LERNEN LERNEN – 11 – LERNUMGEBUNG

Lernen lernen – 11 – Lernumgebung

03.07.2022

Als Lernumgebung ist nicht nur der Raum oder Platz, an dem gelernt wird, zu verstehen, sondern auch alles, was das Lernen beeinflusst.

 

Je besser die räumliche Lernumgebung zu einem selbst passt und je weniger Ablenkung sie liefert, desto effizienter und erfolgreicher ist das Lernen. Allgemein sollten Lerninhalte sauber voneinander getrennt werden, so dass man sich auf das jeweilige Lernziel konzentrieren kann. Störungen von außen und Ablenkungen sollten vermieden werden. Beim Lernen funktioniert Multitasking nicht. Ob der Lernplatz nun in einem Café, in der Bibliothek, in der Küche, im eigenen Zimmer oder doch lieber draußen ist, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Der Lernort sollte regelmäßig gelüftet werden. Das hilft gegen Müdigkeit und beim Konzentrieren.

 

Soll mit dem Lernen gestartet werden, so sollten alle benötigten Lernmaterialien, also Unterlagen, Bücher, Notizen, Papier, Stifte, etc. griffbereit liegen. Muss man dazwischen erst immer wieder das Benötigte suchen, hemmt es den Lernfluss. Für verschiedene Fächer kann auch ein Farbkonzept zum schnellen Auffinden helfen.

 

Der Lernplatz sollte einen Tisch beinhalten, auf dem genügend Platz für die Lernmaterialien ist. Tisch und Stuhlhöhe sollten optimal auf den Körper angepasst sein. Das hilft Verspannungen vorzubeugen. Außerdem sollte eine ausreichende Beleuchtung da sein, so dass Texte gut lesbar sind und die Augen nicht so schnell müde werden. Hier helfen eine allgemeine Beleuchtung durch eine Deckenlampe und eine gezielte Beleuchtung durch eine verstellbare Schreibtischlampe. Auch eine Pinnwand mit den Lernthemen und einem organisierten Ablauf kann dabei helfen. Die meisten bevorzugen eine ruhige Lernumgebung. Daher sollte auf einen niedrigen Lärmpegel geachtet werden.

 

Unsere eigene Stimmung trägt auch maßgeblich zum Lernerfolg bei. Lag gerade ein Streit vor oder gab es aufwühlende Themen in der Familie oder im Freundeskreis, so kann man damit schlecht ins Lernen starten. Der Kopf ist mit dem Thema noch voll. Es sollten daher kurz vor dem Lernen bewusst Methoden angewendet werden, die den Kopf abschalten lassen und Ruhe bringen. Das kann eine kleine Meditation oder Achtsamkeitsübung sein, das Lieblingslied mitsingen, nochmal 10 min lang einen Spaziergang machen oder eine kleine Sporteinheit. Wenn der Kopf bereit für das Lernen ist, klappt das Arbeiten deutlich konzentrierter. Wie bereits oben erwähnt ist auch eine positive oder zumindest neutrale Haltung gegenüber den Lerninhalten förderlich.

 

Im weiteren Sinne zur Lernumgebung und nützlichen Hilfestellungen sollte auch eine gesunde und ausreichende Ernährung bedacht werden. Denn unser Gehirn braucht Energie. Auch wenn es sich hier gerne Zucker wünscht oder das Stück „Frustschokolade bzw. Frustgummibärchen“, so gibt es auch gesunde Alternativen wie z. B. Nüsse. Allgemein sollte auf viele Vitamine und Antioxidantien geachtet werden, da das Gehirn diese dringen braucht. Künstlicher Zucker, wie in Kuchen, Keksen und Süßigkeiten sollte hingegen besser vermieden werden (zumindest in großen Mengen). Wer etwas Süßes möchte, sollte lieber zu Obst greifen. Auch Transfette (in Fast Food, Tiefkühlpizza, etc.) sind nicht förderlich und schaden dazu auch der Gesundheit. Um die Gedächtnisleistung zu fördern, braucht man genügend Vitamin B12, das z.B. in Eiern, Milch oder Fisch enthalten ist. Neben ausreichender, gesunder Nahrung benötigen wir auch ausreichend Flüssigkeit. Daher ist viel trinken wichtig. Das sollten als Jugendlicher bzw. Erwachsener mind. 2 Liter pro Tag sein. Unser Gehirn benötigt viel Flüssigkeit um gut zu funktionieren.

 

Eine ausreichende Menge Schlaf ist wichtig für den Lernprozess. Hierzu zählt auch eine gute Schlafhygiene, also ein gesunder Schlafrhythmus mit gleichen zu Bettgeh- und Aufstehzeiten. Das Schlafzimmer sollte außerdem immer ausreichend gelüftet sein. Zu viel oder zu wenig Schlaf wirken sich beide negativ auf das Lernen aus. Allgemein sind ca. 6 bis 9 h Schlaf pro Nacht ausreichend. Das ist natürlich ein wenig individuell. Schlafentzug senkt nachweislich die Leistungsfähigkeit. Naschen kurz vor dem Schlafen (das „Betthupferl“) sollte vermieden werden. Die Nahrung und insbesondere Zucker sagen dem Körper, dass gleich Leistung erwartet wird, jedoch soll er ja zur Ruhe kommen. Das bringt also den körpereigenen Rhythmus durcheinander. Hier ist es besser zu einer Tasse Tee oder heißer Milch zu greifen. Wer es etwas süßer mag, kann ein wenig Honig hinzutun. Das entspannt und beruhigt. Regelmäßige nächtliche Snacks können die Gesundheit beeinträchtigen, da eine Energiezufuhr aufgenommen, aber nicht umgesetzt wird. Mögliche Folgen sind Adipositas und Diabetes.

 

Neben Ernährung und Schlaf ist Bewegung die dritte Säule für einen gesunden Körper und damit einen optimalen Lernprozess. Bewegung kurbelt den Kreislauf und den Blutfluss an, auch den im Gehirn. Bewegung an frischer Luft versorgt uns zusätzlich mit viel Sauerstoff. Empfehlenswert sind mind. dreimal 45 min Bewegung pro Woche. Bereits Spazierengehen ist hier sehr hilfreich.

 

Neben eindeutigen Faktoren, die das Lernen begünstigen, gibt es leider auch solche, die das Lernen erschweren. Darunter fallen auch psychische Krankheiten. Depressionen beinträchtigen das Lernverhalten negativ. Die Aufnahme, das Abspeichern und das Abrufen von Gelerntem sind (teilweise) blockiert. Stellt sich zusätzlich Angst ein, das alles nicht zu schaffen, kann diese Angst zu einer Art Gedächtnisverlust führen. Wissen ist nicht abrufbar. Oftmals gehen psychische Krankheiten mit weiteren Symptomen einher: schlechte Ess- oder Schlafgewohnheiten führen zusätzlich zu einer schlechteren Leistungsfähigkeit. Eine schlechtere Leistung macht mehr Stress und Angst, was die Symptome wieder verstärken kann. Es entsteht ein Teufelskreis, der sich insgesamt auf die Konzentration auswirkt. Daher ist es zwingend notwendig die Ursache herauszufinden und an dieser zu arbeiten, denn von alleine werden die Symptome nicht besser. Auch ein Lernzwang mit viel Selbstdisziplin führt bei hohem Einsatz nur zu geringem oder mäßigem Erfolg. Können jedoch die zugrunde liegenden psychischen Probleme angepackt und aufgearbeitet werden, so verbessert sich das Lernen und der Lernerfolg automatisch mit. Auch andere psychische Krankheiten können den Lernerfolg beeinflussen.

 

Neben psychischen Beschwerden, können auch körperliche Beschwerden einen Einfluss auf das Lernen ausüben. Das können z. B. Schilddrüsenprobleme sein, also Faktoren im Körper, die nicht ganz rund laufen und damit negativ auf das körpereigene Gleichgewicht wirken. Auch Hormonschwankungen können einen Einfluss haben.

 

Die Einnahme von verschiedenen Medikamenten kann das Lernen behindern. Hier sind v.a. Schmerzmittel, Antidepressiva und Benzodiazepine zu nennen, da sie das Gehirn und damit das Denken schmälern oder komplett lahm legen. Auch cholesterinsenkende oder Anti-Krampf-Medikamente können einen Einfluss auswirken. Manche Medikamente verhindern nicht nur das akute Lernen, sondern wirken sich auch negativ auf die Gedächtnisleistung aus. Nimmt man entsprechende Medikamente ein und hat man das Gefühl, dass diese einen einschränken, sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt darüber gesprochen werden.

 

Auch andere Gewohnheiten wie Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum können sich nicht nur körperlich negativ auswirken, sondern auch die geistige Leistung verringern. Rauchen führt u.a. zur Ausdünnung der Hirnrinde, die für die Beibehaltung der Erinnerung verantwortlich ist. Dadurch kann man sich Dinge schlechter behalten. Dieser Vorgang ist zum Glück reversibel, wenn mit dem Rauchen aufgehört wird.

 

 

 

Quellen

Freudenthal, Tom. Digitales Lernen?: Wie du mit der richtigen Lernstrategie neues Wissen aufbaust schneller, hochmotiviert und nachhaltig (German Edition). Remote Verlag. Kindle-Version.

Herget, Annabel. Grundschultricks – Spielerisch lernen mit deinem Kind: Spannende Ideen und Anleitungen für den Alltag (Inkl. 20 Lernspiele für Mathe & Deutsch + 60 Tricks, ... für die Grundschule) (German Edition). Kindle-Version.

Janson, Simone. eLearning - Virtuell Eigenständig Lernen: Digitales Gedächtnistraining, Erinnerungsvermögen schulen, Selbstmotivation & Ziele erreichen, Anti-Stress-Konzept Online-Weiterbildung (German Edition). Kindle-Version.

Meißner, Jessica. Lernen zu lernen: Erfolgreich durch die Schule, das Studium und das Leben mit Tricks vom Klassenstreber (German Edition). Kindle-Version.

Pantero, Paul. Motivation für Schule und Studium (German Edition). Kindle-Version.

Brandt, Matthias. ERFOLG IN DER SCHULE - Bestnote auf Knopfdruck: Wie Du mit Hilfe effektiver Lerntechniken & klugem Zeitmanagement Deine Konzentration steigerst und Schritt ... zum Einserschüler wirst (German Edition). Kindle-Version.

Fiorentini, Alessandro. Lerntechniken: Wie man fortgeschrittene Lernstrategien einsetzt, um schneller zu lernen, sich mehr zu erinnern und produktiver zu sein (German Edition). Kindle-Version.



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