben: Das Buch, mit dem Sie lernen, andere von sich zu überzeugen, um Ihren Traumjob zu ergattern (mit exklusiven ... Anschreiben & Lebenslauf) (German Edition). Kindle-Version.


Momaroni , Stefano. Das Geheimnis erfolgreicher Bewerbungen: Anleitung zum perfekten Lebenslauf und Anschreiben (German Edition). Kindle-Version.


https://karrierebibel.de/arbeitszeugnis-formulierungen-bewertung/

(am 04.06.2021, 10:52 Uhr)


Kirch, Lukas. Der perfekte Lebenslauf in nur 90 Minuten: Eye-Tracking, Insider-Wissen: Darauf kommt es beim Lebenslauf an! (Bewerbung? Nichts leichter als das!) (German Edition). Kindle-Version.


Rahe, Christian B.. Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst ... geeignet für Quereinsteiger (German Edition). Kindle-Version.


Barwell, John R. N.. Bewerbung mit Erfolg: So meisterst du dein Job-Interview und sicherst dir deinen Traumjob (German Edition). Kindle-Version.


Barden, Julia. Erfolgreich bewerben von Anschreiben über Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch - überzeuge jeden Personaler (German Edition). Kindle-Version.


Janson, Simone. Bewerbung richtig schreiben: Mit Lebenslauf & Motivationsschreiben verkaufen statt nur online & offline bewerben, Bewerbungsgespräche führen dank perfekten Anschreiben & Vorlagen (German Edition). Kindle-Version.


Traxler, Thomas. 10 Schritte zum Traumjob: Ein persönlicher Wegweiser durch den kompletten Bewerbungsprozess (German Edition). Kindle-Version.


Janson, Simone. Recruitingwissen für Jobsucher: Kriterien der Bewerberauswahl, Initiativbewerbung schreiben, Einstellungstests, Auswahlverfahren, Arbeitszeugnis, Online-Reputation, Jobinterview (German Edition). Kindle-Version. à amüsant aber weniger hilfreich

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