Radikale Akzeptanz  

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[B]Morrigan
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Was ist radikale Akzeptanz? Warum ist sie so wichtig?

Ist „radikal“ nicht zu radikal? Sollte man sowas nicht besser vermeiden? Ist das nicht zu extrem? Zu engstirnig? Macht man es sich damit auf der anderen Seite nicht zu leicht? Zu sagen, ja ist so, kann ich eh nicht ändern fertig – fertig?

Antwort: ja und nein – wie bei vielem gibt es auch hier keine eindeutige Antwort. Es kommt auf die Situation an, die persönlichen Erfahrungen und Umstände. Natürlich sollte man jetzt nicht zu allem sagen, ok, ist so, ich mache nichts mehr. Es geht bei radikaler Akzeptanz um Situationen, die tatsächlich nicht zu ändern sind, da sie nicht (mehr) in unserer Hand liegen. Entweder weil sie schon in der Vergangenheit liegen, oder sich aus unserem Einflussbereich entziehen.

Diese Methode wird oft Menschen nahegebracht, die Probleme mit Gefühlen haben, Stresstoleranz, schnell in Extreme kippen. Häufig findet es daher Anwendung in der Borderline-Therapie. Aber die Methode kann natürlich auch anderen helfen und ist nicht auf eine bestimmte Personengruppe zu beschränken.

Bedingt kommt das System „radikale Akzeptanz“ auch im Glauben vor. Das Vertrauen in Gott, dass er einen lenkt, dass das alles schon Gottes Plan ist, dass man Missstände akzeptiert, weil Gott es so will. Bedenkt man z. B. die Anonymen Alkoholiker/Spieler/etc., so haben diese ein Abschlussgebet: „Gott, gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann…“ – auch hier steckt die Akzeptanz drinnen.

Aber das Ganze soll nun kein Freibrief sein, sich nicht zu bemühen, sich nicht anzustrengen, zu sagen, ach, ich hab heute keine Lust etwas zu tun, ich bleib im Bett. Es wäre wohl besser aufzustehen, zu duschen, was zu essen, aber ich will nicht und im Bett fühle ich mich eh wohler, weil die ganze Welt eh nur mies ist und mich eh niemand braucht. Ok, ich akzeptiere mein Faulsein – fertig. Nein, genau das sollte es nicht sein. Es geht nicht um „Ausreden finden“, nicht um das Rechtfertigen, das man sich nicht anstrengen will. Denn das führt nicht zu einer Verbesserung der Situation. Und die muss immer noch im Vordergrund stehen.

Es ist daher wichtig zu unterscheiden: wann akzeptiert man und wann missbraucht man das System, um sich nicht anstrengen zu müssen.

This topic was modified vor 2 Monaten by xdrago
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Veröffentlicht : 01/02/2019 8:52 pm
[B]Morrigan
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Beispiele:

Aber, wenn man es nun morgens nicht geschafft hat, aufzustehen und es wird später und später… und dann ist es doch schon wieder Mittag, bis man nun doch endlich aufsteht, eben aber nur weil die Blase drückt und man sonst keinen Willen dazu hatte, dann kommt auch durchaus der Selbsthass wieder. Man ärgert sich über sich selbst, schwach zu sein, das mal wieder nicht geschafft zu haben. So was Einfaches wie morgens aufstehen, was jeder Mensch tut. Also sollte man das selbst doch auch können, denn eigentlich ist da doch nichts dabei! Und die Spirale dreht sich bergab, die Selbstvorwürfe werden stärken, man erinnert sich an andere Dinge, die man ja auch nicht kann und generell eh nur ein Versager ist und überhaupt… Das dauert, Minuten oder Stunden an, die Selbstvorwürfe, der Selbsthass, steigert sich rein… Und am Ende, wenn diese Trance nachlässt, man endlich wieder klar denken kann, aus der Spirale zurück kommt, dann sieht man die neuen Wunden und man fängt wieder an sich zu ärgern. Nicht standgehalten zu haben, schwach zu sein, ein Versager, die Wut kommt zurück oder die Trauer. Das Gefühlschaos beginnt von vorne und man dreht sich im Kreis – Stopp!

Genau an der Stelle, setzt nun die radikale Akzeptanz ein. Damit man sich nicht wieder weiterdreht, nicht wieder das alles von vorne beginnt, man nicht wieder in diesen Kreislauf gerät. Der Gedanke „ich bin scheiße, ich habe wieder versagt“ wird ersetzt von „ok, es ist passiert. Es liegt in der Vergangenheit, ich kann es nicht mehr ändern. Aber ich akzeptiere, was geschehen ist.“ und damit sollte auch z.B. eine Wundversorgung einhergehen, etwas, was verdammt schwer fällt. Das alles macht die Tat nicht besser, es beseitigt sie nicht, es beschönigt nicht, es verharmlost nicht und v.a. es entschuldigt auch nicht. Aber es macht den Umgang mit den Gefühlen besser, das ausbrechen aus dem Gefühlschaos aus dem Selbsthass-Kreislauf. Und genau da sollte die radikale Akzeptanz ansetzen und helfen.

Das war nun ein (ok, heftiges, aber recht alltägliches) Problem, das mehr oder weniger selbstverschuldet entstand, die eigene Unfähigkeit aufzustehen. Nun möchte ich noch ein Beispiel bringen, das nicht in der eigenen Hand liegt. Eben der zweite Fall, wo radikale Akzeptanz helfen kann: Man hetzt zum Bahngleis, beeilt sich, hat es eilig… und sieht den Zug abfahren. Verdammt! Wieder zu spät, hätte ich mich eben nur beeilt, hätte die dumme Kuh auf der Rolltreppe doch mehr Platz gemacht, dass ich noch schneller an ihr vorbei gekommen wäre. Vielleicht hätte ich schneller was sagen sollen, dass sie mich vorbei lässt? Warum hab ich das nicht? Vielleicht hätte ich sie einfach anrempeln sollen? Wer kann schon so eine Rolltreppe blockieren? Sie hätte es immerhin verdient, ich hab ja deswegen den Zug verpasst. Oder war ich doch einfach zu spät los? Ist doch alles scheiße! Jetzt komme ich zu spät, nie kann ich etwas richtig machen! – Stopp! Bringt es nun etwas sich grün zu ärgern? Bringt es etwas am Bahnsteig zu toben? Hin und her zu rennen und zu schreien (auch innerlich?) bringt das den Zug zurück oder den nächsten schneller her? Nein, aber manche Dinge, auch wenn es erst mal so scheinen mag, liegen nicht in unserer Hand. Der Zeitpunkt los zu gehen, war ok. Die Rolltreppe war voll und es war ja nicht nur die eine Dame da, an der man sich vorbei drängeln musste, der Bahnhof ist voll. Trotzdem hängt man sich an Kleinigkeiten auf, versucht die Wut auf etwas zu kanalisieren. Aber, hilft es? Wenig, denn den Zug bringt es nicht zurück. Was also tun? Akzeptieren, dass man den Zug verpasst hat. Es ist ärgerlich, aber auch davon geht die Welt nicht unter. Der nächste Zug kommt. Also kann man sich auch an den Bahnsteig stellen, erst mal tief durchatmen, sich beruhigen. Man kann die Zeit nutzen, um einfach mal kurz in sich zu ruhen. Nicht gerade einfach nach so einem Erlebnis. Aber alles Meckern und Wüten hilft ja auch nicht.

Ein anderes Beispiel ist die Akzeptanz der eigenen Krankheit oder die Krankheit eines nahen Angehörigen. Beides kann Schmerz und Angst bringen. Das eingestehen, dass eine chronische Erkrankung vorliegt. Jedoch ist dieses Eingeständnis oft auch der erste Schritt, damit es besser werden kann. Das gilt natürlich auch für eine psychische Erkrankung, das Eingestehen, dass man Hilfe braucht. Es eben doch nicht alleine schafft. Das Eingestehen, dass man nicht nur schwach, sondern tatsächlich krank, psychisch krank, ist. Eine Behandlung kann langfristig andauern. Es muss in dem Moment nicht verständlich, nicht nachvollziehbar oder gar erklärbar sein. Es ist erst mal so. Und der emotionale Schmerz, der mit dieser Erkenntnis einhergeht ist auch da. Das ist auch erst mal so. Jegliches Hadern, Meckern, Jammern oder Schreien – alles verständliche und legitime Reaktionen – bringen nichts, denn sie ändern die Situation nicht (wobei sie kurzfristig für den eigenen Frustabbau helfen können). Aber die Akzeptanz macht es langfristig einfacher. Die Akzeptanz all dieser Umstände, die zu dem Ereignis im Jetzt geführt haben (auch z. B. durch ein früheres Trauma, Gewalt, Vernachlässigung, etc.), ist die Voraussetzung den damit verbundenen Schmerz zu überwinden. Gerade bei besonders impulsiven oder intensiven Gedanken oder Emotionen, die unsere Reaktionen lenken, ist es hilfreich.

 

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Veröffentlicht : 01/02/2019 8:52 pm
[B]Morrigan
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Emotionen – Was fühle ich? Fühle ich richtig?

Emotionen können oft unser gesamtes Denken einnehmen. Um Dinge wahrzunehmen, in unterschiedlichen Situationen zurecht zu kommen, kommen viele Eindrücke zusammen, die alle miteinander verknüpft und durchdacht werden. Neben dem rationalen Denken kommt auch häufig eine emotionale Bewertung hinzu. Liegt hierbei eine Störung vor, so handeln diese Menschen oft emotional instabil, impulsiv oder aggressiv. Über Gedanken und Verhalten kann man viele Situationen so beeinflussen, dass sie befriedigender sind und Frust vermeiden. Sind die Emotionen jedoch zu groß, so können sie den Menschen aber auch hemmen, z. B. bei großer Angst (Panik), aber auch bei massiver Kritik, die für den Moment nicht händelbar ist. Starke Emotionen können dann alles lahm legen. Je stärker die Gefühle werden, desto mehr wird das rationale „Kontrollzentrum“ im Gehirn ausgeschaltet. Die Emotionen überfluten uns. Die Emotionen schalten die klaren Gedanken ab, der Kopf ist leer, wir verlieren Kontrolle, wodurch die Emotionen, gerade die Ängste, noch stärker werden und wir noch mehr Kontrolle verlieren – ein Teufelskreis, der einen in den Wahnsinn treiben kann.

Auch hier kann man sich fragen: Ist die Situation wirklich so stark? Sind die Gefühle gerade so gerechtfertigt? Wie ist die Realität? Kann ich sie radial akzeptieren? Ohne Bewertung? Erst einmal die Situation akzeptieren und dann neu bewerten? Kann ich meine Haltung zu dieser Situation ändern? Kann ich meine Haltung so der Situation anpassen, dass ich damit klar komme? Kann ich vielleicht sogar so weit gehen und die Situation so beeinflussen, dass es für mich angenehmer ist? Was ist der Zustand selbst? Und was sind meine Gedanken über diesen Zustand?

Das Unterdrücken von Gefühlen, gewollte oder unabsichtlich, weil man nichts mehr fühlt, das Fehlen von Lachen, Freude, aber auch von Trauer und Weinen, ist sehr anstrengend für den Körper und auch für den Geist. Situationen werden weniger intensiv erlebt, sie bleiben „irgendwie grau“. Auch wenn Trauer eine unangenehme Situation ist, oder Wut etwas, was man lieber unterdrücken will, so gehört sie doch zum Leben. Diese Gefühle nicht zuzulassen, ist anstrengend. Man wird dadurch körperlich erschöpft. Und zwar mehr als Menschen, die auch die negativ belasteten Emotionen zulassen.

Frust, auch so eine starke Emotion, die vermutlich alle kennen. Man weiß, dass die Situation schlecht ist, die Haltung darüber ebenso mies, eine schädliche Einstellung. Alles wäre doch leichter, wenn man selbst anders wäre. Einfach mal „normal“ sein. Man hat ja schließlich nicht darum gebeten. Und warum will das niemand verstehen, wie es einem geht? Warum ist man nicht einfach anders? Auch hier ist der erste Schritt: Akzeptanz. Ich bin, wie ich bin. Es ist so. Ich akzeptiere die Realität, ich bin anders – ok. Und ich darf anders sein – das ist auch ok. Die Akzeptanz der eigenen Situation, der eigenen Haltung heißt nicht, dass sie damit unabänderlich ist, in Stein gemeißelt, weil man es akzeptiert. Es ist genau anders rum! Die radikale Akzeptanz und das Erkennen der eigenen Situation gibt die Gegebenheit deutliche, wirkliche Veränderungen im Leben zu verursachen, anzugehen. Dazu muss die Situation aber wirklich tiefgreifend akzeptiert werden. Alles andere wäre ein oberflächliches Hinnehmen, das in Stagnation enden kann.

Das bedeutet auch ein schmerzhaftes Annehmen, von Dingen, die man nie wollte, z. B. als Opfer. Lieber flüchtet sich der Mensch in Verdrängung. Dann schleichen sich die Situationen aus dem Unterbewusstsein in unsere Träume oder lassen uns zu Handlungen greifen, die wir sonst ablehnen würden: trinken, pöbeln, uns liebe Menschen anschreien, sie anfangen zu hassen, oder zu lügen „Mir geht es gut“. Wir leugnen die Realität, lehnen sie ab und wir wollen an die falsche Realität glauben. Es können sich daraus körperliche Schmerzen entwickeln, wie verzichten auf Essen, verletzen uns selbst, geben uns auf, nur um aus dem Elend zu entkommen. Die Maske zu tragen, die Fassade aufrecht zu erhalten, die wir doch auch selbst sehen und glauben wollen, weil es dann zumindest den Anschein von „normal“ und „ok“ hat und eben nicht die Probleme zeigt. Die Akzeptanz setzt aber voraus hinter die Fassade zu blicken, die Maske abzunehmen und in den Spiegel zu sehen. Sich dem Übel zu stellen und es wirklich anzunehmen.

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Veröffentlicht : 01/02/2019 8:52 pm
[B]Morrigan
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Was ist radikale Akzeptanz?

Radikale Akzeptanz ist das Gegenteil von Wollen. – Ich will mich jetzt aufregen. Nein, ich akzeptiere die Situation. – Radikale Akzeptanz ist die Bereitschaft, die Situation anzunehmen. Sich nicht gegen das ungewollte oder unangenehme Ereignis aufzulehnen, nicht gegen den Schmerz anzukämpfen, zu rebellieren. Die Situation nicht aktiv ändern zu wollen, was oft aussichtslos ist, da sie vergangen ist (der Zug kommt nicht zurück, die Verletzung ist da).

Schmerz gehört zum Leben, genauso wie Freude, Angst, Atmen oder Essen und Trinken. All das löst auch Emotionen aus. Gefühle, auch Schmerz, sind nicht immer schlecht. Manchmal müssen wir durch negative Gefühle gehen, da sie zum Leben gehören, nicht vermeidbar sind. Und auch an solchen Situationen kann man wachsen, gestärkt daraus hervorgehen. Versucht man aktiv dem Schmerz aus dem Weg zu gehen oder ihn zu verdrängen, leiden wir oft noch länger oder sogar schlimmer. Leid resultiert aus dem Vermeiden bzw. der Nicht-Akzeptanz von Schmerz. Leid entsteht durch das Klammern an Dinge, die nicht erreichbar sind und das Weigern anzunehmen, was ist. Das heißt nicht, dass man sich mit einer negativen Situation zufrieden geben soll, sie nicht ändern soll. Man soll sich nur nicht in das Elend stürzen, sich selbst bemitleiden, sondern die Situation annehmen. Wenn die Gedanken und Gefühle nicht mehr vom Leid bestimmt werden, sondern wieder Platz für neue Gedanken ist, dann kann man auch daran gehen, positiv auf die Situation zu reagieren. Leid ist also schlimmer als Schmerz, denn Leid beeinträchtigt uns, unser Verhalten, unser Tun. Es hemmt uns. Und es scheint endlos.

Unangenehme Ereignisse und Gefühle, die sich erst mal nicht ändern lassen, gehören zum Leben. Wenn wir lernen diese zu ertragen, versetzt uns das in die Lage Schmerz zu überwinden. Daraus lässt sich Kraft schöpfen um dieses Ereignis zu ändern, um es zu überwinden oder zu lernen langfristig (z. B. eine chronische Krankheit) damit umzugehen. Es heißt nicht, sich abzufinden, sich der Situation zu ergeben. Durch das Wehren gegen eine Situation verbrauchen wir sehr viel Kraft. Diese brauchen wir aber auch zur Problembewältigung, zum Angehen der Lösung. Die radikale Akzeptanz ermöglicht genau diese Kraft einzusparen, nicht gegen eine Situation zu kämpfen, die man eh nicht ändern kann, sondern eben die Bewältigung anzugehen. Ein Ziel kann dabei auch sein, den Umgang mit dieser Situation zu lernen, nicht jede Situation können wir so gestalten, wie wir sie gerne hätten. Auch ein Annehmen der Situation kann bereits ein großer Schritt der Bewältigung sein.

Die radikale Akzeptanz ist erst mal wertfrei. Die Situation ist so, wie sie ist, weder positiv noch negativ, sie ist so. Nach der Akzeptanz kann die rationale Bewertung erfolgen und daraus die Schlüsse, die man ziehen muss, um die Situation für einen selbst angenehmer zu gestalten oder zu verändern.

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Veröffentlicht : 01/02/2019 8:52 pm
[B]Morrigan
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Wo kommt‘s her und wo geht es hin?

Der therapeutische Ansatz und das hier dargestellte Verständnis der radikalen Akzeptanz stammen aus dem Zen-Buddhismus. Marsha Linehan hat diesen Ansatz in die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) integriert.

Menschen mit speziellen psychischen Problemen kann dieses Konzept zur Reflexion der eigenen Umgangsweise mit Stress und Belastung helfen. Das Lernen der Akzeptanz, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann, kann daraus folgend das geschürte Leid, ausgelöst aus der Gedankenspirale und dem Selbsthass, zu ersparen. Wenn wir vor einem Problem stehen, das eigentlich nicht gelöst werden kann, die Situation unveränderbar ist, so kann die radikale Akzeptanz helfen, das Erleben und auch das Erfahren inklusive der eigenen Reaktion, zu händeln. Das Annehmen gilt aber nicht nur Situationen gegenüber, sondern auch von einem Selbst.

Aber auch hier, wie bei allem anderen gilt: es funktioniert nicht direkt. Man kann sich nicht dazu entschließen und es ist da. Auch diese Haltung, muss wie viele andere, geübt werden. Akzeptanz ist kein alltägliches Verhalten. Wir bewerten viele Situationen und Schlussfolgern daraus, oftmals automatisch weil es ein einprogrammiertes Schema ist. Etwas, das man in frühen Jahren gelernt hat. Akzeptanz ist auch nicht gleichbedeutend mit Zufriedenheit. Nur weil ich eine Situation nun akzeptiere, heißt es nicht, dass ich zufrieden damit bin und es nicht weiter ändern sollte. Es heißt auch nicht, dass man die Situation dann gutheißen muss, nur weil man sie akzeptiert. Aber es ist der Anfang für eine innere Einstellung, ein realistisches Annehmen, ein Anerkennen dessen, was ist. Trotz des Schmerzes. Das Schema des „Gut und Böse“, das „Schwarz und Weiß“ wird ausgehebelt. Beschreiben, beobachten, ohne Bewertung, ohne Gedanken dazu.

An dieser Stelle verknüpft sich die radikale Akzeptanz mit der Achtsamkeit, die auch Situationen beschreibt, ohne Emotionen, ohne Bewertung. Man ist im hier und jetzt. Auch die Idee und Anwendung von Skills, von starken Reizen, die einen ins Hier und Jetzt befördern oder dort halten, knüpft hier an.

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Veröffentlicht : 01/02/2019 8:52 pm
[B]Morrigan
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