Das Anschreiben gliedert sich in einen Kopf (wer, was?), Einleitung (um was geht es?), Hauptteil (Selbstdarstellung) und Schlussteil (Schlussformel).
Ganz nach oben kommt deine vollständige Anschrift mit Zeilenabstand einfach (1,0). Darunter folgen 3 Leerzeilen als Abstand und dann die Firmenadresse, bei der du dich bewirbst. Hierbei kommt zuerst der Name des Unternehmens mit Rechtsform (z. B. AG oder GmbH). Darunter in einer neuen Zeile der Name des Personalverantwortlichen, gefolgt von Straße und Hausnummer oder Postfach und schließlich PLZ und Ort. Dabei kommt jeder Teil der Anschrift wieder in eine eigene Zeile, wie bei deiner Anschrift und mit einfachem Zeilenabstand. Es folgen nochmal 2 Leerzeilen.
Nun folgt das Wort „Betreff:“ mit dem Titel der Stellenanzeige, z.B. „Bewerbung um die Stelle als…, Referenznummer…“. Das wird alles in fett hervorgehoben. Gibt es keine Referenznummer, kann diese natürlich weggelassen werden. Auch die Angabe (m/w/d) kann entfallen, sollte aber auf das eigene Geschlecht („Arbeiter/ Arbeiterin“) angepasst sein. Nach rechts kommen Ort und das aktuelle Datum.
Danach folgen wieder zwei Leerzeilen und die Anrede „Sehr geehrte/r Herr/Frau…“. Bei der Ansprechperson bitte auf die korrekte Schreibweise des Namens achten. Ist diese falsch, kann es schon ein Ausschlusskriterium sein und die eigene Bewerbung landet auf dem „abgelehnt“-Stapel bevor mit dem eigentlichen Inhalt begonnen wurde.
Das Anschreiben selbst sollte aus kurzen und schlüssigen Sätzen mit klarem Inhalt und klaren Aussagen bestehen. Floskeln sind zu vermeiden. Der Sprachstil sollte auf jeden Fall höflich und angemessen sein. Am Ende folgt die persönliche Unterschrift, entweder auf dem ausgedruckten Blatt mit blauem oder schwarzem Stift, am besten ein Kugelschreiber oder dünner Faserstift verwenden. Die Unterschrift muss immer dokumentenecht sein, also kein Bleistift oder Füller. Bei digitalen Dokumenten empfiehlt es sich, die Unterschrift auf ein weißes Blatt zu schreiben und einzuscannen oder abzufotografieren und dann als Bild am Dokumentenende einzufügen. Dabei ist auf eine gute Qualität des Bilds zu achten.
Die Formalien im Anschreiben sind auf jeden Fall einzuhalten. Fehlen beispielsweise Datum oder die Unterschrift, sind das Kriterien zum Aussortieren der Bewerbung. Ist das Schriftbild der Bewerbung uneinheitlich, also wechselt die Größe oder der Zeichensatz, gibt es auch Minuspunkte. Wirkt die ganze Bewerbung schlampig, hat sie Knicke oder gar Flecken, wird sie meist direkt aussortiert. Ist das Anschreiben länger als maximal 2 Seiten, so wirkt es auch gleich unattraktiv, der Bewerber neigt zum Schwafeln. Auch dürfen geforderte Anhänge nicht fehlen. Sind zu viele Anlagen eingereicht, so kann es gleich überfordern und Desinteresse erzeugen. Daher sollten nur die relevanten Zeugnisse und Unterlagen im Anhang sein. Nicht jede Schulung muss belegt werden. Diese Unterlagen kann man zu einem Bewerbungsgespräch mitnehmen und bei Bedarf zur Verfügung stellen.
Das Anschreiben ist ausschlaggebend und zeigt die eigene Persönlichkeit. Es muss überzeugend sein und aus allen anderen Bewerbungen herausstechen. Samt Anschrift soll es maximal 2 Seiten betragen. Das eigentliche Anschreiben sollte dabei am besten nur 1 Seite lang sein (Anschrift und Betreff samt Leerzeilen nehmen meist eine halbe Seite ein). Allgemein sollen auf Floskeln verzichtet werden. Es soll nicht benannt werden, wo man die Stelle gefunden hat oder dass man Interesse an dieser Stelle hat. Das geht schon daraus hervor, dass man sich bewirbt. Die Stellenbezeichnung steht bereits darüber im Betreff und muss nicht wiederholt werden. Diese Einleitung wegzulassen bringt zeitgleich Platz für das Wesentliche.
Nun kann die vorbereitete Informationsrecherche herangezogen werden. Warum bewirbt man sich bei diesem Unternehmen? Was bringt man der Firma? Was kann ich geben und was ist der daraus folgende Gewinn für das Unternehmen? Dabei können zwar ich-Formulierungen verwendet werden, jedoch sind Formulierungen wie „wir“ oder „Sie“ besser. Diese zeigen eine gemeinsame Zukunft auf oder sprechen den Leser direkt an: „Sie profitieren von meinen Kenntnissen…“ – dabei jedoch nicht zu arrogant, sondern selbstsicher wirken.
Prüfe jeden Satz auf seine Qualität und den Informationsgehalt. Was muss wirklich rein? Was wiederholt sich vielleicht? Keine leeren Sprachhülsen verwenden, die vielleicht nett klingen, aber keinen persönlichen Inhalt transportieren. Ebenso sollte auf Sätze ohne Inhalt oder Lückenfüller verzichtet werden. „Leere Sätze“ zeugen von Kreativlosigkeit. Daher ist es besser Schlagwörter zu nennen, mit denen man sich selbst bewerben kann. Beantworte auch indirekt die Frage, warum genau du für das Unternehmen die beste Wahl für die ausgeschriebene Position bist. Achte hierbei auch auf das Ansprechen der Softskills. Deine fachlichen Leistungen stehen im Lebenslauf. Falls nötig, kannst du das Anschreiben auch dazu nutzen berufliche Auszeiten größer 2 Monate im Lebenslauf kurz zu erklären.
Das gesamte Anschreiben sollte einen durchgängigen roten Faden haben und in sich selbst schlüssig sein. Gute und wichtige Argumente sollten gleich zu Beginn genannt werden, denn das regt das Weiterlesen an. Ebenso ist es gut, wenn du daraus eine Brücke vom Unternehmen zu dir bilden kannst (z. B. Bezug zu einem Gespräch, Bezug zu einer Person, die dort bereits Mitarbeiter ist, was dich an diesem Arbeitgeber/Stelle besonders anspricht, was du als Mitarbeiter bieten kannst). Zeige direkt, dass du genau diesen Job wirklich willst. Lass deine Begeisterung in einem lebendigen Anschreiben spürbar werden. Zeige deine Motivation. Bleibe jedoch trotzdem immer seriös. Mache deutlich, was dich an diesem Unternehmen begeistert und biete aktive Unterstützung zum Erfolg an, jedoch bitte nie mit Ausrufezeichen schreiben. Versuche dabei aber stets deine Formulierungen klar zum Ausdruck zu bringen, keine verschachtelten Sätze und keine Andeutungen. Übe dich hierzu auch in einem „unternehmerischen denken“. Wärst du Chef, was würdest du wollen oder erwarten? Du kannst auch versuchen im Anschreiben die Prioritäten der Firma und die Unternehmensziele zu treffen, falls du sie kennst. Zeige bereits im Anschreiben Initiative und Loyalität. Falls es Vorabtelefonate oder E-Mail-Kontakt gab, kannst du dich in der Einleitung auch bereits darauf beziehen.
In der Einleitung oder dem ersten Absatz sollte nun also die Neugier auf deine Person geweckt sein. Neuerdings kann auch mit Fragen begonnen werden: Sie suchen jemanden? Hier bin ich! Aber Achtung, ein solch forsches Auftreten kommt nicht überall gut an. Manchmal ist es daher immer noch besser etwas zurückhaltender zu sein, insbesondere bei traditionellen Unternehmen. Zeige auf jeden Fall auf, warum du genau in diese Firma willst. Ist es ein kleiner Betrieb mit einer familiären Führung und Charakter, der dir besonders zusagt. Oder doch lieber ein großes Unternehmen, dass viele Möglichkeiten mit weltweiten Verknüpfungen bietet (… ein großes und namhaftes Unternehmen wie Ihres…)? Begründe direkt im ersten Satz, warum du dich bewirbst.
Der zweite Absatz sollte sich auf deine Selbstpräsentation konzentrieren. Neben allgemeinen Angaben sollte hier auch dein Alleinstellungsmerkmal stehen, warum genau du der/die richtige bist. Dafür solltest du auch deine positiven Eigenschaften beschreiben, die dieser Stelle nutzen. Stelle dar, was du für die neue Firma mitbringst. Wecke Interesse an deiner Person durch sachliche Argumente. Argumente, die zuerst genannt werden, gelten hierbei als wichtiger.
Der dritte Absatz bildet mit dem zweiten Absatz das Kernstück der Bewerbung und sie sollten ähnlich lang sein. Hier geht es darum deine Qualifikationen zu zeigen, wie du den Job erfolgreich durchführen kannst. Du kannst Erfahrungen aufzeigen und so formulieren, dass der der Arbeitgeber den Wunsch hat, dich näher kennen zu lernen und zu einem Telefonat oder Bewerbungsgespräch einlädt. Stelle deine Persönlichkeit im beruflichen Kontext vor oder zeige auch deine Methodenkompetenz, je nach Anforderungsprofil. Jetzt können auch Softskills benannt werden, wie z.B. Teamfähigkeit, Loyalität oder Verhandlungsgeschick. Es geht nicht darum möglichst viele, toll klingende Wörter aufzuzählen und den Leser damit zu überfluten bzw. zu schreiben, was der Arbeitgeber wohl gerne hören möchte. Es geht darum, dass du authentisch bleibst und lieber nur 2 bis 3 Softskills nennst, diese aber mit Beispielen und Erfahrung belegen kannst, dass sie glaubwürdig erscheinen. Achte darauf, dass du nicht so erscheinst, als würdest du genau das schreiben, was der Arbeitgeber alles hören möchte. Das wirkt nicht authentisch, insbesondere, wenn deine Persönlichkeit und deine Erfahrungen dabei nicht entsprechend mit einbezogen sind. Denn das macht auch misstrauisch.
Der nächste Abschnitt ist optional. Er enthält den frühestmöglicher Eintrittstermin und Gehaltsvorstellungen. Diese Angaben müssen nicht zwingend in das Anschreiben aufgenommen werden, sondern können auch in einem persönlichen Gespräch geklärt werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Firma nachdem sie dich positiv kennengelernt hat auch bereit sein kann, 2-3 Monate auf dich zu warten oder mehr zu zahlen. Steht es bereits im Anschreiben, könnte das ein Ausschlusskriterium sein, oder du landest auf dem „Vielleicht-Stapel“ und andere stellen sich vor dir besser dar und erhalten den Job. Du musst also auch hier erstmal von dir Überzeugen, bevor du mit Forderungen (Gehalt) oder Einschränkungen (Beginn) die Firma für dich gewinnen kannst.
Der vierte Absatz ist der letzte und bildet die Überleitung zum Vorstellungsgespräch. Hier kann man nochmal unterschwellig zeigen, dass man es wert ist eingeladen zu werden. Auf jeden Fall gilt es Optimismus auszudrücken für eine Zusage zum Gespräch: „Ich freue mich über eine positive Rückmeldung und die Einladung zu einem persönlichen Gespräch. Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen, …“. Der Schluss kann auch das weitere Vorgehen beinhalten mit dem nächstmöglicher Eintrittstermin (z.B. „kurzfristig“ oder „ab TT.MM.JJ“). Benötigt man eine gewisse Diskretion, damit der aktuelle Vorgesetzte nichts mitbekommt, z.B. bei einem innerbetrieblichen Wechsel, so kann man an dieser Stelle höflich darum bitten. Auf jeden Fall sollte man das Interesse an anderen Stellen des Unternehmens oder auch die Freude auf ein gegenseitiges Kennenlernen nochmal kundtun.
Anschließend erfolgt noch die Grußformel und Unterschrift. Die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ ist immer noch gängig, wobei auch „Freundliche Grüße“ häufig Verwendung findet. Der Gruß bzw. die Grüße sollten immer im Plural geschrieben werden, das gilt als höflicher. Die Unterschrift sollte dokumentenecht in blau oder schwarz erfolgen. Teilweise wird sie in blau empfohlen, damit sich die darin erkennbare Persönlichkeit besser vom schwarzen Text abhebt.
Das Anschreiben soll also die nötige Motivation und Qualifikation aufzeigen. Der Lebenslauf zeigt die wichtigsten Eckpunkte im Leben und die Berufserfahrung.
Quellen
Fluss, Joseph. BEWERBUNG - die perfekte Bewerbung schreiben: Das Buch, mit dem Sie lernen, andere von sich zu überzeugen, um Ihren Traumjob zu ergattern (mit exklusiven ... Anschreiben & Lebenslauf) (German Edition). Kindle-Version.
Momaroni , Stefano. Das Geheimnis erfolgreicher Bewerbungen: Anleitung zum perfekten Lebenslauf und Anschreiben (German Edition). Kindle-Version.
https://karrierebibel.de/arbeitszeugnis-formulierungen-bewertung/
(am 04.06.2021, 10:52 Uhr)
Kirch, Lukas. Der perfekte Lebenslauf in nur 90 Minuten: Eye-Tracking, Insider-Wissen: Darauf kommt es beim Lebenslauf an! (Bewerbung? Nichts leichter als das!) (German Edition). Kindle-Version.
Rahe, Christian B.. Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst ... geeignet für Quereinsteiger (German Edition). Kindle-Version.
Barwell, John R. N.. Bewerbung mit Erfolg: So meisterst du dein Job-Interview und sicherst dir deinen Traumjob (German Edition). Kindle-Version.
Barden, Julia. Erfolgreich bewerben von Anschreiben über Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch - überzeuge jeden Personaler (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. Bewerbung richtig schreiben: Mit Lebenslauf & Motivationsschreiben verkaufen statt nur online & offline bewerben, Bewerbungsgespräche führen dank perfekten Anschreiben & Vorlagen (German Edition). Kindle-Version.
Traxler, Thomas. 10 Schritte zum Traumjob: Ein persönlicher Wegweiser durch den kompletten Bewerbungsprozess (German Edition). Kindle-Version.
Janson, Simone. Recruitingwissen für Jobsucher: Kriterien der Bewerberauswahl, Initiativbewerbung schreiben, Einstellungstests, Auswahlverfahren, Arbeitszeugnis, Online-Reputation, Jobinterview (German Edition). Kindle-Version. à amüsant aber weniger hilfreich
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